Ein Uffbasse-Antrag für die Stadtverordnetenversammlung vom 11. Dezember mit dem Ziel, Anreize und Signale für die Verkehrswende zu setzen. Leider fand der Antrag keine Mehrheit im Parlament.
Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen, der Magistrat wird gebeten,
einen „Autofreien Sonntag“ als Aktionstag für stadträumliche Entwicklung in Darmstädter Stadtteilen durchzuführen. Hierbei sollen ausgewählte Straßen für den PKW- und LKW-Verkehr gesperrt werden, um Platz für temporäre Erfahrungsräume zu schaffen, die Alternativen zum motorisierten Individualverkehr aufzeigen und Möglichkeiten für nachbarschaftliche Begegnung schaffen.
Begründung
Wie viele Städte in Deutschland ist auch Darmstadt vom Konzept einer autogerechten Stadt geprägt. Der motorisierte Individualverkehr ist allgegenwärtig – und mehrfach eine Belastung für die Lebensqualität. Autos und LKWs verursachen Lärm, sind als Hauptquelle aller CO2-Emmisionen Treiber des Klimawandels und beanspruchen mit Stellplätzen weitreichend Flächen im öffentlichen Raum.
Das Entwickeln und Stärken von Alternativen für unsere Mobilität im Alltag ist angesichts dieser Verhältnisse nicht ohne Grund seit Jahren eine der zentralen politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen.
Um in der Wissenschaftsstadt Darmstadt Denkanstöße und Perspektivwechsel zu fördern, soll ein Aktionstag „Autofreier Sonntag“ durchgeführt werden. In der Praxis können Bürger:innen ihren Lebensraum neu erleben. Durch das Sperren von Straßen für den motorisierten Individualverkehr, wird Platz geschaffen für alternative Verkehrsmittel. Das stärkt das Bewusstsein für umweltfreundliche Verkehrsmöglichkeiten. Die Idee einer ökologisch und sozial verträglicheren Umgestaltung des urbanen Raums kann ausprobiert und aktiv erlebt werden.
Wenn Straßen und Gehwege in Wohnviertel nicht nur Flächen für Parkraum dienen, eröffnen sich zudem neue Chancen zur Stärkung des Zusammenlebens: Straßenfeste, nachbarschaftliche Projekte und Aktivitäten, Begegnung sowie Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten für Kinder finden Raum und Möglichkeit. Dies würde auch Vereinen und zivilgesellschaftlichen Akteuren neue Chancen zur Interaktion eröffnen.
In vielen deutschen Städten wie Frankfurt am Main, Hamburg oder Düsseldorf sich solche Aktionstage und Projekte bereits durchgeführt worden. Damit Bürger:innen im gesamten Stadtgebiet am Aktionstag partizipieren können, kann dieser jährlich wechselnd in verschiedenen Stadtteilen durchgeführt werden.
Wir bitten um wohlwollende Prüfung unseres Antrags. Vielen Dank.
Kerstin Lau, Marc Arnold, Sebastian Schmitt, Carmen Stockert, Till Mootz



