Mahnwache – Freitag 09. Jan 2015, 18Uhr

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG
DER DARMSTÄDTER PARTEIEN ZUM TERRORANSCHLAG IN PARIS

CDU, Die Grünen, SPD, Die Linke, Uffbasse, Piraten, FDP und Uwiga verurteilen Islamistischen Terroranschlag in Paris charlie

und rufen auf zu einer Mahnwache und Solidaritätsbekundung am 09.01.2015 um 18:00 Uhr am Friedensplatz in Darmstadt.

Nach derzeitigem Kenntnisstand griffen islamistische Attentäter die Redaktionsräume des französischen Satiremagazins Charlie Hebdo an, das weltweit vor allem durch seine 2012 veröffentlichten Mohammed-Karikaturen Bekanntheit erlangte.

Dieses Ausmaß an sinnloser und feiger Gewalt und Menschenverachtung ist ein abscheulicher Angriff auf die Menschlichkeit und

durch nichts zu rechtfertigen. In einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft sind Presse- und Meinungsfreiheit ein Unerschütterlicher Grundsatz, der niemals aufgegeben werden darf. Unsere Gedanken sind bei den Menschen in Frankreich, unsere Anteilnahme gilt den Opfern und ihren Angehörigen.

Ein Angriff auf die Grundwerte einer demokratischen Gesellschaft ist ein Angriff auf uns alle. Als Darmstädter Parteien, sind wir von den Grundwerten unserer demokratischen Gesellschaft, von der Presse- und Meinungsfreiheit als Grundlage des friedlichen Lebens überzeugt. Wir begrüßen die eindeutige Distanzierung des Rats der Muslime in Frankreich, der den Anschlag als „barbarisch“ und Angriff auf die Demokratie und die Pressefreiheit bezeichnet hat. Dies macht deutlich, dass auch die große Mehrheit der Muslime Terrorismus und Gewalt ablehnt.

Gewalt ist ein Ausdruck von menschenverachtender Feigheit und muss konsequent mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln des Rechtsstaats verfolgt werden. Wir sind in dieser Stunde bei den Pariser Bürgerinnen und Bürgern.

Als demokratische Parteien stehen wir ein für die freie Meinungsäußerung und das Recht auf religiöse Freiheit. Wir stellen uns jedem Versuch entgegen, diesen schrecklichen Akt terroristischer Gewalt für politische Zwecke zu missbrauchen oder gar islamophobe Reaktionen damit anzuheizen. Dies verbietet sich aus Gründen der Menschlichkeit und des Respekts gegenüber den Opfern und ihren Angehörigen. In Darmstadt als weltoffener und toleranter Stadt haben Rassismus und politischreligiöser Fanatismus keinen Platz. Wir stehen für das offene Miteinander der unterschiedlichen Kulturen, Nationalitäten und Religionen und treten für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft ein.

In diesem Zuge findet am 09.01.2015 um 18.00 Uhr am Friedensplatz in Darmstadt eine Mahnwache und Solidaritätsbekundung, zum Gedenken an die Opfer des Anschlags von Paris, statt, zu welcher wir alle Bürgerinnen und Bürger einladen.

2 Kommentare

  1. Warum ich nicht auf die mahnwache je suis charlie gehen würde….

    Weil es keine mahnwache für den antifaschisten Clemént méric, von faschisten der FN ermordet oder remi fraisse, umweltaktivist, von französichen bullen ermordet gab und es dazu auch keine erklärungen der darmstädter parteien gab…

    Weil es keine strassenumbenenung der hindenburgstr. in oury jalloh str gab…

    Weil nur bürger und bürgerinnen zur mahnwache eingeladen werden….

    Weil ich nicht mit geistigen brandstiftern der etablierten politik zusammenstehen möchte,

    alteingessene parteien die das asylrecht verschärfen, abschiebungen vereinfachen, leistungen für geflüchtete kürzen,
    strukurelle verantwortlich sind für das tausendfache sterben an den aussengrenzen,

    weil der institutionelle rassismus sich auch durch übergriffe seitens staatlicher repression auf aktivist*innen der refugeeprojekte außert,
    sich zum 10 mal der unaufgeklärte mord durch deutsche polizisten an oury jalloh jährt..

    weil 2014 remi fraisse starb durch die französichen bullen, doch für ihn gab es kein gedenken, war er doch nur aktivist gegen eine menschenverachtende politik und kein satririker

    weil 2014 clemént méric starb, von 3 faschisten ermordet, kein gedenken, keine erklärung war er doch nur antifaschist, und kein jornalist

    nazis morden und der staat schiebt ab,
    und duldet und befördert die nsu, die dadurch ungehindert morden konnte

    wie kann angesichts dieser realitäten solch ein bündnis eingegangen werden,
    ihr werdet sagen, alles bekannt,
    wollen wir es nur, weil es schon bekannt nicht mehr hören, geschweige denn verändern,

    die kriterien für ein gedenken und mahnen kotzen mich an,

    dadurch verfestigt sich ein denken und handeln, das menschen einteilt, in würdig und unwürdig, oben gut unten böse,
    bürger, nicht-bürger,
    ausschlusskriterium, ist der pass, der aufenthalt,
    ich bin entsetzt das da mitgemacht wird, ohne kritik, ohne widerworte, zahm und dem diktat wir sind alle charlie unterworfen, das alles braucht es zum herrschen und bei dem versuch das gemeinsame zu finden,
    nation, betroffenheit, mitleid,
    aber bitte nur für die auserwählten, die schönen, die reichen, die wichtigen, die helden, die herrschenden

    wie ihr seht, der grad ist sehr dünn – viel spaß mit den islamhassern
    ein romantischer kritiker

  2. Hallo, ich kann den romantischen Kritiker zum Tel gut verstehen; warum jetzt und warum nicht bei anderen Personen oder Menschen. Dennoch finde ich es wichtig, Zeichen zu setzen; dass sie von anderen beurteilt auch wahllos sein können hängt damit zusammen, dass es eben Zeichen sind, die gesetzt werden. Ich bin aber auch der Meinung, dass diese wenigen Zeichen alle anderen, die brutal zum Tode kommen, wie gerade wieder in Frankreich die Getöteten in einem jüdischen Geschäft, mitmeinen und mitnennen müssen. Es ist vor allem ein Zeichen, wo alle Menschen guten Willens miteinander sich verbinden um mal über viele Unterschiede hinweg zu zeigen: wir stehen auf gegen Gewalt und Terror – dass das alles nicht genug ist, ist leider so. Da müsste man jeden Tag aufstehen. Ich bin nicht dafür, dass Menschen eingeteilt werden in würdig und unwürdig; ich finde es gut, wenn wir auch wieder lernen aufzustehen, zusammen zu stehen – dass das auch nur ein Tropfen ist, ist mir bewusst; wir müssen halt viele Tropfen werden und viele Zeichen setzen – im privaten Gespräch, öffentlich auf den Straßen, müssen die Strukturen der Demokratie nutzen – schlechtere gibt es auf alle Fälle!! Ich finde den Aufruf zu einer Mahnwache wichtig und es wird nicht das Letzte sein, was wir dagegen und für den Frieden tun werden. Vielleicht treffe ich ja doch den romantischen Kritiker. Andreas Schwöbel

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