Fragen: vielbunt
Thema: Soziale Sicherheit und Gesundheit, Bildung und Aufklärung, Öffentliche Infrastruktur und Sichtbarkeit, Kommunales Handeln und gesellschaftliche Verantwortung, Förderung und Absicherung queerer Strukturen
Soziale Sicherheit und Gesundheit
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Gezielte Hilfen für LSBT*IQ Jugendliche
Vielbunt: Wir fordern gezielte Hilfen für LSBT*IQ-Jugendliche, die ihr Zuhause verlassen müssen. Konkret braucht es eine feste, spezialisierte Ansprechperson im Jugendamt und die Bereitstellung sicherer Unterkünfte in Zusammenarbeit mit Trägern der Jugendhilfe.Uffbasse: Wir unterstützen diese Forderung ausdrücklich. In unserem Wahlprogramm fordern wir eine starke, verbindliche Jugendhilfe, echte Beteiligung und sichere Räume für junge Menschen. Für eine queer-sensible Unterstützung ist eine vertrauensvolle, stabile Beziehung zwischen dem jungen Menschen und der fallverantwortlichen Fachkraft im Jugendamt unerlässlich. Vertrauen schafft die Basis für offene Gespräche über Identität, Diskriminierungserfahrungen, psychische Belastungen oder individuelle Unterstützungsbedarfe. Dies erfordert regelmäßige Fort- und Weiterbildungen und eine möglichst geringe personelle Fluktuation im Jugendamt. Kein junger Mensch in Darmstadt darf aufgrund seiner Identität ohne Schutz dastehen.
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Schaffung queer-sensibler Angebote in der Senior*innenarbeit und Altenpflege
Wir fordern die Entwicklung eines städtischen Handlungskonzepts „Queer im Alter“. Dieses soll die Zertifizierung queer-sensibler Pflegeeinrichtungen, regelmäßige Schulungen für Pflegepersonal und die Förderung von sozialen Treffpunkten für queere Senior*innen beinhalten.Die Forderung nach einem Handlungskonzept „Queer im Alter“ unterstützen wir vollumfänglich. Am Anfang könnte ein Koordinierungskreis „Queer im Alter“ stehen, in dem sich aktive Einzelpersonen, Gruppen und Organisationen vernetzen, um über geeignete Konzepte für Darmstadt zu beraten. Selbstbestimmtes Leben im Alter gilt ohne Ausnahme, auch und gerade für queere Menschen.
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Verbesserung der Gesundheitsversorgung für queere Menschen
Wir fordern die Förderung der Ansiedlung einer PrEP-Praxis in Darmstadt im Rahmen der GKV. Außerdem fordern wir den Erhalt der stabilen und niedrigschwelligen Testkapazitäten des Gesundheitsamtes sowie der Aidshilfe Darmstadt e.V..Die Situation ist unhaltbar. Eine Stadt wie Darmstadt braucht eine angemessene Versorgung. Es ist absolut notwendig, dass Darmstadt wieder eine PrEP-Praxis erhält.
Hier kommt es darauf an, dass städtische Stellen, Klinikum, Aids-Hilfe und auch vielbunt die Dringlichkeit immer wieder deutlich machen und in der Ärzteschaft werben. Eine direkte Finanzierung durch die Stadt ist im Rahmen des Niederlassungsrechts nicht möglich.
Prävention und Gesundheitsversorgung dürfen nicht vom Wohnort abhängen.
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Bildung und Aufklärung
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Queere Sensibilisierung in der Kinderbetreuung
Wir fordern regelmäßige Bildungsangebote für Mitarbeitende in Kitas und Grundschulen zum Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt und Regenbogenfamilien.Diese Forderung deckt sich mit unserem Ansatz: Bildungseinrichtungen müssen sichere Orte sein, in denen Vielfalt nicht nur geduldet, sondern selbstverständlich ist. Kinder erleben Vielfalt im Alltag – die pädagogische Praxis muss darauf vorbereitet sei
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Aufarbeitung und Sichtbarmachung queerer Stadtgeschichte
Wir fordern, dass die Stadt ein Projekt zur Erforschung und öffentlichen Darstellung der queeren Geschichte Darmstadts initiiert und finanziert. Dies kann in Form einer Ausstellung, einer Publikation oder thematischen Stadtrundgängen geschehen.Geschichte sichtbar machen schafft Anerkennung. Bereits im Vorfeld der Errichtung des Mahnmals „Die Schattenseite des Regenbogens“ wurde wertvolle Forschungsarbeit geleistet, in die neben der „Arbeitsgemeinschaft Homosexuelle und Kirche“ das Stadtarchiv Darmstadt eingebunden war. Von diesem wurde im Sinne der Verstetigung dieser Arbeiten inzwischen ein konkretes Konzept erarbeitet, wie queeres Leben in Darmstadt zukünftig besser überliefert und im städtischen Gedächtnis verankert werden kann. Dies sollte als Diskussionsgrundlage für die weitere Aufarbeitung und Darstellung der queeren Stadtgeschichte genutzt werden. Queere Geschichte ist Darmstädter Geschichte.
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Öffentliche Infrastruktur und Sichtbarkeit
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Einrichtung von Unisex-Toiletten, -Duschen und -Umkleiden
Wir fordern, dass auch in bestehenden städtischen Gebäuden wie Schulen, Bürgerhäusern und Sportstätten Alternativen zu binären Toiletten, Duschen und Umkleideräumen eingerichtet werden.Diese Forderung entspricht genau dem, was wir in unserem Wahlprogramm formuliert haben: geschlechtsunabhängige und barrierefreie Einzelkabinen an allen Neubauten und im Bestand. Niemand soll im öffentlichen Raum Angst oder Stress erleben müssen.
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Umfassende Barrierefreiheit im Queeren Zentrum
Wir fordern die Herstellung von umfassender Barrierefreiheit im Queeren Zentrum Darmstadt, mindestens durch einen rollstuhlgerechten Zugang und eine barrierefreie Toilette.Wir stimmen ausdrücklich zu! Die erforderlichen Baumaßnahmen sind bereits seit 6 Jahren überfällig. Damals wurden erstmals Finanzmittel für die Umbauplanung bereitgestellt. Passiert ist seitdem nichts! Barrierefreiheit ist Grundvoraussetzung schon jetzt – kein Wunsch!
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Kommunales Handeln und gesellschaftliche Verantwortung
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Stärkung der Koordinationsstelle LSBT*IQ und diskriminierungsfreie Verwaltung
Wir fordern die aktive Weiterentwicklung der neu geschaffenen städtischen Koordinationsstelle LSBT*IQ für queere Belange und ihrer Bestrebungen.Wir befürworten die Forderung nach einer langfristigen Stärkung der Koordinationsstelle.
Eine Mitgliedschaft der Stadt Darmstadt im „Rainbow Cities Network“ wäre absolut zu begrüßen, allerdings nicht nur als reine Symbolpolitik. So ist Darmstadt den „Rainbow Cities“ schon einmal beigetreten (2016), ohne aber in dem Netzwerk jemals aktiv zu werden, so dass die Stadt aktuell auch nicht mehr als Mitglied geführt wird. Gerade im Hinblick auf Punkt 1.2 wäre ein Austausch von „Best Practices“ mit den Mitgliedsstädten der Region (Mannheim, Heidelberg, Frankfurt, Wiesbaden, Mainz) sicherlich sehr hilfreich.
Darüber hinaus sprechen wir uns für eine enge Zusammenarbeit zwischen der städtischen Koordinationsstelle und der Netzwerkkoordinationsstelle Südhessen aus. Eine diskriminierungsfreie Verwaltung ist eine Frage von Haltung, nicht von Aufwand.
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Aktive Teilnahme am Netzwerk gegen Gewalt
Wir fordern, dass die Stadt Darmstadt aktiv am „Netzwerk gegen Gewalt“ des Landes Hessen teilnimmt und sich mit eigenen Initiativen zur Prävention von queerfeindlicher Gewalt einbringt.Wir stimmen zu! Ergänzend würden wir dafür plädieren, einen Koordinierungskreis „Sicherheit queerer Menschen“ ins Leben zu rufen, in dem Community, Verwaltung, Polizei und Gesundheitswesen sich zu dem Thema austauschen und konkrete Maßnahmen erarbeiten. Dies würde nicht nur dem Schutz vor Gewalt und Diskriminierung dienen, sondern auch für Sichtbarmachung und Empowerment der queeren Community sorgen. Insgesamt würde dadurch der gesellschaftliche Zusammenhalt gestärkt.
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Förderung und Absicherung queerer Strukturen
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Dritte Teilzeitstelle für das queere Jugendzentrum
Wir fordern die Schaffung einer dritten Teilzeitstelle bei vielbunt e.V. im Queeren Jugendzentrum, um die stetig wachsenden Aufgaben zu bewältigen und die Vielfalt der queeren Jugendlichen abbilden zu können.Wir unterstützen diese Forderung vorbehaltslos! Nur mit der Schaffung einer dritten Teilzeitstelle kann die hervorragende Arbeit des Queeren Jugendzentrums zielgruppengerecht gesichert und ausgebaut werden. Jugendarbeit muss den Bedürfnissen der Jugendlichen entsprechen, nicht dem Minimalstandard.
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Jährliche Förderung des CSD Darmstadt
Wir fordern eine jährliche Förderung des CSD Darmstadt in angemessener Höhe sowie den Wegfall erhobener Gebühren für die Veranstaltung.Konkret fordern wir, dass der CSD Darmstadt als eine der wichtigsten politischen Veranstaltungen in der Stadt jährlich mit mindestens 5.000 Euro unterstützt wird. Der CSD ist keine Party – er ist ein politisches Signal. Darmstadt muss das anerkennen.
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Credit Titelgrafik: Towfiqu Barbhuiya auf Unsplash



