Und nochmal Flughafen… Neues von Heute…

Wieder ist eine Besetzung als Zeichen des Protestes
gegen den Flughafenausbau Frankfurt/Main geglückt.
– Komm vorbei!
Unabhängige AktivistInnen aus dem am Mittwoch geräumten Hüttendorf im Kelsterbacher Wald (siehe auch bisgherige Indymedia-Artikel) haben soeben (Samstag, den 21.02., nachmittags) eine neue Besetzung gegen den Flughafenausbau initiiert.

Besetzt ist ein leer stehendes Grundstück mit Garten, Kinderspielplatz, Bäumen und einem Wohnhaus. Dieses liegt auf der von der Fraport AG geplanten Landebahn Nordwest, und soll für die Realisierung des Projektes abgerissen werden.

Wo wir sind:
Das Grundstück befindet sich in der Flughafenstraße am Rande von Kelsterbach, knapp 500 Meter von der Brücke über die A3 entfernt, gegenüber vom Umspannwerk, neben einer für den Ausbau gerodeten Fläche. Nach Kelsterbach kommt man mit der S-Bahn (S8 oder S9 Richtung Wiesbaden) aus Frankfurt/Main.

Zu der Motivation der AktivistInnen äußerte sich Elke Grühn, die an der heutigen Aktion teilnimmt, wie folgt: “Unser Ziel ist es nach wie vor den Ausbau des Flughafens zu verhindern. Wir nehmen nicht hin, dass weiterhin Bannwald für ein so klimaschädliches Projekt fällt. Neueste Studien zeigen, dass sich der globale Klimawandel weitaus schneller vollzieht als bisher angenommen – Flugzeugabgase sind aufgrund der großen Höhe in der sie freigesetzt werden mindestens dreimal so klimaschädlich wie am Boden. Aufgrund der Abgase ist das Krebsrisiko in Kelsterbach und anderen Städten in Flughafen-Nähe deutlich erhöht. Die Lebenserwartung sinkt aufgrund des Fluglärms, der insbesondere nachts Stress verursacht und so die Alterung des Herz-Kreislaufsystems beschleunigt. Der Flughafen steht für lebensfeindliches Wachstum, auf Kosten von Mensch und Umwelt.

Der Ausbau des Flughafens wird gegen den Willen der AnwohnerInnen durchgeführt. Wir verurteilen die arrogante und zerstörerische Politik von Fraport AG und deren Gehilfen im hessischen Parlament. Das besetzte Grundstück ist ein Beispiel für die Region: Lebensraum wird zu Betonwüste.

Die Kelsterbacher BürgerInnen können sich am Bürgerbegehren beteiligen und Ockel die rote Karte zeigen.

Die Räumung des Waldcamps beendet den Widerstand gegen den Flughafenausbau nicht. Wir sind noch da und kämpfen weiter für eine nachhaltige Umweltpolitik und ein lebenswertes Rhein-Main-Gebiet. Wir wollen Lebensqualität und Selbstbestimmung für die Menschen in Kelsterbach und überall.”

2 Kommentare

  1. guude zamme, hier is ne meldung aussem hessentext von heut(so.22.2.)
    Ich denk, das bezieht sich darauf:

    PROTESTAKTION AUF HÄUSERDACH BEENDET

    In Kelsterbach (Groß-Gerau) haben Flug-
    hafenausbaugegner das Dach eines leer-
    stehenden Hauses geräumt.

    Die fünf Demonstranten hätten das Ge-
    bäude am späten Samstagabend freiwillig
    verlassen, nachdem sie dort ein Trans-
    parent platziert hatten, teilte die Po-
    lizei am Sonntag mit. Die Aktivisten
    hatten das Haus am Rande einer Demons-
    tration von rund 200 Menschen gegen den
    Flughafenausbau besetzt.

    Die Aktion richtete sich gegen die Ro-
    dung von rund 300 Hektar Wald. Auf dem
    Gelände soll eine neue Landebahn für
    den Frankfurter Flughafen entstehen.

  2. und nochen bericht aussem echo online von heut 22.2.

    Demo und Hausbesetzung halten Polizei in Atem
    Aktivisten kündigen zahlreiche weitere Aktionen in den kommenden Wochen an

    KELSTERBACH. Mehr als acht Stunden hielten Gegner des Flughafenausbaus am Samstag mehrere Hundertschaften der Polizei in Atem. Es kam zu mehreren Auseinandersetzungen und zahlreichen Festnahmen.

    Fünf Ausbauggegner besetzten in der Alten Flughafenstraße im Kelsterbacher Industriegebiet ein Haus, das Fraport dem Eigentümer abgekauft hat, weil es in unmittelbarer Nähe der geplanten Landebahn liegt. Bis lange nach Einbruch der Dunkelheit hielten sie sich auf dem Dach des Anwesens auf. Zwei weitere Aktivisten besetzten derweil hinter dem Haus zwei Bäume und entrollten ein großes Transparent.

    Begonnen hatte alles am Mittag mit einer Demonstration, an der sich rund 150 Ausbaugegner beteiligten. Nach einer kurzen Kundgebung ging es in den Wald zu jener Stelle, an der sich bis Mittwoch vrgangener Woche das Waldcamp befand. Immer mehr Demonstranten rüttelten am Bauzaun, der das Gelände inzwischen absperrt.

    Unbemerkt von der Polizei gelang es einem Demonstranten, eine Befestigungsklemme zu lösen. Mit vereinten Kräften wurde der Zaun aufgedrückt. Als eine Spezialeinheit der Polizei mit Schlagstöcken die Demkonstranten zurückdrängte, drohte die Situation zu eskalieren. Nach etwa einer halben Stunden marschierten die Demonstranten wieder zurück.

    Zur gleichen Zeit enterten einige Aktivisten zunächst unbemerkt von der Polizei und dem von Fraport engagierten Wachdienst das leer stehende Haus in Kelsterbach und besetzten außerdem noch zwei Bäume. Während der Hausbesetzung wurden zwei Personen von der Polizei festgenommen, die anderen flüchteten auf das Dach und entrollten dort Transparente.

    Kurz nach der Besetzungsaktion kamen etwa fünfzig Umweltaktivisten aus dem Wald nach Kelsterbach, wurden aber von der Polizei etwa 100 Meter vor dem besetzten Haus aufgehalten. Dort lieferten sich Demonstranten und Polizei immer wieder Wortgefechte, die teilweise in Provokationen ausarteten. Auch hier wurden mehrere Personen festgenommen.

    Als die Polizei gegen 19 Uhr drohte, die Versammlung gewaltsam aufzulösen, kam es schließlich zu einer Vereinbarung. Fünf der Aktivisten durften hinter die Absperrung und Kontakt zu den Hausbesetzern aufnehmen, die anderen Demonstranten zogen sich zurück.

    Bei einer Festnahmeaktion wurde eine junge Frau erheblich am Arm verletzt und musste nach einer Ertsversorgung durch das Rote Kreuz in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Sie soll nach Angaben der Polizei versucht haben, einem Polizeibeamten die Pistole aus dem Halfter zu ziehen, woraufhin dieser ihr den Arm, unsanft auf den Rücken drehte.

    Die Polizei fuhr in den Abendstunden mehrfach mit Spezialeinheiten mit einem Hubkran zum Hausdach hoch, konnte die Besetzer aber nicht bewegen, das Dach zu verlassen. Aus Sicherheitsgründen wurde aber darauf verzichtet, sie zwangsweise herunterzuholen. Schließlich zogen sie am späten Abend freiwillig ab.

    Die Aktivisten kündigten am Samstag zahlreiche weitere Aktionen in den kommenden Wochen an. Keinesfalls werde man sich mit der Räumung des Waldcamps aus dem Wald zurückziehen und die Aktionen aufgeben.

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