Aufruf zum sozialrevolutionären und antinationalen Block

aufkleber_28_maerz_klein.jpgAuf der Krisen-Demo am 28.03. in Frankfurt/M
Treffpunkt um 12.00 uhr senckenberganlage/beethovenplatz ffm/bockenheim

krise.blogsport.de

Die Wirtschaftskrise, an deren Beginn wir stehen, ist die schwerste Krise seit dem Crash der Weltwirtschaft in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts. Damals war der Finanz krach 1929 erst das Vorbeben der großen Krise, mit Millionen von Arbeitslosen und massenhafter Verelendung. Kommen wie damals die dicken Brocken also erst noch in den nächsten ein, zwei Jahren auf uns zu?

Verantwortlich für die Krise sind nicht einfach irgendwelche gierigen Finanzmanager und Spekulanten. Auch nicht die ArbeiterInnen in den USA, die ihre Häuser mit Krediten kaufen mussten, die sie nicht zurückzahlen konnten. Es ist die “freie Marktwirtschaft” selbst, das kapitalistische Wirtschaftssystem, das immer wieder eine Überproduktion an Waren erzeugt, die keine Käufer mehr fi nden. Hinzu kommt, dass das Kapital durch die Produktion von Waren, also durch die Ausbeutung unserer Arbeit, keinen „ausreichenden“ Profit mehr erzielt und deshalb z. B. lieber in spekulative „Finanzprodukte“investiert hat.
Kapital und Politik wollen nun die Lösung ihrer Krise auf unsere Kosten betreiben. Beide wollen marode Banken und Firmen retten, damit sie an der Macht bleiben und uns weiter aus plündern können. All die hunderte von Milliarden, die sie jetzt für Rettungs- und Konjunkturprogramme ausgeben, sind kein Spielgeld. Wir und die Generationen nach uns sollen sie durch Lohnkürzungen, Arbeitszeitverlängerungen, neue Abgaben, mehr Steuern, Einsparungen und Kürzung von Sozialleistungen bezahlen.
Noch kann niemand wirklich sagen, ob wir gerade den Anfang vom Ende des Kapitalismus erleben, oder ob sich dieser auf Kosten der Ausgebeute ten dieses Planeten “gesundgeschrumpft” und “modernisiert” aus dieser tiefen Krise erheben wird. Viele Menschen fangen aber gerade an, die Dinge klarer zu sehen und zu verstehen, dass die “soziale Marktwirtschaft” – also der Kapitalismus im Normalbetrieb – auch jenseits seiner Krisen genug gesellschaftliches Elend rund um den Globus hervorbringen: stumpfsinnige Lohnarbeit, Erwerbslosigkeit, psychische Erkrankungen, Krieg, Umweltzerstörung, Hunger, Durstund Tod.

  • Wir können auch anders!

Was auch immer jetzt passieren wird, die Dinge hängenganz wesentlich von uns ab! Es gibt keine Alternative zur sozialen Revolution! “Wir, die Arbeiter haben all diese Paläste und Städte in Spanien, Amerika und überall sonst gebaut. Wir, die Arbeiter, können neue an ihrer Stelle bauen. Und bessere! Wir fürchten uns nicht im geringsten vor den Ruinen.
Wir werden die Erben der Erde sein, da gibt es nicht den leisesten Zweifel. Die Bourgeoisie mag ihre Welt zerstören und ruinieren bevor sie die Bühne der Geschichte verlässt. Wir tragen eine neue Welt in uns, in unseren Herzen. Diese Welt wächst bereits in dieser Minute.” (Buenaventura Durruti)

Wir können weitermachen wie bisher und weiter als Teil einer Maschine funktionieren,die den Planeten zerstört und massenhaftes Elend hervorbringt

  • Wir können aber auch anders.

Wir sind es, die allen gesellschaftlichen Reichtum produzieren und durch diese Macht können wir auch dafür sorgen, dass es statt ewiger Krisen ein gutes Leben für alle auf dem Planeten gibt. Eine Gesellschaft ohne Knechte und deshalb auch ohne Herren. Eine Welt ohne geist- und gesundheitstötende Lohnsklaverei. Eine Welt, in der die Produktionsmittel, die noch benötigt werden, allen gehören.
Eine Welt ohne Lohnarbeit, Geld und ohne Grenzen. Eine solche, von den Zwängen von Kapital und Herrschaft befreite Gesellschaft, in der es Wohlstand für alle gibt – nennen wir sie einmal “libertärer Kommunismus” – werden wir aber nicht geschenkt bekommen. Wir werden sie uns Stück für Stück von denen erobern müssen, die ein Interesse daran haben, dass die gegenwärtige Klassengesellschaft auf Basis von Konkurrenz, Ausbeutung und Unterdrückung weiterbesteht und verwaltet wird.
Alles muss man selber machen!
Wenn wir nicht einfach nur weiter Opfer der Krisenprogramme sein wollen, müssen wir damit beginnen, uns selbst zu organisieren. Sonst dulden wir, das andere über unser Leben bestimmen und es gegen uns verwenden. Wir brauchen ArbeiterInnen-Syndikate in den Betrieben um uns vor den Zumutungen der täglichen Ausbeutung zu schützen und als Schule und Hebel, um die Maschine anzuhalten. Wir brauchen Komitees und Versammlungen in den Stadtteilen und Jugendzentren, um uns besser vor den zu erwartenden Entmietungen, Strom- und Gasabschaltungen schützen zu können. Wir brauchen selbstverwaltete Strukturen und Räte in allen Bereichen der Gesellschaft, um den Einfluss von Politik und Bürokratie Stück für Stück zurückzudrängen.
Das ist ein Anfang, um der Krisenbewältigung auf unserem Rücken einen Strich durch die Rechnung machen. Letztlich aber brauchen wir eine soziale Revolution und eine konkrete Perspektive, die sie mit unseren täglichen Kämpfen verknüpft. Auf dem Weg dorthin sollten wir schon einmal versuchen, einige Selbstverständlichkeiten durchzusetzen:

  • Keine Rettungspakete für Banken, Unternehmer und Reiche
  • Weg mit Hartz IV und Zwangsarbeit
  • Freier Zugang zur Bildung für alle und keine Studiengebühren
  • In allen Branchen mindesten 15 Euro Stundenlohn
  • Umverteilung existierender Lohnarbeit durch Senkung der Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich
  • Leiharbeit abschaffen
  • Rente spätestens mit 60 Jahren

V.i.S.d.P. Rolf Schneider, Mühlgasse 13, Frankfurt/Main
Kommt zum sozialrevolutionären Block auf der Demo am Samstag, dem 28. März 2009 nach Frankfurt/Main. Treffpunkt um 12 Uhr in Bockenheim (Senckenberganlage/Beethoven Platz). Gewerkschaft für alle Berufe ¬ˆ‘       www.fau.org
wir blechen nicht für ihre krise!

2 Kommentare

  1. artikel ausse rundschau von heut:

    Demo

    Eure Krise, unsere Krise

    VON JAN NIKLAS KOCKS

    Die dicke Rechnung kommt zum Schluss, davon ist Katinka Poensgen von der Frankfurter IG Metall überzeugt. Die Gewerkschafterin befürchtet, dass es bald nach der Bundestagswahl im September 2009 zu Massenentlassungen in zahlreichen Betrieben kommen wird. Spätestens dann schlage die Wirtschaftskrise voll auf die Arbeitnehmer durch, so Poensgen.

    Unter dem Motto „Wir zahlen nicht für eure Krise“ ruft jetzt ein breites Bündnis von gewerkschaftlichen, politischen und sozialen Bewegungen für Samstag, 28. März, zu Protesten in Berlin und in Frankfurt auf. Die Beteiligten wünschen sich ein anderes Wirtschafts- und Finanzsystem, wollen die Verluste einzelner Banken und Unternehmen nicht sozialisiert sehen und ihre Ablehnung der aktuellen Politik auf die Straße tragen.

    Bisherige Lösungen führen nur in die Irre

    Werner Rätz von der Organisation attac ist der Meinung, dass die bisherigen Lösungsvorschläge für die Krise allesamt in die Irre führen, er sieht in ihnen keinen Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit. Jochen Nagel von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft pflichtet ihm bei, er verweist auf die vergleichsweise niedrigen Bildungsausgaben in Deutschland, auf diesem Gebiet sieht er massiven Nachholbedarf. Zwar sei er nicht grundsätzlich gegen die staatliche Rettung einzelner Unternehmen, betont der Pädagoge, es sei aber schon mehr als verwunderlich, warum Geld, welches an den Schulen und Universitäten seit Jahren fehle, ohne jede Diskussion in die maroden Banken fließe.

    Die Veranstalter rechnen am kommenden Samstag allein in Frankfurt mit über 20.000 Teilnehmern. Gemeinsam will man von zwei Startpunkten aus zum Römerberg ziehen. Um 12 Uhr geht es am Hauptbahnhof und an der Bockenheimer Warte los, Redner der verschiedenen beteiligten Gruppen wenden sich dort in kurzen Beiträgen an die Teilnehmer. Um 15 Uhr beginnt dann die große Abschlusskundgebung auf dem Römerberg, dort sprechen dann unter anderem Jutta Sundermann von attac und Oskar Lafontaine, Vorsitzender der Partei Die Linke, zum Publikum.

    Kirchengruppen und Grüne marschieren mit

    Mitorganisator Willi van Ooyen (Die Linke) zeigte sich am Donnerstagmorgen sehr zufrieden mit dem bisherigen Stand der Rückmeldungen. Er freue sich, dass man zuletzt auch einige kirchliche Gruppen und Umweltorganisationen sowie die Grünen zur Unterstützung der Demo gewonnen habe. Sogar Banker sollen am Samstag mitdemonstrieren: Angestellte der großen Frankfurter Finanzhäuser haben sich über ihre gewerkschaftlichen Vertrauensleute angekündigt, sie sehen sich inzwischen auch von der Krise betroffen.

    Die Demonstration „Wir zahlen nicht für eure Krise“ soll nach dem Willen der Veranstalter erst der Auftakt zu einer ganzen Reihe von Veranstaltungen sein. Am 1. Mai möchte man durch das Frankfurter Bankenviertel ziehen, für den 17. Juni ist ein großer Bildungsstreik an Schulen und Hochschulen geplant. Vertreter der Schüler und Studenten werden bereits am Samstag erwartet, sie wollen ihre Ideen und Konzepte vor einem großen Publikum präsentieren. Auch sie möchten nicht diejenigen sein, die am Ende die Rechnung tragen müssen.

  2. ausse rundschau:
    (mit fotos unter: http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/frankfurt/1702647_Demo-in-Frankfurt-aepfel-und-Eier-fuer-Lafontaine.html )

    Demo in Frankfurt

    Äpfel und Eier für Lafontaine

    Frankfurt/Main. Unter dem Motto „Wir zahlen nicht für eure Krise“ haben mehrere tausend Menschen in Frankfurt gegen die Krisenpolitik der Bundesregierung demonstriert. Nach Angaben der Veranstalter forderten rund 25.000 Demonstranten, die Banken für die Wirtschaftskrise in Haftung zu nehmen. Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmer auf rund 12.000.

    Bei der Abschlusskundgebung auf dem Römerberg forderten Redner eine gerechte Weltwirtschaftsordnung. Zu Ausschreitungen kam es bei der Rede des Linkpartei-Vorsitzenden Oskar Lafontaine. Er wurde aus der Menge heraus mit Eiern beworfen und konnte seine Ansprache nur hinter dem Schutz von Regenschirmen und Polizei-Schilden beenden. Zuvor war die Demonstration nach Polizei-Angaben friedlich verlaufen.

    Auf Transparenten und Spruchbändern der Demonstranten hieß es: „Zahlt doch selbst“, „Die Welt ist keine Ware“, „Profiteure zur Kasse“ oder „Stoppt den Bonus-Wahnsinn.“ Attac nannte die Demonstration ein klares Signal des Protests gegen die bisherige Krisenpolitik der Bundesregierung.
    Die baden-württembergische Verdi- Vorsitzende Leni Breymaier sagte bei der Abschlusskundgebung: „Jetzt sind die dran, die den Karren in den Dreck gefahren haben, die sich maß- und schamlos bereichert haben.“ Lafontaine forderte höhere Steuern für große Einkommen. Diejenigen, die die Krise angerichtet hätten, müssten auch für sie zahlen. „Wir brauchen einen Schutzschirm für Menschen“, sagte er.

    Zum Protest aufgerufen hatte ein Bündnis von mehr als 100 Organisationen, darunter Gewerkschaften, das globalisierungskritische Netzwerk Attac, Umweltverbände und die Linkspartei. Attac wertete die Demonstration als Erfolg. Die Bevölkerung habe gezeigt, dass sie eine „soziale Form der Krisenpolitik“ wolle. Nach Darstellung der Veranstalter war die Kundgebung zugleich die größte seit dem Beginn der Finanzkrise. Die Proteste fanden im Vorfeld zu dem Treffen der G20-Finanzminister am 2. April in London statt.

    Vor der Kundgebung waren die Demonstranten von Bahnhof und von der Universität auf zwei Routen mehrere Stunden durch die Stadt gezogen. Dabei passierten sie auch das Bankenviertel. Die Polizei schützte mit Hundertschaften die Eingänge der Bankhochhäuser. Die Polizei hatte im Vorfeld erklärt, sie rechne mit der Teilnahme gewaltbereiter Gruppen. (dpa)

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