Wahl der Dezernenten und OB-Wahl

Was hat die OB-Wahl am 19. März (Stichwahl 2. April) mit der Wiederwahl der Dezernenten am 2. Februar zu tun ? Warum wird nicht erst der Chef (OB) gewählt und dann seine Mitarbeiter (Dezernenten) ? Das fragen einige Bürger und Bürgerinnen in Darmstadt.

Auch die OB-Kandidaten der SPD und der UWIGA fordern dies – wider besseres Wissen, aber wohl in der Hoffnung, dafür (Zu-)Stimmen der Unwissenden zu erhalten.

Wer meint, man solle einem Oberbürgermeister keine Dezernenten vor die Nase setzen oder „“freie Hand lassen“, der dokumentiert eine eigenwillige und falsche Interpretation der gesetzlich festgelegten Regeln. Er schätzt außerdem die Kompetenzen des Amtes – um das er sich bewirbt – falsch ein.

Denn entgegen einer weit verbreiteten Meinung hat der Oberbürgermeister gegenüber den Dezernenten KEIN Weisungsrecht, es gibt also kein Chef-Mitarbeiter-Verhältnis zwischen OB und Dezernenten.

Der OB kann über die sog. Dezernatsverteilung die generelle Zuständigkeit der Dezernenten festlegen, aber weder einzelne Aufgaben zuweisen oder Weisungen erteilen.

Auch im Magistrat als sog. Kollegialorgan hat jede(r) eine Stimme – Oberbürgermeister, hauptamtliche Dezernenten und ehrenamtliche Magistratsmitglieder.

Die Dezernenten werden – anders als der/die Oberbürgermeister(in) – gewählt von der Stadtverordnetenversammlung und sie brauchen die Unterstützung (einer Mehrheit) der Stadtverordneten z.B. für ihr Budget – den Haushalt – und für die von ihnen geplanten Vorhaben und Maßnahmen.

Die politische Mehrheit (Koalition) wiederum ist daran interessiert, dass ihre politischen Ziele und Versprechungen umgesetzt werden und nominieren daher „ihre“ Kandidaten.

Die 6-jährige Amtszeit der jetzigen Dezernenten B.Akdeniz, A.Schellenberg und R.Reißer endet am 22. bzw. 24.Juni. Gemäß HGO sind entweder neue Dezernenten als Nachfolger auszuwählen oder die Amtsinhaber können wiedergewählt werden.

Bei einer Neuwahl muss eine Ausschreibung mit den dazugehörigen Fristen etc. erfolgen. Um dafür die notwendige Zeit zu haben ist in der HGO festgelegt, dass die Entscheidung „Wiederwahl oder Neubesetzung“ SPÄTESTENS 3 Monate vor Ende der Amtszeit erfolgen muss – also spätestens am 21. bzw. 23. März.

Wer auch immer nach dem 2. April Oberbürgermeister(in) sein wird, er/sie kann sich „seine“ Dezernenten nicht aussuchen. Dennoch die OB-Stichwahl am 2. April abzuwarten würde automatisch eine Neuwahl inkl. Ausschreibung für diese Ämter bedeuten.

Was würde geschehen ? Die Amtsinhaber würden sich bewerben und die Koalition würde sie unterstützen und wieder wählen – nach einigen Monaten politischer Unsicherheit, des Stillstandes und Handlungsunfähigkeit.

Die nach der letzten Kommunalwahl 2016 stärksten Fraktionen B90/Grüne und CDU haben sich entschieden, mit „ihren“ Dezernenten im Amt weitere 6 Jahre zusammen zu arbeiten und daher für deren rechtzeitige Wiederwahl gemäß HGO.

B90/Grüne und CDU haben keine eigene Mehrheit in der Darmstädter Stadtverordnetenversammlung sondern sind auf Stimmen Dritter zur Wahl ihrer Dezernenten angewiesen.

Uffbasse hat sich 2016 im Rahmen der Kooperationsvereinbarung u.a. bereit erklärt, die Amtsinhaber bzw. die von B90/Grüne und CDU jeweils vorgeschlagenen Kandidaten zu unterstützen.

Wir sehen in der OB-Wahl keinen Grund, unsere Zusage zur Wiederwahl der drei Amtsinhaber gemäß dem Vorschlag von B90/Grüne und CDU zurück zu nehmen.

Die OB-Wahl ändert nichts an der Stimmenverteilung in der Stadtverordnetenversammlung und der/die künftige Oberbürgermeister(in) muss die von der StaVo gewählten Dezernenten akzeptieren. Allerdings kann er/sie gemäß HGO jederzeit die Zuständigkeiten/Ämter der Dezernenten ändern – darauf wiederum hat die Stadtverordnetenversammlung keinen Einfluss.

PM-Dezernentenwahl-OB-Wahl-Jan17

8 Kommentare

  1. Bitte die Bürger nicht für Dumm verkaufen!

    Ein künftiger Bürgermeister muss mit den Dezernenten zusammenarbeiten. Die Dezernenten sind in ihren Aufgaben vergleichbar mit den Bereichsvorständen in einem Unternehmen.
    Diese Mannschaft will sich ein Vorstandsvorsitzender (OB) selbst aussuchen und nicht von einem Vorgänger (langfristig 6 Jahre) aufgebrummt bekommen.

    Bei der von UFFBASSE beschriebenen Vorgehensweise, Dezernenten-Wahl vor OB-Wahl) bleibt einem OB nur die Wahl, einem unliebsamen Dezernenten eine Abstellaufgabe (z.B. Friedhofsverwaltung) zuzuweisen. Ist schon vorgekommen.

    Also bitte keinen Unsinn erzählen.
    06151-981556

  2. Herr Sündorf,
    Oberbürgermeister und Dezernenten mit dem Vorstand in einem Unternehmen vergleichen ??
    Selbst wenn man diesen (hinkenden) Vergleich herstellt, ist die Schlußfolgerung daraus nicht zutreffend.
    In einer Aktiengesellschaft bestimmt der Aufsichtsrat die Vorstände und in einer GmbH ernennen die Gesellschafter die Geschäftsführung.
    Also wenn schon Analogien, dann bitte korrekt.

  3. Sehr geehrte Herr Hang,

    Ich kann Ihnen versichern, im Gesellschaftsrecht kenne ich mich als Geschäftsführer und Gesellschafter einiger Unternehmen hervorragend aus.
    Was ich zum Ausdruck bringen wollte:
    egal in welcher Organisation, ob AG, GmbH oder Behörde ist es verwerflich, wenn Leitungskräfte schnell nochmal eine Vertragsverlängerung von 6-Jahren „eintüten“ möchten, bevor eventuell der Chef wechselt. Das hat ein starkes Geschmäckle.

  4. Herr Sündorf,

    das mit dem „eintüten“ und Geschmäckle ist Ihre Sicht, ich seh das nicht so.
    Wir sind uns sicher einig, dass das ganze Procedere einer Neuwahl erforderlich ist, wenn nicht vor dem 22. bzw. 24.März eine Wiederwahl erfolgt – die HGO ist da eindeutig.
    Die Stimmenverhältnisse in der StaVo werden sich durch die OB-Wahl nicht ändern. Was also würde es für einen Oberbürgermeister bedeuten wenn 3 Monate nach seiner Wahl die heutigen Dezernenten sich wieder bewerben und von der StaVo gewählt werden ? Er muss das dann auch akzeptieren !! Gleiche Situation wie bei einer Wiederwahl.
    Aber wir hätten mehrere Monate eine Zeit politischer Instabilität und eingeschränkter Handlungsfähigkeit.

  5. tempi passati, sic transit benevolentia mundi!

    Gretchenfrage, Aufbruch – oder – Abschied?

    Warum wählte ich UFFBASSE im März 2016?
    Des Kontextes o.g. Akronyms wegen und des Vertrauens in Sie, dass dieser im Sinne der Bürger umgesetzt wird!

    “ Ein Ring sie zu knechten,
    Ein Ring sie zu finden,
    Ein Ring sie ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden.“

    Die ‘Fellowship of the Rings‘ paktiert in einer Content-geheimen Vereinbarung mit Mordor … wie soll ich das Tolkien erklären, wenn ich demnächst wieder auf dem Wolvercote Cemetery stehe …?

    Erwache, Hobbit, leg‘ den Ring sofort ab!

    Uffbasse argumentiert für die Wiederwahl der drei Dezernenten mit dem Menetekel “nach einigen Monaten politischer Unsicherheit, des Stillstandes und Handlungsunfähigkeit“ und dessen Variation “mehrere Monate eine Zeit politischer Instabilität und eingeschränkter Handlungsfähigkeit“.
    Ich hatte Uffbasse bisher als Querdenker verstanden. Treten Sie mal einen Schritt zur Seite, schauen Sie von draußen drauf und nehmen Sie einen objektiven Rundblick in unserer hochverschuldeten Stadt mit ihren vielen physischen und anderen Baustellen: das ist keine potentielle Zukunftsvision, dieser Zustand existiert bereits in situ.
    Erinnern Sie sich an die Vorkommnisse seit 2011: z.B. “PAC-Versprechen“, “Bürgerrathaus“, “Stadion Bölle“, “Rechtsverstoß zum Eintracht-Spiel“ (siehe auch Schwarzbuch 2016 BdSt, S.51), “42-Millionen-Steuerversenkung Sensfelder-Weg“ (vergleiche Schwarzbuch 2016 BdSt, S.47) und an die jüngsten 4 Vorschläge zum Neu-Stadionbau auf/in Schutzflächen der Stadt und ihrer kommunalen Nachbarn und vieles Andere mehr.
    Was ist nur aus den Grünen geworden? Zu meiner Studienzeit haben Petra Kelly, Joschka Fischer und andere Aufrechte sich im Protest gegen die Startbahn West an die Bäume gekettet, heute muss man ihren Parteifolgern quasi “die laufende Kettensäge aus der Hand reißen“, und sie proklamieren zudem öffentlich die “Grüne Meinungshoheit“ (Fraktionsvorsitzende, Frühjahr 2015)!
    Seit 2011 verkündet der OB vollmundig, er wolle vordringlich diejenigen Bürger erreichen, die sich nicht artikulieren können oder wollen, … und tut nichts dergleichen. Vielmehr beschwert er sich über vorgebliche Träger von Partikularinteressen und verkennt implizit dabei, dass viele von den so Diskreditierten von Teilen eben jener Bürger quasi als “Konzentratoren“ angesprochen wurden und werden, Themen für sie zu vertreten, weil sie sie nicht so artikulieren können. Mir ist bekannt, dass es von diesen gebetenen und beauftragten Thementrägern einige in unserer Stadt gibt.
    Anstrengungen seitens des OBs, die o.g. Bürger zu erreichen, waren und sind nicht sichtbar – andere waren da schneller und erfolgreicher, wie seit März 2016 das Wahlergebnis der viertstärksten Fraktion der StaVo zeigt. Wo in Ihrem Menetekel ordnen Sie diese “Nachlässigkeit“ ein? Wie wollen Sie bewirken, dass sich daran etwas zum Besseren wendet?

    Glaubt Uffbasse ernsthaft, durch eine Verlängerung der Stelleninhaberverträge könne alles anders oder gar besser werden? Gibt es dafür dezidierte Hoffnungsgründe, die sich den Darmstädter Bürgern, Ihrem Souverän, nicht erschließen? Schon 2011 haben wir einen ganzen Satz frischgewählter Dezernenten mit laufenden Verträgen ins “süße Nichtstun“ geschickt, bei Langzeitbezahlung und ohne Nutzen für die Steuerbürger Darmstadts. Ist eine derartige Steuermittelverschwendung denn schon wieder nötig?

    Wie steht es mit dem Kontext Ihres Akronyms UFFBASSE?

    Warum legen Sie “Ihre“ “Kooperationsvereinbarung“ den Bürgern nicht gemäß Transparenzgesetzen offen … was ist der Preis für Ihren “Einsatz“ … und was ist das für ein Untergrund-Gemunkel über die potentielle Reaktivierung der 6. Dezernentenstelle?

    Als Teil Ihres Souveräns und als Ihr Wähler fordere ich Rechenschaft für Ihr Tun ein.

    Der Kanton Bern hat sich – nach eigenem Bekunden Frau Boczeks – von ihr aufgrund unterschiedlicher Auffassung des Führungsverhaltens getrennt. Meiner sehr geschätzten ehemaligen HR-Kollegin ist, wie mir selbst, sehr wohl klar, was dieses ins ‘Personaler-Speak‘ transkribierte ‘Wording‘ tatsächlich bedeutet. Von einer Führungskraft trennt man sich nicht mal so eben nach knapp einem Jahr, auch nicht in der Schweiz und auch nicht aus “interkulturellen Gründen“.

    Die Rahmengegebenheiten zum Führen der gesetzlich geschützten Bezeichnungen ‘Architekt/in‘ und ‘Stadtplaner/in‘ in der Öffentlichkeit regelt das ‘Hessische Architekten- und Stadtplanergesetz‘ (https://www.akh.de/fileadmin/download/Recht/Gesetze/HASG.pdf). Verstöße und Zuwiderhandlungen regelt die Judikative über das Strafgesetzbuch (StGB) §132a mit besonderer Betonung auf Punkt (1) und die dort angegebenen Strafmaße (https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__132a.html). (Zur Erinnerung: Strafmaße ab äquivalent 3 Monaten führen zum Eintrag ins Vorstrafenregister).

    Sind Sie sicher, dass Sie ihr ohne Überprüfung, Probezeit oder beiderseitigen Vertragsendeklauseln das größte und komplexeste Dezernat anvertrauen wollen, das nicht zuletzt auch noch darunter leidet, dass die zwei Vorgängerinnen aus (vorhersehbaren) Karrieregründen das Weite gefunden haben? Wie lange wird sie durchhalten? Wird es auch hier zur “Palastrevolution“ kommen?

    Als ‘Zünglein an der Waage‘ tragen Sie eine schwere Verantwortung, in die man Sie in absehbarer Zeit nehmen wird. Überlegen Sie gut, ob Sie den Bürgern, Ihrem Souverän, gegenüber zu ‘Scapegoat & Culprit‘ gemacht werden wollen.

    Wer die HGO als Kür sieht, für den sind die Bundesgesetze Pflicht, z.B. Artikel 38 (1) GG: ‚Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt. Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.‘
    Was für Abgeordnete auf Bundesebene Gesetz ist, ist für Abgeordnete der kommunalen Ebene nicht minder gültig. Fraktions-, Koalitions- und Kooperationszwang widersprechen Artikel 38 dezidiert – politisches Kollektivgewissen existiert nicht (in unserer Gesellschaft).

    Im Schader-Stiftungs-Workshop zu ‘Communication Leadership – Leadership Communication‘ am 19.01. führte Emilio Galli Zugaro (Allianz-Kommunikationschef bis März 2015, jetzt Executive Coach, Buch: ‘The Listening Leader‘, 2017) aus: “Für jedes Problem gibt es eine Lösung. Das 21. jedoch ist das Jahrhundert der Dilemmata. Für diese gibt es keine Lösung, man muss sie täglich anpacken“. Faktisch ist dies absolut korrekt: Allerdings muss man trotzdem immer noch selbst vorab entscheiden, ob man in seiner eigenen Rolle Teil des Problems oder der Lösung sein will.
    Sehen wir Bürger uns ab dem 02.02. dann voraussichtlich täglichen Dilemmata gegenüber, deren nachhaltige Präsenz Sie mit zu verantworten haben?

    Parlamentarische ist repräsentative Demokratie!

    Vom Souverän gewählte Repräsentanten haben weder sich selbst, noch ihre Partei, noch ihre Wähler zu vertreten, sondern Meinung und Willen aller Bürger, die dezidiert bei diesen abzuholen sind.
    Hat man uns Bürger befragt, wie wir zur derartigen Versorgungswahl stehen? Oder dürfen wir als Steuerzahler wieder “nur“ die Zeche zahlen?

    Vertrauensverlust führt – nicht nur in der Politik – zu nachhaltiger Unglaubwürdigkeit.

    Ist Ihnen in den Sinn gekommen, dass dies im OB-Wahljahr ein wahltaktisches Manöver sein könnte, um meiner ehemaligen Kollegin in Ihrer OB-Kandidatenrolle die Wähler abspenstig zu machen? Wen soll ich denn dann am 19.03. wählen, wenn Uffbasse jetzt ausfällt?

    Hannah Arendt vertrat das “Denken ohne Geländer“, die “Pflicht zum Ungehorsam“, Martin Schulz rief zur Eröffnung der Buchmesse 2016 zum “Aufstand der Anständigen auf“ – der 2. Februar ist ein gutes Datum für den Beginn.

    Brexit, Trump … und nun Uffbasse (?) … worauf kann man sich noch verlassen?
    Korreliert zu den ersten beiden kam gerade die Nachricht, dass in den USA ‘Nineteen Eighty Four‘ (George Orwell) komplett ausverkauft ist. Was sagt uns das? George Orwell hatte bereits 1949 Warnungen und Antworten ohne Kenntnis oder Vision der heute realen Technologien.

    Farewell, Hobbit, wo wirst Du sein, wenn wir es dann bald noch mit den Orks zu tun haben werden?

    Zu guter Letzt: Herr Hang, unser gemeinsamer Namenspatron, St. Georg, war kein „Drachenflüsterer“; den Drachen hat er nicht durch warme Worte, Anpassung oder Zuckerlis gebändigt oder überwältigt. Da waren Standfestigkeit und härtere Maßnahmen angesagt.

  6. Herr Hang,

    Ihre Hinweise zu meinem, von Ihrem System unterdrückten, Kommentar können Sie sich nach dem gestrigen Debakel sparen.
    Ihr Akronym UFFBASSE umfasst 8 Begriffe, von denen gestern lediglich das erste ‚F'(raktion)(szwang) zum Tragen kam.
    Alle anderen, für deren Umsetzung ich Uffbasse bisher schätzte und die Kandidaten im März 2016 gewählt hatte, haben Sie auf absolut Null gestellt.
    Schade um die Stimmen, ich fühle mich von Ihnen in keinster Weise repräsentiert.

    Hannah Arendt vertrat das “Denken ohne Geländer“, die “Pflicht zum Ungehorsam“, Martin Schulz rief zur Eröffnung der Buchmesse 2016 zum “Aufstand der Anständigen auf“.

    Alte Indianerweisheit: „Wenn Du merkst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab!“

    In diesem Sinne …

  7. Sehr geehrter Herr Schaldach,

    Ihr Kommentar war tatsächlich vom System blockiert – ich hab mittlerweile gelernt, wie er freigegeben wird und habe dies auch getan.

    Auch wenn Sie meinen, es wäre jetzt überflüssig, so werde ich mich doch zu einigen Ihrer Kritikpunkte kurz äußere.

    Die Vereinbarung zwischen Grüne/CDU und Uffbasse ist nicht geheim, sondern seit Tag 1 auf unserer Webseite einsehbar – übrigens auch auf der Webseite von B90/Grüne. Da gibt es kein düsteres Geheimnis.

    Zur Maßnahme Sensfelder Weg kann man geteilter Meinung sein, aber dies als individuellen Fehler eines oder zweier Dezernenten darzustellen ist m.E. nicht korrekt – der Beschluss wurde von Magistrat und einer breiten Mehrheit der Stadtverordneten getragen – diese sind alle dafür verantwortlich.

    Zur Unabhängigkeit der gewählten Vertreter bei ihren Entscheidungen verweisen Sie zwar auf das GG und zitieren Artikel 38 (1), aber fordern gleichzeitig
    „Vom Souverän gewählte Repräsentanten haben weder sich selbst, noch ihre Partei, noch ihre Wähler zu vertreten, sondern Meinung und Willen aller Bürger, die dezidiert bei diesen abzuholen sind“.

    Dem stelle ich ohne Kommentar gegenüber die Hess. Gemeindeordnung
    § 35 HGO – Unabhängigkeit
    (1) Die Gemeindevertreter üben ihrer Tätigkeit nach ihrer freien, nur durch die Rücksicht auf das Gemeinwohl bestimmten Überzeugung aus und sind an Aufträge und Wünsche der Wähler nicht gebunden.

    Wir treffen unsere Entscheidungen mit der Überlegung, ob sie gut, sinnvoll und nützlich für die Stadt sind und wir sind auch nur durchschnittliche Leute und keine Heiligen. Das gilt auch für die aktuelle Konstellation, d.h. für unsere Kooperation mit Grün/Schwarz. Wir können dabei manche Fehler und falsche Maßnahmen nicht ausschließen bzw. verhindern.

    Aber das war anders früher – gab es da keine Fehlentscheidungen ?
    Früher als wir in einer anderen Position waren und so agierten wie es Ihnen offensichtlich gefiel bzw. Sie es von uns erwarten.

    Ich verstehe, wie Sie die Situation und unser Verhalten beurteilen und dass Sie sich konsequenterweise von Uffbasse abwenden – auch wenn ich das bedauere.

    Ich könnte versuchen, Ihnen unsere Überlegungen näher zu erläutern, aber ich lass es sein. Ich wiederhole lediglich die Aussage von Kerstin Lau – „manchmal muss man in einen sauren Apfel beißen“.

  8. Herr Hang,

    mein Vater war Staatsbeamter und meine in-/außer-/nach-schulische Staatsbürgerkunde lag im 3. Quartal des letzten Jahrhunderts. Über 35 Jahre war ich beruflich in Projekten u.a. im öffentlich-rechtlichen Bereich tätig und bin es weiterhin ehrenamtlich im Auftrag von Bund und Ländern … über die ganze Zeit hat sich nichts geändert, galt und gilt noch immer:

    Bundesrecht bricht Landesrecht bricht Kommunalrecht.

    Die HGO ist nur der allerkleinste Rechts-Horizont, aber nicht der gültigste.
    Grundgesetz und Bundesgesetze wirken rechtsgültig durch, auch auf kommunaler Ebene.
    Da gibt es keine institutionalisierten Ausreden.

    Nicht der Wähler ist Ihr Souverän, sondern die/alle Bürger … und schon sind wir beim Gemeinwohl. Der Wille des Bürgers ist bei diesem ab-/einzuholen.

    Deutsche Obrigkeit endete spätestens am 08.05.1945 und wurde am 23.05.1949 mit dem Grundgesetz nicht wieder eingeführt.

    Heißt, Sie sind als Gewählte in Ihrem Handeln mitnichten lediglich Ihrer eigenen, persönlichen Ansicht, Meinung und Einstellung verbunden, sondern den von Ihnen Repräsentierten verpflichtet und rechenschaftspflichtig. Gemeinwohl halt, d.h. Wohl Aller.

    Zum Beispiel Sensfelder Weg (Quadratmeterkaltmiete ca. € 24 mtl. !!! – Darmstadt hat die Latte ganz schön hoch gelegt. Lübeck kam schon mit ca. € 16 in das BdSt-Schwarzbuch der Steuerverschwendung 2016. Und die Bausubstanz? Was würden Sie als Mieter für € 24/m² erwarten? Weit jenseits des Darmstädter Mietspiegels?): Mit den 42 Millionen hätte man auch nachhaltig bauen können: ca. 1.000 Sozialwohnungen (nach Aussage von B.Akdeniz Erstellungskosten je Wohnung im Mittel ca. € 40.000) oder aber 160 Wohnungen/Reihenhäuser zu je € 250.000. Nach oder (als integrierendes Element) parallel zur temporären Nutzung durch Flüchtlinge auch dauerhafte Nutzung durch andere Wohnraumsuchende oder auch Studenten in Darmstadt möglich. Nutzungsdauer nicht terminiert statt Abriss nach nur/schon 10 Jahren.
    Mal abgesehen davon, dass ja gar keine Vollauslastung des Sensfelder Wegs geplant ist noch dass es sie geben wird, da die Flüchtlinge dort ja „nur während der Klärung ihres Asylantrags“ untergebracht werden, bevor sie anderweitig zugewiesen werden. Und nur für diese überschaubare Zeit gilt auch die Gegenfinanzierung aus der jeweiligen Landespauschale.
    Und vergleichen Sie doch einfach mal die im Echo veröffentlichten Kostenzahlen vom April und vom August 2016. Wann hatte die StaVo denn zugestimmt? Vor oder nach der dort deutlich aufgezeigten Kostenexplosion?

    Schon mit der Hälfte des Betrages hätte man das Bölle ganz gut ertüchtigen können. (Nein, ich bin kein Fußballfan, aber ich kann diese hier in Darmstadt sehr gut verstehen … die von mir favorisierte Sportart trägt man nicht im Binnenland aus).
    Vertane Chance … und einen Steuerverschwendungs-Eintrag beim BdSt mehr.

    Ob ich nur „einer der sauren Äpfel bin“ müssen Sie auf sich zukommen lassen; wenn ich jedoch die derzeitige Stimmung generell so aufnehme …

    Uffbasse hat gestern „seine Unschuld verloren“ – Schade drum.

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