Antrag: Installation von Abfallbehältern mit größerem Fassungsvermögen

Antrag für die Stadtverordnetenversammlung vom 15.07.2021.

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen, der Magistrat wird aufgefordert,

  • in zentralen Grünanlagen Abfallbehälter mit größerem Fassungsvermögen und Deckeln zu installieren, um Bürger*innen die Entsorgung von Verpackungsmüll zu erleichtern.
  • Ebenfalls ist zu prüfen, ob das Aufstellen von Müllcontainern, wie zurzeit in der Orangerie, ein gutes Modell für alle Darmstädter Grünanlagen ist.

 

Begründung (Kerstin Laus Rede hierzu findet Ihr weiter unten):

Eine Häufung von Verpackungsmüll in Darmstadts Parks und Grünanlagen ist kein neues Phänomen. Diverse zivilgesellschaftliche und politische Bemühungen, die Anhäufung von Verpackungsmüll einzudämmen, zeigen Wirkung. Mitunter läuft die hergestellte Sensibilisierung von Bürger*innen jedoch ins Leere.

Denn: Das knappe Volumen der installierten Abfallbehälter geht an den Realitäten vorbei. Fast alle gängigen Behälter quellen bereits nach zwei Pizza-Kartons über. Die Folge: entsorgte Verpackungen stapeln sich weit über und an den Seiten der kleinen Behälter.

Der Trend, Speisen und Getränke zum Mitnehmen zu verzehren, ist kein neuer. Take-Away-Angebote bilden heute jedoch sogar einen milliardenschweren Markt ab, dessen Zuwachs durch die Pandemie und die politische Forcierung  von Liefer-Gastronomie noch mehr Aufwärtsdynamik erfahren hat. So schätzt eine aktuelle Bitkom-Studie einen Zuwachs der Umsätze bis 2023 in Deutschland auf bis zu 2,7 Milliarden Euro (2019: 1,8 Milliarden Euro). Die damit verknüpfte Mehrung von Verpackungsmüll werden auch die ersten, sich sporadisch etablierenden Mehrweg-Systeme kaum spürbar bremsen können.

Diese Lebensrealitäten gilt es abzubilden. Das Bemühen von Darmstädter Bürger*innen ihren Verpackungsmüll im öffentlichen Raum entsprechen zu entsorgen, sollte nicht an der knappen Größe der bestehenden Abfallbehälter scheitern. Womöglich sinnvoll scheint zudem, eine ergänzende Intensivierung der Intervalle für Reinigung und Leerung, zumindest in den Sommermonaten.

Häufig werden die zu kleinen Mülleimer auch von Tieren ausgeräumt. Deshalb erscheint es uns notwendig, dass auf verschließbare Mülleimer geachtet wird.

 

Rede von Kerstin Lau zum Antrag in der StaVo:

„Vermehrter Müll in Grünanlagen begleitet uns bereits einige Jahre. Wie für alles im Leben gibt es hierfür ein Konglomerat an Gründen. Neben jugendtypischem Verhalten gehört dazu auch, dass die Mülleimer in den Grünanlagen vielfach zu klein sind. Im Herrngarten wurden jetzt große graue Müll-Container an die Ausgänge gestellt. Das scheint uns eine gute Lösung zu sein.

Die Koalition und Herr Schellenberg haben zugesagt, dass diese Lösung zeitnah, also „as soon as possible“, ausgeweitet wird und dass eine weitere Prüfung von größeren, unterirdischen Müllentsorgungslösungen stattfindet. Unser Antrag zur Installation von Abfallbehältern mit größerem Fassungsvermögen in zentralen Grünanlagen geht demnach in die Geschäftsordnung über.“

 

–> Der Antrag fand Zustimmung, ging in die Geschäftsordnung über. Erste größere Müllcontainer sind bereits am Herrngarten zu finden.

 

Foto: Artem Labunsky on Unsplash

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