Seb seine Rede zum Bericht gegen Rechtsextremismus

Gestern in der Stavo gabs den „Bericht der Wissenschaftsstadt Darmstadt über durchgeführte und geplante Maßnahmen gegen Rassismus und Rechtsextremismus“ zur Kentnisnahme.
Ich hab dann auch ein paar Zeilen dazu verloren:

 

„Ein paar Anmerkungen zur Vorlage:
Darmstadt hat den Ruf eine Nazifreie Stadt zu sein.
Es ist sicher so daß es auch Nazis in Darmstadt gibt, diese sind aber bislang weder organisiert, noch treten sie aktiv in Erscheinung. Und dies hat seine Gründe!
Dank vieler Veranstaltungsorte, Veranstaltern und Bands wie Oetinger Villa, Bessunger Knabenschule, 603, Krone, Schlosskeller usw. hat Darmstadt eine breite und große subkulturelle Szene die sich als Antifaschistisch versteht.
Wenn sich die Nazis mal nach Darmstadt trauen, stehen alle Zusammen und machen klar wo die Stadt steht.
So wurde die KS Darmstadt  zB net zerschlagen, schon gar net von irgendwelchen Staatsschützern, sondern löste sich selber auf, da sie durch die Arbeit der aktiven Antifaschisten in Darmstadt keinen Fuß auf den Boden bekommen hat.
Auch muss die Anti Nazi Koordination Darmstadt erwähnt werden, die seit Jahren sowohl auf den Straßen aktiv ist, als auch durch Infoveranstaltungen und Kampagnen (z.B. Kein Bier für Nazis, Kein Platz für Nazis) zur Aufklärung über Rechte Strukturen beigetragen hat.
Dank des Fanprojektes und vieler Fans des SV98 konnten bislang auch im Stadion Nazis keine prägende Rolle spielen. Im Gegenteil, durch das Engagement vieler Fans sind auch in weiteren Bereichen wie etwa Homophobie und Sexismus positive Veränderungen zu spüren.
Desweiteren sind öfters antifaschistische Banner und Gesänge im Stadion zu sehen bzw hören.
Die im Bericht genannten Ausstellungen und Preise sind ein wichtiger Teil der Sensibilisierung der breiten und aufgeschlossenen Öffentlichkeit. Aber ohne die entschlossenen Antifaschisten auf der Straße würden Nazis auch in Darmstadt viel offener auftreten und eine ernsthafte Bedrohung für alle in Darmstadt bedeuten.
Deswegen zum Schluss: Antifaschismus lässt sich net institutionalisieren, sondern muss eine möglichst breit gestreute und gelebte Einstellung der Gesellschaft sein, Preise und Ausstellungen allein genügen nicht.“

Es gab aus dem Parlament überwiegend Positives Feedback.
Leider hat Herr OB Partsch wohl etwas falsch Verstanden. Zum Einen wies er mich mit Recht darauf hin, dass die Subkulturelle Szene in Darmstadt kein „Projekt“ der Stadt ist. Das ist sicher richtig, trotzdem unterstützt die Stadt einige dieser Veranstaltungsorte…
Und ausserdem muss er die oder auch die ANK nicht ansprechen in diesem bericht. Eine positive Erwähnung wäre schön, is aber kein muss in dieser vorlage. Aber ich sehe mich verpflichtet es zu tun.
Zum Anderen warf er mir vor ich würde die Antifa als einzigen Grund nennen warum Darmstadt diesen ruf habe. Wenn man allerdings meine Rede so liest steht da das „ALLE“ zusammen stehen und net „alle Subkulturen“ oder Antifas. Und wenn man genau zuhört/liest steht dort Antifaschten und nicht Antifa. Denn die Antifa ist eine Gruppe, Antifaschist ein Mensch mit einer Einstellung. Das können auch DGBler SPDler Grüne oder nicht organisierte Menschen sein…
Naja auf meinen Einwand mit Antifa und Antifaschist durfte ich mir sagen lassen, dass er hier keine theoretischen Diskusionen führe, da er dies bereits vor 30 Jahren an der Uni getan hat…

Aber immerhin sicherte er mir im Zwiegespräch zu, dass wir bei dem Thema auf der selben Seite stünden, was in anbetracht der Anzeige der NPD gegen ihn und seinem Umgang damit auch sehr glaubwürdig ist.

Ein Kommentar

  1. super rede!
    Ich denke das der OB tatsächlich nicht richtig zugehört hat.
    Denn du hast lediglich darauf aufmerksam gemacht, das das große ganze auschlaggebendn dafür ist, das darmstadt so einen schlechten ruf in nazikreisen hat.
    Als eines von vielen beispielen der bericht eines npd porschefahrers, der schon den weg von der autobahn in die parkgarage als luisencenters kompliziert empfand.
    Obwohl „immer geradeaus“ doch dem programm der npd liegen müsste ;o)):
    http://ds-aktuell.de/?p=1950

    Mit li(e)bertären, antifaschistischen grüßen, der jörg d.

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