Protest gegen Fleisch

tirmlogo02.gifMo, 20.12.2010   17:00-20:00 Uhr – Darmstadt (Luisenplatz)

Mit Infostand, Video-Filmen und Flugblättern werden wir in der Darmstädter Innenstadt über Fleisch informieren. Unser Stand wird auf dem Luisenplatz aufgebaut sein.
http://www.tirm.de/index.php


http://www.echo-online.de/region/darmstadt/Schocktherapie-fuer-Fleischesser;art1231,1454783

Schocktherapie für Fleischesser – ine

Weihnachtsessen: Tierrechtler informieren über vegetarische Alternativen für den Speisezettel – Trend zu mehr Gemüse
DARMSTADT.
Bilder aus Schlachthöfen zeigen Mitglieder der Tierrechtsinitiative Rhein-Main heute von 18 bis 20 Uhr auf dem Luisenplatz.
Würstchen mit Kartoffelsalat zu Heiligabend, gefüllte Gans an den Feiertagen: So sieht der Speiseplan vieler Darmstädter an Weihnachten aus. Ein Fest ohne Fleisch können sich die wenigsten vorstellen. Das weiß auch Victor Hahn aus Frankfurt. Der Tierrechtler versucht es am Montag auf dem Luisenplatz mit einer Schocktherapie.
Von 18 bis 20 Uhr zeigen Hahn und seine Mitstreiter von der Tierrechtsinitiative Rhein-Main Bilder aus Schlachthöfen und Mastanlagen auf einer Großbildleinwand. “Wir möchten erreichen, dass die Menschen ihr Konsumverhalten überdenken ”, sagt Hahn und zitiert den Ex-Beatle Paul McCartney: “Wenn die Schlachthäuser Wände aus Glas hätten, wäre jeder Vegetarier. ”
Rezeptideen
Hahn ist 22 Jahre alt und lebt selbst, seit er 15 ist, vegan. Das heißt, er isst nichts, was tierischen Ursprungs ist: Auf seinem Teller landen kein Fleisch, kein Fisch, keine Milch, keine Eier und auch kein Honig. “Ich habe eine ganze Weile gebraucht für diesen Schritt “, erklärt er. Doch irgendwann habe er verstanden, dass Tierprodukte immer Ausbeutung bedeuten. Allein in Deutschland, so Hahn, sterben jedes Jahr mehr als 360 Millionen Tiere in Schlachthöfen.
Die Videos der Tierrechtsinitiative – ihr gehören 20 Aktivisten an, davon kommen fünf aus Darmstadt und Umgebung – zeigen die Lebensstationen der Schweine, die auf Deutschlands Tellern landen. Von der Geburt bis hin zum Aufschlitzen der Kehlen.
Vergangenen Mittwoch waren die Videos in Wiesbaden zu sehen. “Die Reaktionen der Menschen waren überwiegend positiv ” erzählt Hahn. “Einige waren sehr betroffen, und wir hoffen, sie zum Nachdenken angeregt zu haben. ”
Der Verzicht auf Fleisch – ganz oder teilweise – ist längst nichts besonderes mehr. Das zeigt auch eine Umfrage vor der ECHO-Geschäftsstelle am Samstagmittag. Die Mehrzahl der Befragten gab an, ihren Fleischkonsum in den vergangenen Jahren zunehmend eingeschränkt zu haben. Die Zeiten, wo jeden Tag ein Steak auf dem Teller liegen musste, scheinen vorbei. Halb-Vegetarier nennt man Leute, die statt Fleisch mehr Gemüse, Getreide und Obst essen. Ovo-Vegetarier setzen da noch eine Schippe drauf: Sie essen kein Fleisch, keinen Fisch und verzichten auf Milchprodukte.
Veganer gehen noch einen Schritt weiter: Sie tragen auch keine Wollpullover, Seidenhemden und Lederschuhe. Im Internet findet man entsprechende Adressen, wo man sich mit Schuhen ohne Leder, Tofuprodukten und Seetang-Schampoos eindecken kann. Selbst auf Speisekarten Darmstädter Restaurants und Cafés wie dem “Radieschen ” in Eberstadt oder dem “Habibi ” m Johannesviertel findet man beim indischen Möhrencurry oder dem SpinatcrˆšÃ‰Â¬„¢pe den Zusatz: “vegan ”.
“Vor sieben Jahren wussten die meisten Menschen noch nicht mal was vegan ist “, erzählt Hahn. “Lebensmittel wie Sojamilch waren exotisch, schwer zu bekommen und teuer. ” Heute bekomme man Sojamilch in jedem Supermarkt und vegane Schnitzel gebe es sogar in Billig-Discountern.
Veganer haben seiner Meinung nach heute auch nicht mehr den Ruf von skurrilen Öko-Spinnern. Dazu habe auch das Buch über Massentierhaltung des US-Autors Jonathan Safran Foer ( “Eating Animals ”) beigetragen. “Ob dieser Trend länger anhält oder ob es nur ein kurzfristiger Hype ist, muss man sehen ”, sagt Hahn.

Weihnachten mal ganz ohne Gans: Ideen dazu gibt es auf der Website des Vegetarierbundes unter www.vegetarische-weihnachten.de: Etwa Rezepte für Vorspeisen wie einen Sprossensalat oder eine Kürbiscremesuppe, Kartoffelklöße mit Rotkohl als Hauptgang und Bratäpfel zum Nachtisch. Ein Rezeptbuch für die “Vegane Weihnachtsbäckerei “ hat auch der Darmstädter Pala-Verlag in seinem Programm.