Skater und kein ende

lee.jpgDie probleme der darmstädter skateszene verschärfen sich immer mehr.

Da die anlage an der stadtmauer zwar für bmx fahrer, allerdings nicht für skateboardfahrer zu nutzen ist (sie weist beträchtliche unfallgefahren durch löcher, falsche beläge und kanten auf) suchen die skater natürlich nach alternativen.Doch sie werden von platz zu platz gejagt und überall hagelt es aufenthaltsverbote und platzverweise. Als die skater mal wieder vom gelände des staatstheater verjagt wurden, bot der pädagoge des staatstheaters (laut eines artikels im darmstädter echo)    ein gespräch mit ordnungsamt und den betroffenen jugendlichen und kindern an.Bis heute hat dies nicht stattgefunden.Ich will jetzt nicht zuweit ausholen aber wir brauchen plätze in unserer stadt auf denen leben stattfindet.Das ist im interesse unserer bürger, unserer kinder und last not least auch der geschäftswelt.Unsere innenstadt kann nur durch leben und nähe zu den menschen gegen einen riesenkonsumtempel wie das loop 5 bestehen.Wir brauchen eine stadt in der wir uns wohl fühlen, in der wir uns gerne aufhalten.In der es plätze gibt, die zum ruhig verweilen und zum bewegen und spielen einladen (auch ohne dort konsumieren zu müssen)Das alles schaffen wir nur indem wir die hier lebenden menschen einbinden.Ihnen frei-, ruhe- und spielräume bieten.Für alle generationen, für alle sozialen und kulturellen schichten.Das schaffen wir nicht, wenn wir verbote aussprechen und damit alles leben und lebendige verjagen.Das schaffen wir nur, wenn unsere stadt für alle lebens und liebenswert ist.Für alle ein ort wird mit dem wir uns identifizieren können. Upssssss…..bin nach dem lesen vom rundschau artikel abgeglitten…..Aber er macht zornig,   denn ich liebe unsere stadt und hätte sie gerne für uns alle!!!!!!!!!!!Hier der rundschau artikel vom 5.3.09

Polizei jagt Skater vom Platz

Verbot vor Darmstadtium und Staatstheater / Magistrat sucht nach Alternativen

Von Frank Schuster
Es gibt in Darmstadt eigentlich keinen Platz, von dem wir noch nicht vertrieben wurden”, sagt Pablo Bischoff. Am Dienstag war es wieder soweit: Der 13-Jährige und rund 15 weitere jugendliche Skateboarder fuhren mit ihren Brettern auf dem bei ihnen beliebten Platz zwischen Kongresszentrum Darmstadtium und Ollenhauer-Promenade. Da kam plötzlich die Polizei – und erteilte ihnen Platzverbote.
Ähnliches ereignete sich bereits auf der Georg-Büchner-Anlage vor dem Staatstheater. “Ich finde es erschreckend und abstoßend, wie Jugendliche in dieser Stadt behandelt werden”, schimpft Pablos Vater Albrecht Pfohl. Die Jugendlichen gingen einem kreativen, sportlichen Hobby nach; durch einen Polizeieinsatz würden sie quasi kriminalisiert.
“Anlass dafür, dass wir die Polizei gerufen haben, war, dass sich eine Passantin an unserem Infopoint beschwerte, dass sie fast umgefahren worden sei”, sagt Darmstadtium-Pressesprecherin Jana Bethge-Henniger. Die Skater kämen, gutes Wetter vorausgesetzt, fast täglich. Inzwischen gebe es “erhebliche Sachbeschädigungen”. Betonkanten seien abgefahren. “Und wenn etwas passiert, stehen wir in der Pflicht.” Jugendliche seien zum Beispiel schon mehrfach in die Tiefgaragen runtergefahren. “Das ist gefährlich.”
Bethge-Henniger bedauert, dass die Jugendlichen in Darmstadt von Platz zu Platz gejagt würden. Eigentlich müsse, so ihr Standpunkt, die Stadt dafür sorgen, dass für sie extra Plätze ausgewiesen würden.
Genau hier liegt die Krux: Das Problem, dass es in Darmstadt keinen für Skateboarder geeignete Anlage gibt, ist seit längerem virulent. Die am Jugendstilbad ist aufgrund der rauen Beläge auf den Halfpipes eher für BMX-Radfahrer geeignet.
Als Alternative böte sich die ungenutzte Skate-Anlage in der von den US-Streitkräften verlassenen Lincoln-Siedlung zwischen Darmstadt und Eberstadt an. Nach einem Artikel in der Frankfurter Rundschau im vergangenen August, der das Dilemma der Skater beschrieb, stellte die Fraktion Uffbasse einen Prüfantrag, inwieweit die Stadt die Anlage der Amerikaner nutzen könne. Diesen hatten sämtliche im Stadtparlament vertretenen Fraktionen angenommen.
Sozialdezernent Jochen Partsch (Grüne) versichert, “dass die Stadt mit großem Druck dabei ist, Alternativen für die Skater zu finden oder weiterzuentwickeln”. Eine der drei Alternativen sei weiterhin die Anlage in der Lincoln-Siedlung. Partschs Magistratskollege, Baudezernent Dieter Wenzel (SPD), sei derzeit “in sehr konkreten Verhandlungen” mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), die den Liegenschaftsservice für ausländische Streitkräfte übernommen hat. Partsch: “Die Anlage in der Lincoln-Siedlung müssen wir uns sichern.”
Zweite Alternative: den Platz am Jugendstilbad “soweit herzurichten, dass er von Skatern zumindest teilweise genutzt werden kann”. Dies soll noch im ersten Halbjahr 2009 der Fall sein, verspricht Partsch. Dritte Alternative: die Errichtung einer Anlage auf dem Gelände der alten Schießanlage in der Heimstättensiedlung. Finanzmittel dafür stünden aus den Erlösen aus den Heag-Veräußerungen zur Verfügung. Eine entsprechende Magistratsvorlage bereite Partsch derzeit vor.
http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/darmstadt/1685171_Jugendliche-unerwuenscht-Polizei-jagt-Skater-vom-Platz.html

Ein Kommentar

  1. guude zamme,
    suuper auch das darmecho von heute (6.3.09) ist dran:

    Kein Platz für Skater?
    Jugend: Pablo, Viktor, Esau, Daniel und ihre Freunde werden immer wieder aus dem öffentlichen Raum vertrieben – Zuletzt Probleme vorm Darmstadtium

    Die untere Erich-Ollenhauer-Promenade am Darmstadtium ist für Skater ideal. Große Platten, kleine Fugen, glatte Betontreppen, abschüssiges Gelände. Nachdem Pablo (13), Viktor (14), Esau (15) und Daniel (13) und ihre Skaterfreunde an der Hügelstraße immer wieder vertrieben worden sind, und die Büchneranlage Baustelle ist, tat sich der Fußweg zur Mathildenhöhe als Alternative auf. Bis dort am Dienstag nach einer Beschwerde durch eine Passantin die Polizei kam.
    Ihnen bleiben jetzt nur noch Vorplatz und Innenhof vom Finanzamt. Bis sich auch hier die Anwohner über Rollgeräusche und das Klappern der Decks beim Aufprall nach dem Sprung beschweren. Für die Jungs, nicht sozial benachteiligt, nicht drogenabhängig, nicht kriminell, nicht auf Betreuung angewiesen, scheint in dieser Stadt irgendwie kein Platz zu sein.
    Sie brauchen einen glatten Untergrund für ihre kleinen Rollen. Und ihre Skate-Disziplin “Street” arbeitet nun mal mit allem, was man im urbanen Dschungel so vorfindet. Treppen, Geländer, Mulden, und so weiter.
    Probleme gab es immer wieder. “Wir sind an der Hügelstraße ganz normal geskatet, da kam gleich wieder ein Theatermitarbeiter und hat gesagt, wir seien laut und stören”, erzählt Viktor einen Vorfall vor rund einem halben Jahr. “Obwohl die Autos viel lauter sind”, ergänzt Esau. “Und dann haben sie auch die Polizei geholt”, sagt Pablo. “Der vom Theater hat gesagt, wir könnten die Leute in der Tiefgarage verletzten”, berichtet Viktor. “Aber wir passen immer auf”, betont Esau. “Da wohnt auch so ein Opa, der sagt, dass er mit Granaten auf uns werfen will”, erzählt Daniel.
    Am Dienstag kam es nun am Darmstadtium zu dem Vorfall mit der Polizei, wobei die Beamten eigentlich ganz nett gewesen seien, wie Pablo sagt. Walter Laue, Leiter des Ersten Reviers, berichtet von einem vernünftig geführten Gespräch zwischen Polizisten und Jugendlichen und sieht bei der derzeitigen Anzahl von Skatern “noch kein großes Problem”. Wenn es überhand nähme, müssten sich Stadt und Darmstadtium zusammensetzen, um eine Lösung zu finden, sagte er am Donnerstag. Außer bei Gefahr und Verstößen gegen Gesetze und Ordnung werde die Polizei nicht einschreiten.
    Am Mittwochabend posieren Pablo, Viktor, Esau und Daniel fürs Foto vor dem TU-Entree Karo 5, auf einem schmalen Streifen Flickenasphalt vor den Stufen zum Karolinenplatz. “Ey, der Boden ist sauräudig”, stellt Viktor fest.
    Sauräudig ist der Boden auch auf der BMX-Anlage an der Stadtmauer. Auf sie wird gern verwiesen, wenn die Skater klagen, sie hätten nirgendwo Platz. “Auf der Anlage sind die Schlaglöcher so groß wie die Rollen”, sagt Daniel. Der Boden sei außerdem total hart. “Wenn man hinfällt, schürft man sich alles auf”, weiß Esau. Außerdem sind die Rampen zu groß, stellt Pablo fest. Das immerhin soll sich bald ändern (siehe untere Box). Pablo hat gehört, im Lincoln Village gebe es einen perfekten Skate-Park. Der allerdings gehört nach Abzug der US-Army der Bundesimmobilienverwaltung und nicht der Stadt. Wann sich dies ändert, ist ungewiss.
    Dass Darmstadt derzeit noch ein Niemandsland in Sachen Skate-Boarden darstellt, ärgert die Jugendlichen. “In jedem kleinen Kaff gibt es einen Skate-Park”, sagt Pablo. “Sogar in den entlegensten Dörfern”, ergänzt Viktor. Reinheim zum Beispiel. Oder Münster. “Aber da kommen wir nur am Wochenende hin”, sagt er.
    Denn die Vier sind noch lange nicht in einem Alter, wo ihr Aktionsradius mühelos übers Stadtgebiet hinausreicht. Zumal sie hier, direkt in einer Großstadt, leben. Warum sollten sie zum Skaten zum Beispiel extra nach Heppenheim fahren?
    Die Jungs sind inzwischen jedenfalls ziemlich verunsichert. Daniel: “Wir haben wirklich Angst, dass wir weggeschickt werden.”

    Sozialdezernent“Zugang öffnen”

    Sozialdezernent Jochen Partsch will gemeinsam mit Baudezernent Dieter Wenzel in Verhandlungen mit der Bundesimmobilienverwaltung erreichen, dass unabhängig vom Kauf der Skate-Park im Lincoln-Village zugänglich gemacht wird, denn wann die Stadt das Gelände übernehmen kann, ist völlig ungewiss.
    Zunächst soll jedoch ein Teil der BMX-Anlage an der Stadtmauer so umgebaut werden, dass sie für die Bretter mit den kleinen Rollen geeignet ist. Bis Mitte des Jahres soll das geschehen sein. Bis Ende des Jahres soll außerdem in der Heimstättensiedlung in der alten Schießanlage eine Skateranlage entstehen. Das Geld steht Partsch aus dem Spielplatzsanierungs- und Jugendhausfonds zur Verfügung. bif

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