Maßnahmen zur Klimaanpassung bleiben auf der politischen Tagesordnung. Neben langfristigen Maßnahmen wie Begrünung und Verschattung, braucht es auch kurzfristige, pragmatische Lösungen. Eine solche ist dieser Uffbasse-Antrag. Um die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum auch bei Hitze sicherzustellen, sollen im Sommer 2027 mobile Sprühnebelanlagen den kommunalen Hitzeschutz ergänzen.
In der Stadtverordnetenversammlung vom 17. September stand diese Uffbasse-Idee auf der Tagesordnung. In den Fachausschüssen hatte das Papier bereits Zustimmung erfahren. Dieser Empfehlung hat sich das kommunale Parlament angeschlossen und dem Antrag mit breiter Mehrheit zugestimmt. Wir freuen uns jetzt auf die Umsetzung!
Antrag: Mobile Sprühnebelanlagen zur Hitzeminderung im öffentlichen Raum
Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:
Der Magistrat wird gebeten zu prüfen,
- für die Sommermonate 2027 den Einsatz mobiler Sprühnebelanlagen an mindestens sechs stark frequentierten und hitzebelasteten Standorten im Darmstädter Stadtgebiet vorzubereiten und umzusetzen,
- hierfür geeignete Standorte insbesondere in der Innenstadt zu identifizieren. In die Prüfung sollen unter anderem einbezogen werden:
- der Luisenplatz, beispielsweise im Umfeld des Brunnens,
- der Friedensplatz,
- die Bereiche vor H&R und C&A,
- die Adelungstraße und die Schulstraße sowie
- weitere stark frequentierte Bereiche mit hoher sommerlicher Wärmebelastung und geringer Verschattung,
- unterschiedliche technische Lösungen für mobile Sprühnebel- bzw. Nebelduschanlagen zu vergleichen. Dabei sollen insbesondere Systeme berücksichtigt werden, bei denen der Sprühnebel von oben oder seitlich abgegeben wird. In die Bewertung sollen insbesondere Kühlwirkung, Wasser- und Energieverbrauch, Hygiene, Betriebssicherheit, Barrierefreiheit, Wartungsaufwand, Kosten und die gestalterische Einfügung in den öffentlichen Raum einbezogen werden,
- für den Friedensplatz insbesondere zu prüfen, ob die dort bereits vorhandenen mobilen Begrünungs- und Sitzelemente des Systems „Corolle“ von Urban Canopee technisch sinnvoll mit Sprühnebelelementen ergänzt oder mit mobilen Sprühnebelsystemen kombiniert werden können,
- zu prüfen, ob die Anlagen gemietet, geleast oder erworben werden sollen und welche Fördermöglichkeiten für die Umsetzung bestehen,
- die für eine Inbetriebnahme zu Beginn der warmen Jahreszeit 2027 erforderlichen Planungs-, Vergabe- und Haushaltsmaßnahmen rechtzeitig einzuleiten.
Begründung:
Hitzeperioden stellen insbesondere in dicht bebauten innerstädtischen Bereichen eine zunehmende Belastung dar und beeinträchtigen die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum. Neben langfristigen Maßnahmen wie Begrünung, Verschattung und klimaangepasster Stadtgestaltung können mobile Sprühnebelanlagen eine kurzfristig umsetzbare Ergänzung des kommunalen Hitzeschutzes sein.
Ein aktuelles Beispiel bietet die Landeshauptstadt Wiesbaden. Dort werden im Sommer 2026 auf dem Dern’schen Gelände und dem Kochbrunnenplatz mobile Sprühnebelanlagen eingesetzt. Zum Einsatz kommt unter anderem das Modell NR des Anbieters MobiGa – Mobile Vertikale Gärten. Die Anlagen erzeugen mittels Hochdruck einen feinen Wassernebel und können dadurch die Temperatur in ihrem unmittelbaren Wirkungsbereich reduzieren. Der Wasserverbrauch liegt beim Wiesbadener Einsatz einschließlich der notwendigen Hygienespülungen bei rund 100 Litern je Anlage und Tag.
Das Wiesbadener Modell soll dabei lediglich als Beispiel für eine bereits praktisch eingesetzte Lösung dienen. Für Darmstadt sollen unterschiedliche Systeme und Anbieter hinsichtlich ihrer Eignung für den jeweiligen Standort betrachtet werden.
Besonders sinnvoll erscheint eine Prüfung auf stark frequentierten und zugleich wenig verschatteten innerstädtischen Plätzen und Fußgängerbereichen. Auf dem Friedensplatz sollte dabei auch untersucht werden, ob die bereits vorhandenen mobilen Begrünungs- und Sitzelemente „Corolle“ um eine Sprühnebelfunktion ergänzt werden können. Auf diese Weise könnten vorhandene Klimaanpassungsmaßnahmen sinnvoll erweitert werden.
Ziel ist es, bereits im Sommer 2027 an mindestens sechs Standorten praktische Erfahrungen mit unterschiedlichen Lösungen zu sammeln und zugleich an besonders hitzebelasteten Orten unmittelbar zusätzliche Abkühlungsmöglichkeiten zu schaffen.
Wir bitten um wohlwollende Prüfung unseres Antrags.
Vielen Dank. Kerstin Lau, Sebastian Schmitt, Till Mootz, Wolfgang Uhrig, Arne Herrmann
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