Warum wir die Bewerbung für das Weltkulturerbe kritisch sehen und nicht zustimmen

Warum wir die Bewerbung für das Weltkulturerbe kritisch sehen und nicht zustimmen:

  • Die Bewerbung ist eine überflüssige, freiwillige Leistung, die den Haushalt belastet und keinen Mehrwert für die Darmstädter Bevölkerung hat.
  • Es gibt kein überzeugendes Verkehrskonzept, dass die erwarteten Mengen an Menschen zur Mathildenhöhe transportieren kann. Die Zubringerstraßen rund um die Mathildenhöhe sind nicht dazu geeignet, noch mehr Verkehr aufzunehmen.
  • Der Umweltbericht zur Bebauung des Osthangs ist nicht besonders positiv. Angefangen von Brutplätzen für verschiedene Arten von Vögeln, die teilweise besonders geschützt sind, über die Besiedlung des Gebiets mit Fledermäusen, das Wegfallen naturnaher Biotope bis hin zur Fällung von teils alten und ökologisch wertvollen Bäumen werden Fakten geschaffen, die dem Klimaschutz konträr gegen überstehen.
  • Das ganze Gebiet um die Mathildenhöhe ist weitläufig nicht mehr entwickelbar, sobald die strengen Auflagen der UNESCO gelten. Stadtentwicklung kann dort nicht mehr stattfinden.
  • Die Mathildenhöhe ist ein wichtiges Freizeitgebiet für die Darmstädter Bevölkerung. Die Mathildenhöhe muss ohne Eintrittskosten für die Darmstädter begehbar sein.
  • Die Bewerbung um das Weltkulturerbe hat bis heute gekostet: 700 000 Euro Planungskosten, 23 Mio Euro Sanierung der Kunsthalle (die zwar sowieso saniert hätte werden müssen, aber nicht so aufwendig. Viele der Kosten, wie z.B. für die Fenster und den speziellen Putz sind auf die Bewerbung zum Welterbe zurückzuführen), 8 Mio Euro für das Besucherzentrum, unbekannte Kosten für den angedachten Shuttle Service plus unzählige Arbeitsstunden in der Verwaltung. Zeit und Geld, dass man besser für die Bedarfe der Darmstädter Bürgerschaft hätte einsetzen können.

Unser Fazit: mit der Ernennung zum UNESCO Weltkulturerbe sind große Hoffnungen auf den Anstieg des Tourismus und einen Prestigegewinn für die Stadt verbunden, die, sollten sie sich erfüllen, eine deutliche Mehrbelastung für die Bevölkerung mit sich brächten.

2 Kommentare

  1. Komplett d’accord! versuchen wir weiter dagegen anzugehen! Übrigens – auch viele Kunstschaffende aus Darmstadt sehen das Problem Welterbe genau so und experimentelles in Kunst und Kultur (dafür steht die Mathildenhöhe ja in erster Linie) wird dann einfach unmöglich, siehe „Osthang“.

  2. Das ist eine völlig richtige Einschätzung der Situation. Die Verkekehrsbelastung in diesem Stadtteil ist jetzt bereits sehr hoch und der Freizeitwert für die Stadtbevölkerung wird dadurch extrem verschlechtert. Und wo bitte sollen denn die vielen Parkplätze entstehen die das Erbe-Kommitee fordert..? Wahrscheinlich würde man dem Areal Obefeld etwas wegnehmen – was schlimm wäre.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.