Zur Neugestaltung des Friedensplatzes

Nach drei Jahren Bauzeit ist die Sanierung des Friedensplatztes abgeschlossen. Am 25. Mai 2020 eröffnete Oberbürgermeister Jochen Partsch die Freifläche in der Innenstadt offiziell neu. Ein langwieriger städtebaulicher Prozess kommt damit – aus unserer Sicht nicht zufriedenstellend gelöst – vorerst zum Ende.

Das Ergebnis der Neugestaltung: eine große versiegelte Fläche in grauem Stein. Grünes sucht man in der monotonen Betonoptik vergeblich. Pflanzen sind nur Randnotizen. Lediglich auf der Westseite, hier wurde der ehemalige Paradeplatz von Stufen und Sitzbänken (auch in Grau: das Holz) eingefasst, findet sich eine streng geordnete Reihe von Baumtrögen mit jungen Hainbuchen.

Schatten werden diese erst in Jahrzehnten spenden können. Fraglich, wie sich bis dahin auf diesen traurig anmutenden 6.000 Quadratmetern öffentliches Stadtleben entfalten soll – gerade im Sommer.

Realisiert wurden somit Pläne gegen die wir seit Anbeginn bereits 2008 in der Stadtverordnetenversammlung Widerspruch erhoben hatten. Die Vorlage zur entsprechenden Neugestaltung des Friedensplatzes wurde damals vom Magistrat der Stadt Darmstadt gegen Stimmen der Fraktionen UFFBASSE, Alternative DA, UWIGA und bei Enthaltung von Die Linke beschlossen.

„Wieder soll eine Fläche zubetoniert und zugepflastert werden. Wieder soll ein fast kahler, grauer, leerer nahezu unbegrünter Platz entstehen.“ Das Ergebnis von 2020 nahmen wir in unserer Rede zur damaligen Beschlussfassung praktisch vorweg.

Die Chance mit der Neugestaltung einen zentralen Ort für Begegnung, Geselligkeit, soziales Leben sowie Raum für Kinder und Grün mitten in der Innenstadt zu schaffen, wurde bei Baukosten von 7,4 Millionen Euro vertan (zum Spatenstich 2017 waren diese noch mit insgesamt 5,7 Millionen beziffert). Stattdessen wurde öffentlicher Raum so transformiert, dass sich die nüchterne Zweckmäßigkeit penetrant aufdrängt: zur bloßen Verwertung als Mietfläche für Heiner- und Schlossgrabenfest, Märkte und Buden.

Eine nachvollziehbare Begründung gibt es hierfür aus unserer Sicht nicht. Weder wird (hoffentlich) auf diesem Platz in absehbarer Zeit exerziert, noch ist die Sichtachse zum Landesmuseum so beeindruckend, dass sie die geringe Aufenthaltsqualität des Platzes rechtfertigt.

Das Argument, die unter dem Friedensplatz liegende Tiefgarage sei Hindernis für das Pflanzen von Bäumen, ist auch keine Entschuldigung für die jetzt realisierte Variante der Neugestaltung. Schließlich gibt es nicht nur tiefwurzelnde Bäume, sondern auch flachwurzelnde. Nicht nur die Aufenthaltsqualität auch das (Mikro-)Klima in der Stadt hätte durch eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten und einer ansprechenden Oberflächengestaltung gesteigert werden können – auch im Einklang mit der temporären Nutzung durch Innenstadtfeste.

Hier wurde von Seiten der Koalition eine wichtige Chance vertan, eine zeitgemäße bürger- und klimafreundliche Gestaltung dieser wichtigen Fläche inmitten der Stadt umzusetzen.

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