Rodungsbeginn kelsterbacher wald

tagx_plakat.jpgMo 12.1. Kelsterbacher Wald

Ab dem 12. Januar 2009: möglicher Rodungsbeginn für den Flughafenausbau, Tag X.

Tag X ist der Tag, an dem das Gelände eingezäunt wird und/oder mit den Rodungsarbeiten begonnen wird. Tragt euch in die Alarmlisten ein!

(Infos: www.flughafen-bi.de)

2 Kommentare

  1. auuse frankfurter rundschau von 15.1.09

    Kelsterbach

    Waldbesetzercamp steht vor der Räumung

    VON MEIKE KOLODZIEJCZYK

    Sie hausen in Zelten und selbst gezimmerten Baumhütten, einige von ihnen sind schon seit dem Frühjahr mit dabei. Am 28. Mai 2008 haben Flughafenausbaugegner und Umweltaktivisten den Kelsterbacher Wald besetzt, um gegen die dort geplante Nordwestbahn zu protestieren. Manche haben sogar Weihnachten und Sylvester im Wald gefeiert und der Eiseskälte der vergangenen Wochen getrotzt. Und natürlich der Fraport, die für ihre Landebahn etwa 240 Hektar Wald abholzen will.

    Damit soll es nun „spätestens Anfang Februar“ losgehen, wie Fraport-Sprecher Klaus Busch gegenüber der FR sagte. Einen exakten Termin kann er nicht nennen, nur so viel: „Wir müssen bald anfangen, damit bis zum 28. Februar die Flächen gerodet sind, auf denen wir im Sommer arbeiten wollen.“ Aus naturschutzrechtlichen Gründen dürfen nur bis dahin Bäume gefällt werden. Erst am 1. September könnten die Rodungen weitergehen.

    Die Vorbereitungen für die Fällarbeiten sowie die Räumung des Waldbesetzercamps sind seit Montag in vollem Gange. Das Regierungspräsidium Darmstadt hatte bereits Ende 2008 für den 12. Januar die so genannte vorzeitige Besitzeinweisung der Flughafenbetreiberin beschlossen. Seitdem werden Baustraßen markiert und vorbereitet, am Dienstag haben Polizisten Bereiche des Waldes durchkämmt und nach Erdlöchern, Tunneln und Seilen gesucht. Der Grund: Die Waldbesetzer haben ein Tunnelsystem in den Boden geschaufelt, in dem sie sich im Falle einer Räumung verschanzen können – ebenso wie auf den ausgeklügelten Baumhäusern. Laut Sascha Friebe von der Interessengemeinschaft Ökoflughafen sind in den vergangenen Tagen immer mehr Unterstützer im Camp eingetrudelt, etwa 35 seien sie jetzt, „Tendenz steigend“.

    Auch die Anspannung steigt, besonders seit am Donnerstag bekannt wurde, dass der hessische Verwaltungsgerichtshof die Eilanträge der Kommunen gegen den Sofortvollzug des Planfeststellungsbeschlusses gebündelt abgelehnt hat. „Bestürzt“ hätten sie im Camp auf das Urteil reagiert, „obwohl es uns nicht überrascht hat“, sagt Friebe. „Doch an unserem Widerstand ändert das nichts.“

    Tatsächlich häufen sich die Zeichen, dass es im Wald demnächst zur Sache geht. So haben Aktivisten beobachtet, wie im Kelsterbacher Industriegebiet Taubengrund eine Hundertschaft der Polizei ein Gebäude bezogen hat, das die Fraport im vergangenen Jahr gekauft habe. Polizei-Sprecher Jürgen Linker bestätigte dies: „Es ist ja kein Geheimnis, dass wir uns für den Einsatz am Flughafen vorbereiten.“ Dafür nutzten die Beamten auch eine Liegenschaft, die von Fraport angemietet sei.

  2. ausse fr von heut 19..09:

    Gegen neue Landebahn und Terminal
    300 Demonstranten am Frankfurter Flughafen
    Von Sebastian Amaral Anders
    Als Evelin Pfister den Demonstranten vor ihrer Ansprache die Telefonnummer eines Rechtsbeistands vorliest und auf die Flugblätter mit den Verhaltensregeln im Falle einer Festnahme hinweist, müssen einige der rund 300 Demonstranten vor dem Terminal 1 schmunzeln. Trotzdem packen viele ihre Handys aus und tippen die Nummer ein. Anderthalb Stunden später werden mindestens zwei von ihnen sie auch wählen.
    Es ist ein grauer Samstagnachmittag, an dem sich ein bunter Haufen Demonstranten um 14 Uhr auf dem Busbahnhof unmittelbar vor dem Terminal 1 am Flughafen versammelt. Es sind Menschen aller Altersgruppen, von den jungen Waldbesetzern, die teils auf Stelzen, teils als Clowns verkleidet gekommen sind, über lärmgeplagte Kelsterbacher, bis zur alten Garde, die bereits vor 25 Jahren gegen den Bau der Startbahn West demonstriert hat. Als eine junge Frau, die sich Ira nennt, ans Mikrofon tritt und ein leidenschaftliches Plädoyer gegen Rodungen und für ein Leben im Einklang mit der Natur hält, entfährt es einer Mittvierzigerin: “Ach, ich wär‘ auch gerne noch so idealistisch.”
    Bei aller Heterogenität – in einem sind sich an diesem Nachmittag alle einig: Die Anmerkung des Verwaltungsgerichtshofes in Kassel (VGH), es gebe kaum einen Spielraum für Flüge zwischen 23 und 5 Uhr, sieht hier kaum jemand als positives Signal. “Das ist eine Finte, um den Protest zu schwächen”, meint etwa ein lärmgeplagter Kelsterbacher. Auch Evelin Pfister, die für die Bürgerinitiative (BI) Mainz ans Mikrofon tritt, kann dem Urteil und einem “kastrierten Nachtflugverbot” nichts Positives abgewinnen: “Unsere Forderungen stehen fest: Ein absolutes Flugverbot von 22 bis 6 Uhr, keine neue Landebahn, kein neues Terminal 3.” Für Pfister gibt es nur eine Schlussfolgerung: “Das VGH-Urteil zeigt nur, wie wichtig es ist, dass wir unser Anliegen in die eigenen Hände nehmen.”
    Als die Demonstration nach einer Stunde offiziell beendet ist, verleihen etwa 90 Demonstranten dieser Forderung Nachdruck. Angeführt von einer Samba-Gruppe ziehen sie vom Busbahnhof auf die angrenzende Zufahrtsstraße zum Ankunftsbereich des Terminals. Die Polizei riegelt die Straße ab und fordert die Demonstranten auf, die Blockade zu beenden. Nach einer halben Stunde drängen die Beamten den Protestzug von der Straße, zwei Aktivisten, die sich zur Wehr setzen, werden vorübergehend festgenommen. Weitere sieben mutmaßliche Aktivisten werden nach Polizeiangaben am Tor 31 zur Cargo City Süd festgenommen, das sie mit einer Sitzblockade versperren wollten.

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