HOHLHEIM – MADONNA

STAVO am 30.9.11
Jürgen Barth

Wir alle wissen, die Holbein Madonna ist vom Schrauben- Würth für 53 000 000 € aufgekauft worden. Eine Madonna, die früher bei uns im Darmstädter Schloss hing und nun von Donatus, dem Nachfahren des Darmstädter Großherzogs, an den Schrauben-Würth nach Schwäbisch Hall verkauft wurde.
Heute im Darmstädter Parlament jammern genau die Parteien und ihre Vertreter, die das ganze Ding mit der Madonna versemmelt haben.

CDU – Corts, der Kulturminister, hat der Madonna in Frankfurt nach der Entführung aus Darmstadt Unterschlupf gewährt. Er hat es versäumt, mit dem großherzoglichen Donatus einen Vertrag über die Rückführung nach Darmstadt zu schließen. Vielmehr handelte Corts nach dem Motto: einem adeligen Ehrenwort darf man nicht misstrauen.

FDP-Frau Ruth Wagner hat sich ihrer wunderbaren Beziehungen zum großherzoglichen Haus stets gerühmt. Sie hat keinen Termin ausgelassen, wo sie bei den dortigen Damen und Herren herumschlawänzeln konnte. Und das, obwohl sie weiß, dass diese großherzoglichen Nachfahren die Kohle in New York und Marbella und auf Nordhessens Schlössern auf den Kopf hauen.

Und der SPD-Peter Benz, dem trotz Bemühungen nix gelungen ist. Er hat dem Anwalt von Keukeler 110 000 € gezahlt, obwohl dem auch nichts gelungen ist! (hot er wenigstens woss gespendet?) Und jetzt verlangt der Baby-Benz, diesem Anwalt noch mal schlechtem Geld gutes hinterher zuwerfen! Genau der soll jetzt irgendwas Rechtliches herausholen.

Diese Truppe, diese Damen und Herren, haben nix erreicht, vergießen aber Tränen über Tränen. Letztlich sind sie schuld, dass die Darmstädter Madonna futsch ist. Die Madonna für deren Ausleihe nach Basel manche Darmstädter Kinder in den 50er Jahren in die Ferien gefahren sind.

Diese – leider 1918 nicht enteignete großherzogliche Truppe – treibt weiter ihr Unwesen in Darmstadt! Seit neuestem will sie den Kranichsteiner Reiterhof, wo sie Eigentümer ist, leer räumen und verkaufen. Der Kranichsteiner Reiterverein steht so vor dem Ruin, nur weil Herr Donatus noch mal Nachschubkohle braucht – die 53 000 000 € von der Madonna sind wohl schon futsch.

Der Feind steht rechts! Dieses ganze großherzogliche Nachwimmern hier in Darmstadt muss aufhören. Die Darmstädter Geschichte beginnt mit Georg Büchner, geht über die 1848er, zu den nach USA ausgewanderten Darmstädter Revolutionären, von den Widerstandskämpfern in der Weimarer –und Hitlerzeit bis zu den rebellierenden Darmstädter Studenten von 1968 und den heutigen Uffbassern.

  • Kurz: Reißt die Krone aus dem Darmstädter Wappen!

Dazu der Antrag der SPD:

hohlbein_spd

4 Kommentare

  1. Ich frage mich, warum die Madonna für uns so irre wichtig ist.

    Wikipedia: Das Bild entstand 1526 in Basel. Es zeigt den Basler Bürgermeister Jakob Meyer zum Hasen mit seiner bereits verstorbenen und seiner damaligen Frau, sowie seiner Tochter, die um die in der Mitte thronende Maria mit dem Jesuskind gruppiert sind. Die Bedeutung der weiteren männlichen Personen auf der linken Seite ist, wie auch die gesamte Ikonographie des Bildes, noch nicht endgültig geklärt. Das Bild gilt als Glaubensbekenntnis des katholischen Bürgermeisters, der sich damit gegen die Reformation wandte.“

    Kein Renaissance-Darmstädter ist auf dem Bild, kein damaliges Darmstadtium im Hintergrund und dann noch ein katholisches Glaubensbekenntnis, wo „wir“ doch evangelisch sind (was mir aber eigentlich egal ist). Und Hans Holbein der Jüngere hat auch nicht in Darmstadt gelebt. Da ist ja jedes Goethemanuskript darmstädterischer, weil der wenigstens mal hier durchgereist und ein Freund des Großvaters von Emanuel Merck war.

    Und es ist noch nicht einmal seit Jahrhunderten in Darmstadt oder hat eine spannende Beutekunst- oder Bilderraubgeschichte hinter sich. Nein es wurde ganz langweilig weitergereicht, verkauft, vererbt und ist seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Darmstadt.

    Das coolste, wenn überhaupt: „1967 schmückte eine Reproduktion der Dresdner Kopie des Gemäldes die Privaträume des Schurken Blofeld im Film James Bond 007 – Man lebt nur zweimal.“

  2. Wie wär´s denn, wenn Ihr Jörg und vielleicht noch die eine oder den anderen KennerIn der Materie mal zu einer Veranstaltung über das Ende der darmhessischen Monarchie, die hessische Republik und die Verhandlungen über die Fürstenabfindung (die das Haus Brabant als einziges Deutsches „regierendes Haus“ bis nach der Inflation hinzog, so dass es zu keinem Verlust kam…) einladet? Z.B. zur Feier der Amtsenthebung des Herr Großherzog durch den späteren Ministerpräsidenten Ulrich im November 1918?!

    Da könnte dann das Thema Holbein am gebührenden Platz zusammen mit den erbeuteten Nordhessischen Verwandten abgehandelt werden.

    Marc möchte ich sagen, dass man bei Kunst schon lange über „Provenienz“ spricht – eines Tages mag da auch das Vorkommen im 007 eine Rolle spielen. So was wie die Aura eines Kunstwerkes hat den historischen Zusammenhang zur Voraussetzung. Und die Madonna hat schon im Städel weniger gewirkt als im Darmstädter Schloss, und sie wird auch bei Herrn Würth eine wichtige Dimension verloren haben. Aber das ist ein weites Feld.

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