Echo-Artikel:Parteien einig: Entega soll Transparenz schaffen

Echo vom 1.10.2008 „Parteien einig: Entega soll Transparenz schaffen
Stadtparlament: Kritik an Tarifangeboten für Strom und Gas – “Unseriöses Geschäftsgebaren”

„Unseriöses Geschäftsgebaren“ und ein „Spiel mit den Ängsten der Menschen“ haben die Fraktionen Uffbasse und „Alternative Darmstadt“ dem stadteigenen Unternehmen Entega vorgeworfen. In einer Aktuellen Stunde im Stadtparlament kritisierten Sprecher beider Fraktionen am Dienstagnachmittag mit scharfen Worten Garantiepreis-Angebote des Energieversorgers als undurchsichtig und letztlich nicht im Interesse der Bürger. „Das Image der Stadt wird darunter leiden“, erklärte Waltraud Bornheimer von „Alternative“.
Stein des Anstoßes waren Tarifangebote der Entega: Kunden sollten einen festen Zuschlag für Gas oder Strom bezahlen und im Gegenzug den gegenwärtigen Bezugspreis für einen festgelegten Zeitraum garantiert bekommen.

Angesichts steigender Energiepreise sei dies wie eine Versicherung zu werten, erklärten Sprecher der Rathauskoalition. Jeder Kunde habe die Wahl, ob er dies wolle oder nicht.

Bornheimer und Jürgen Barth von Uffbasse hielten dem entgegen, dass sich errechnete Preiserhöhungen von über 40 Prozent für kaum einen Nutzer rechneten: „Eine Mogelpackung“, so die Stadtverordnete – „in Wirklichkeit geht es um eine Preiserhöhung.“ Die Tarife seien für Normalbürger fast undurchschaubar.

Er selbst habe „nach einer dreiviertel Stunde Rechnen nicht sagen können, macht das für mich Sinn oder nicht“, ergänzte CDU-Finanzexperte André Schellenberg: “Dann ist etwas faul an der Sache.”

Die Koalition hatte mit einem eigenen Antrag versucht, der Kritik die Spitze zu nehmen. Darin wird eingeräumt, dass die Tariferhöhung “in vermeintlich günstigen Festpreis-Angeboten verschleiert” worden sei. Die Koalitionsvertreter im Aufsichtsrat des Stadtkonzerns HSE sollten darauf hinwirken, dass Angebote künftig „verbraucherorientiert und transparent“ seien.

An Transparenz und Nachvollziehbarkeit habe es bei den Festpreis-Angeboten gefehlt, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Hanno Benz im Parlament, „und da setzt unsere Kritik an“. Dies habe man der Entega bereits zu verstehen gegeben. Das Thema gehöre aber nicht ins Stadtparlament, da die stadteigenen Unternehmen letztlich im Besitz der Darmstädter Bürger seien und durch öffentliche Kritik beschädigt würden: „Von dieser Debatte profitiert nur die Konkurrenz.“

Es sei an der Zeit, dass die HSE aus den negativen Schlagzeilen komme, ergänzte Leif Blum (FDP). Barth widersprach: Das Thema gehöre sehr wohl ins Parlament, die Koalition habe sich erst nach Ankündigung der Aktuellen Stunde damit befasst.
 
db

siehe auch Presse

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