Antrag: Entsiegelungswettbewerb Abpflastern in Darmstadt

Ein Uffbasse-Antrag für die Stadtverordnetenversammlung vom 11. Dezember. In der Sitzung wurde beschlossen, dass die Vorlage in geschäftsordnungsgemäße Behandlung geht. Das bedeutet: Die kommunale Verwaltung wird mit einer Ausarbeitung des Projekts beauftragt.

Antrag:

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen, der Magistrat wird gebeten,

1) den bundesweiten Entsiegelungswettbewerb abpflastern aktiv zu bewerben und zu unterstützen,

2) zum Start der neuen Wettbewerbsphase im März 2026 zusammen mit der Darmstadt Marketing GmbH einen Aktionstag zum Thema Entsiegelung durchzuführen,

3) im Amt für Klimaschutz und Klimaanpassung eine Kontaktperson zu benennen, welche die Bürger*innen beim abpflastern tatkräftig unterstützt.

 Begründung: 

Pflastersteine, Asphalt und Beton versiegeln unsere Böden. Das wird immer mehr zum Problem, sei es für das Wassermanagement, den Hitze- und Gesundheitsschutz, den Naturschutz oder die Lebensqualität. Inspiriert vom niederländischen Tegelwippen hat die Hochschule für Gesellschaftliche Gestaltung in Konstanz einen Wettbewerb initiiert, der das Thema Entsiegelung spielerisch auf die Agenda setzt und einen wirkungsvollen Anstoß zu einer zukunftsfähigen Stadtgestaltung gibt: „Alle gemeinsam nehmen die Schippe in die Hand – für die Zukunft ihres Wohnortes“.

Seit diesem Jahr gibt es abpflastern als bundesweiten Wettbewerb (www.abpflastern.de), bei dem die Bürger*innen von Städten und Gemeinden in freundschaftlichem Wettbewerb Flächen entsiegeln. Alle können mitmachen, egal ob Verein, Schule, Privatperson, Unternehmen, Verwaltung oder andere Organisatoren.

Es gibt weder Anmeldung noch Teilnahmevertrag und auch keine Teilnahmegebühr. Alle entsiegelten Flächen, die während der Wettbewerbsphase (März bis Oktober) auf der Homepage eingetragen worden sind, werden nach Überprüfung durch die Wettbewerbsleitung in die Wertung für die jeweilige Stadt oder Gemeinde aufgenommen.

Kommunen sind aufgerufen, die Teilnahme zu bewerben und den Wettbewerb durch begleitende Aktionen zu unterstützen. Zugleich können sie vor Ort technische und rechtliche Hürden für die private Teilnahme senken, indem notwendige Informationen und direkte Unterstützung bereit gestellt werden (z.B. Gestattungsverträge, wenn die Entsiegelung nicht auf eigenem Grund und Boden stattfinden soll; „Pflasterlaster“ zum Abtransport entfernter Steine). Auf der Internetseite werden im Laufe der Saison zudem laufend Good Practices veröffentlicht, die als weitere Inspiration dienen können.

Die TU Darmstadt hat sich in diesem Jahr bereits an dem Wettbewerb beteiligt und den Kirschbaumplatz vor der Mensa Stadtmitte entsiegelt, mit tatkräftiger Unterstützung durch den Botanischen Garten und das Hofgut Oberfeld. Diese Aktion sollte der Stadt als Anstoß dienen, um das Thema Entsiegelung auch innerhalb der Stadtgesellschaft weiter publik zu machen, und das möglichst niedrigschwellig. Sie könnte z.B. auf der Klimatipps-Webseite der Internetplattform „Darmstadt im Herzen“ beworben werden. Die Bürger*innen sollen ermuntert werden, eigene Ideen zur Entsiegelung aus dem direkten Wohnumfeld einzubringen. Das örtliche Entsiegelungskataster kann darüber hinaus zusätzliche Anregungen liefern.

Wir bitten um wohlwollende Prüfung unseres Antrags. Vielen Dank.

Kerstin Lau, Marc Arnold, Sebastian Schmitt, Carmen Stockert, Till Mootz

 

Foto: CC0 / Pixabay / bonnyblum

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