Antrag: Rücknahme der Schließung der Orangerie

Antrag für die Stadtverordnetenversammlung vom 15.07.2021.

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen, der Magistrat wird aufgefordert,

die seit Ende Mai 2021 angeordnete Schließung der Orangerie in Bessungen bei Nacht zurückzunehmen. Der Zugang zu zentralen Grün- und Naherholungsflächen sollte für Darmstädter Bürger*innen ohne Einschränkungen möglich sein.

 

Begründung (Kerstin Laus Rede hierzu findet Ihr weiter unten):

Restriktionen als Reaktion auf Konflikte des urbanen Zusammenlebens führen lediglich zu Verschiebungen, weniger zu Lösungen. Dies zeigt sich mit der jüngsten Schließung der Orangerie bei Nacht. Zwischen 23 und 6 Uhr sperrt ein privater Sicherheitsdienst im Auftrag der Wissenschaftsstadt Darmstadt den Zugang zu der zentralen Grünanlage in Bessungen.

Um „Lärm, Vermüllung und Zerstörung“ durch „zumeist jüngere Feiernde“ abzuschalten, halten wir diese Maßnahme für nicht zielführend und fordern daher ihr Ende. So verlagerten sich Zusammenkünfte unmittelbar auf andere Orte wie Herrngarten oder Mathildenhöhe.

Die Konzentration des Geschehens auf die Orangerie dürfte sich daher mittlerweile gelöst haben. Weitere Entspannung  erfolgt durch das verstärkte Hochfahren des öffentlichen Lebens, dem Ende einschränkender pandemischer Maßnahmen (u.a. Bundesnotbremse). Freizeit, Feiern, Zusammenkünfte können wieder innerhalb institutionalisierter Orte, im Rahmen von Kulturangeboten und Gastronomie wahrgenommen werden.

Die Sperrung der Orangerie in der Nacht ist daher unverhältnismäßig. Der freie Zugang zu zentralen Grün- und Naherholungsflächen sollte für Darmstädter Bürger*innen ohne Einschränkungen möglich sein. Gerade auch, um zum Beispiel Berufsgruppen, die in Schichtbetrieben systemrelevante Aufgaben erfüllen, die Möglichkeit zu geben, diese für nächtliche oder frühmorgendliche Spaziergänge oder sportliche Aktivitäten im immer heißer werdenden Sommer zu nutzen.

 

Rede von Kerstin Lau zum Antrag in der StaVo:

„Die Sperrung der Orangerie in der Nacht ist eine für uns unverhältnismäßige Maßnahme. Der freie Zugang zu zentralen Grün- und Naherholungsflächen sollte ohne Einschränkungen möglich sein, besonders in den Sommermonaten und nach den langen Pandemie-Monate der Isolation und Vereinsamung, die hinter uns liegen. Es ist klar, dass es junge Menschen nach draußen zieht und es ist auch verständlich, dass es nach der langen Zeit der Solidarität auch mal etwas wilder zugeht.

Wir glauben grundsätzlich, dass Restriktionen als Reaktion auf Konflikte im urbanen Zusammenleben keine Lösungen bringen, sondern Probleme nur verschieben. Dies hat sich ja auch durch die Verlagerung des Geschehens zum Beispiel in den Prinz-Emil Garten gezeigt. Wir beantragen deshalb, die Schließung zurück zu nehmen und den Menschen den freien Zugang in die Orangerie zu ermöglichen. In einer wachsenden Stadt, in der die öffentlichen Flächen zunehmend knapper werden für den Einzelnen, sollte keine künstliche Verknappung erfolgen. Es muss bessere Wege geben, zum Beispiel den Ausbau der aufsuchenden Jugendarbeit, um den negativen Folgen durch zumeist jüngeren Feiernden zu begegnen.“

 

–> Der Antrag fand keine Merheit und wurde abgelehnt.

 

 

Foto: Lapping on Pixabay

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