Ergänzungsantrag: Schwimmbadpreise

Alles wird teurer. Auch der Eintritt fürs Schwimmbad. In der letzten Sitzung verabschiedete die Koalition Pläne zur Preisanpassung für die kommunalen Bäder (Freibäder, Hallenbäder, Woog etc.). Zentral ist dabei, dass das bisherige Modell von Zehnerkarten und Saisontickets durch ein neues System von Prepaid-Bonuskarten und Rabattstufen ersetzt wird.

Erzielt werden soll mit der Anpassung eine verbesserte Kostendeckung, wobei Richtwerte nicht ausgereizt werden. Empfehlungen für Kommunen geben einen Deckungsgrad von bis zu 35 Prozent für Freibäder an, bis zu 40 Prozent für Hallenbäder. Mit den neuen Eintrittspreisen soll in Darmstadt für Freibäder ein Kostendeckungsgrad von 24,16 Prozent (25,04 Prozent) erzielt werden, für Hallenbäder 25,85 Prozent (vormals 23,62 Prozent). Details dazu findet Ihr hier in den parlamentarischen Beschlüssen.

Während wir die Anpassung der Eintrittspreise grundsätzlich als nachvollziehbar werten, störte uns jedoch, dass vor allem Menschen, die etwa aus gesundheitlichen Gründen (fast) täglich Schwimmsport betreiben, mit den neuen Bonuskarten überdurchschnittlich hoch belastet werden. Einen Lösungsvorschlag formulierte zu dieser Sache unser Ergänzungsantrag.

In dieser Form fand unsere Anregung zwar keine Mehrheit, in der finalen Fassung des Beschlusses erhöhte die Koalition die Vergünstigung aller Rabattstufen der neuen Bonuskarten jedoch um weitere 5 Prozent. Immerhin!

 

Ergänzungsantrag zur Magistratsvorlage 2022/0276 „Anpassung der Eintrittspreise in den Hallen- und Freibädern des Eigenbetriebes Bäder“ vom 09.09.2022

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen, der Magistrat wird beauftragt, die Einführung einer weiteren Rabattstufe mit folgenden Konditionen vorzunehmen:

Einzahlungsbetrag:  ab 600 Euro / Rabatt: 40 Prozent

Begründung: 

Die geplante grundsätzliche Anpassung der Eintrittspreise in den Hallen- und Freibädern des Eigenbetriebes Bäder ist nachvollziehbar. Dabei begrüßen wir, dass die Magistratsvorlage eine weitestgehend sozialverträgliche Preiserhöhung vornimmt und Kostendeckungsgrade von bis zu 35 Prozent nicht voll ausreizt. Denn gerade nach den pandemisch bedingten Schließungen gilt es, Angebote für Bewegung und Sport zu fördern.

Leider ist gerade für Gäste, die Bäder nicht als Freizeitaktivität besuchen, sondern aus gesundheitlichen Gründen (fast) täglich Schwimmsport betreiben, der Wegfall der Saisonkarten eine starke Belastung. Dass auch hier ein Grundumsatz höher als 1 Euro/Besuch erzielt werden muss, selbst bei täglichen Besuchen, ist nachvollziehbar. Die Preiserhöhung für regelmäßige, fast tägliche Schwimmer durch das neue System der Bonuskarte übersteigt mit über deutlich über 300% die anvisierte Erhöhung der Eintrittspreise von knapp 23 Prozent.

Wir fordern daher die Ergänzung einer weiteren Stufe mit Einzahlungsbetrag ab 600€ und 40% Rabatt. Damit es weiter ein Angebot gibt, das eine (fast) täglichen Nutzung der Hallen- und Freibäder bezahlbar hält.

Wir bitten um wohlwollende Prüfung unseres Antrags.  

Vielen Dank.  

Kerstin Lau, Marc Arnold, Sebastian Schmitt, Carmen Stockert, Till Mootz

 

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