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	<title>Welterbe &#8211; UFFBASSE!</title>
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	<title>Welterbe &#8211; UFFBASSE!</title>
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		<title>Antrag und Rede: Mindeststandards für touristische Besuche am Welterbe Mathildenhöhe</title>
		<link>https://www.uffbasse-darmstadt.de/mindeststandards-fuer-touristische-besuche-am-welterbe-mathildenhoehe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Uffbasse]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Dec 2021 08:26:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Osthang]]></category>
		<category><![CDATA[Mathildenhöhe]]></category>
		<category><![CDATA[Welterbe]]></category>
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					<description><![CDATA[Antrag für die Stadtverordnetenversammlung vom 14.12.21: Herstellung eines Mindeststandards für touristische Besuche am Welterbe Mathildenhöhe Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen, der Magistrat wird aufgefordert, an der Künstlerkolonie Mathildenhöhe grundlegende infrastrukturelle Maßnahmen zu ergreifen, um den Besuch]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Antrag für die Stadtverordnetenversammlung vom 14.12.21:</strong></p>
<p><strong>Herstellung eines Mindeststandards für touristische Besuche am Welterbe Mathildenhöhe</strong></p>
<p>Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen, der Magistrat wird aufgefordert,</p>
<p>an der Künstlerkolonie Mathildenhöhe grundlegende infrastrukturelle Maßnahmen zu ergreifen, um den Besuch des UNESCO Weltkulturerbes möglichst attraktiv zu gestalten. Darunter konkret:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>• Installation von Radabstellplätzen mit hohen Bügeln in unmittelbarer Nähe der Welterbestätte, des Museums Künstlerkolonie sowie des Hochzeitsturms.</p>
<p>• Installation von soliden Wegweisern zur Wegführung für Besucher*innen rund um das und im Kerngebiet der Künstlerkolonie Mathildenhöhe.</p>
<p>• Anbringen von Informationstafeln und an allen relevanten Stellen des Ensembles an der Künstlerkolonie in Verbindung mit einem Audio-Guide.</p>
<p>• Schaffung und Bereitstellen von angemessenen Personalressourcen, um nötige Maßnahmen kurzfristig zu realisieren und relevante touristische Angebote sicherzustellen</p>
<p>• Ausweitung des musealen Angebotes (Führungen) im Museum Künstlerkolonie als einzigem zentralen Anker-Ort bis zur Fertigstellung der Sanierungsarbeiten am Ausstellungsgebäude</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Begründung</strong></p>
<p>Mehr als vier Monate sind seit der Ernennung der Künstlerkolonie Mathildenhöhe zum UNESCO Weltkulturerbe verstrichen. Handfeste Maßnahmen, um diesem Titel auch unmittelbar gerecht zu werden, lassen jedoch auf sich warten. Vielmehr scheint das Potenzial des UNESCO Weltkulturerbe-Titels für die touristische Vermarktung in Darmstadt leichtfertig verspielt zu werden. Das erstaunt und besorgt selbst unsere Fraktion, als entschiedene Gegnerin der Welterbe-Bewerbung.</p>
<p>Der Besuch der Künstlerkolonie Mathildenhöhe lässt eine ganze Reihe grundsätzlicher Standards für historische Kulturstätten vermissen. Während das Areal weiterhin einer Großbaustelle gleicht, finden Besucher*innen weder ausreichend Wegweiser noch informierende Tafeln mit Wissenswertem zu dem vom Jugendstil geprägtem Ensemble vor. Auch an Abstellmöglichkeiten für Fahrräder mangelt es, insbesondere in unmittelbarer Nähe zum Museum Künstlerkolonie. Für Führungen durch die Ständige Sammlung im Museum Künstlerkolonie wird aktuell auf der Website <a href="http://www.mathildenhoehe.eu" target="_blank" rel="noopener">www.mathildenhoehe.eu</a> nur ein einziger Termin im Monat angeboten!</p>
<p>Wie sollen sich angesichts dieses defizitären Angebotes erinnerungswürdige Erlebnisse und positive Erfahrungen bei Besucher*innen herstellen lassen?</p>
<p>Besucher*innen der Künstlerkolonie Mathildenhöhe sind derzeit vor allem mit gravierenden Mängeln konfrontiert. Es steht zu befürchten, dass sich auf Grund dieser bereits jetzt erhebliche negative Dynamiken für das Ansehen und künftiges Marketing der Künstlerkolonie Mathildenhöhe als Teil des UNESCO Weltkulturerbes festsetzen.</p>
<p>Erfahrungsberichte von Besucher*innen in Form von Online-Reviews und in Sozialen Medien sind wirkungsmächtige Mechanismen, die sowohl für professionelle Reiseveranstalter als auch Individualreisende und Interessierte zentrale Funktionen als Entscheidungs-Weichen einnehmen und deren nachhaltige Auswirkungen nicht zu unterschätzen sind.</p>
<p>Unverzüglich gilt es daher einen Mindeststandard für touristische Besuche an der Künstlerkolonie Mathildenhöhe herzustellen, der Besucher*innen Anreise per Rad und auch Teilhabe an dem kulturell-historischen Erbe der Mathildenhöhe ermöglicht, etwa durch Zugang zu Informationen und Hintergrundwissen mittels Wegweisern, Informationstafeln, Audio-Guides, Führungen etc.</p>
<p>Wir danken für die wohlwollende Prüfung unseres Antrags.</p>
<p>Vielen Dank.</p>
<p>Kerstin Lau, Marc Arnold, Sebastian Schmitt, Carmen Stockert, Till Mootz</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Rede von Kerstin Lau zu diesem Antrag und zum Antrag <a href="https://www.uffbasse-darmstadt.de/antrag-erhalt-oha-osthang/">Erhalt OHA Osthang</a></strong></p>
<p>Wir erinnern uns alle an den legendären Nachmittag, an dem „wir“ Welterbe wurden: es war der 24.Juli 2021 gegen 15.30 Uhr.</p>
<p>An diese Entscheidung war die Bedingung der Unesco geknüpft, dass das Besucherzentrum nicht in der geplanten Nähe zum historischen Ensemble errichtet werden dürfe. Trotz eines gültigen, bestehenden Parlamentsbeschlusses, der Magistratsvorlage 2020/305 und dem Bebauungsplan 032 vom 16. Oktober 2020  sagte der OB sagte diese Änderung eigenmächtig zu. Das Besucherzentrum muss nun also an anderer Stelle gebaut und bis zum 01.02.2022 eine neue Planung vorgelegt werden.</p>
<p>Ich will jetzt gar nicht in Frage stellen, ob der OB das Recht hatte, diese eigenmächtige Entscheidung, die einen Parlamentsbeschluss einfach so aushebelte und zuwiderläuft, zu treffen, auch wenn das durchaus einer Überlegung wert wäre.</p>
<p>Wichtiger ist für uns aber, dass das Gebiet des Kulturortes OHA Osthang sowie der angrenzenden Grün-und Freiflächen, insbesondere in Richtung Fiedlerweg, erhalten bleibt. Dort ist ein kulturelles Kleinod entstanden, das als beliebter und etablierter Raum für junge, unabhängige, unkonventionelle und unkommerzielle Kultur erhalten bleiben muss.</p>
<p>Es sind genau solche Orte wie der OHA Osthang, die eine Stadt liebenswert machen. Und es gibt keine adäquate Alternativfläche in der Stadt.</p>
<p>Es wäre paradox, wenn für historische Kultur dieser wertvolle Kulturort zeitgenössischer Kultur zerstört würde. Das steht uns nicht zu. Wir bitten deshalb darum, das geplante Besucherzentrum an einem anderen Standort als dem OHA Osthang anzusiedeln.</p>
<p>Gehen wir noch einmal zurück zu diesem denkwürdigen Tag, als wir Welterbe wurden. Die prognostizierten Menschenmassen von fast 3.000 (genau: 2.700) Besuchern pro Tag, also 1 Million Gäste pro Jahr lassen auf sich warten. Und das ist auch gut so, muss man ehrlicherweise sagen.</p>
<p>Denn obwohl mit Hochdruck an der Hochzeit gearbeitet wurde, hat man irgendwie vergessen, die Braut herzurichten. Auf der Mathildenhöhe quellen morgens die Mülleimer über, es gibt keine Informationstafeln und Wegweiser, noch nicht mal Fahrradständer sind vorhanden. Als wäre es nicht schlimm genug, dass überall Bauzäune rumstehen.</p>
<p>Dazu kommt, dass die nötigen Personalressourcen fehlen, um relevante touristische Angebote sicherzustellen. Auch die Führungen im Museum Künstlerkolonie als einzigem zentralem Anker Ort müssten bis zur Fertigstellung der Sanierungen im Ausstellungsgebäude ausgeweitet werden.</p>
<p>Uns war der Welterbe Titel nie wichtig, aber nun, da wir ihn haben, sollten wir auch alles tun, um ihm gerecht werden.</p>
<p>Besucher*innen des Welterbes sind vor allem mit Mängeln konfrontiert. Und wir haben Angst, dass sich dieses negative Bild schnell in der Welt verbreiten wird. Durch negative Online-Reviews in sozialen Medien könnten sowohl Reiseveranstalter*innen als auch Individualreisende nachhaltig von einem Besuch der Mathildenhöhe abgeschreckt werden. Und diese Kritiken bekommt man nie mehr aus dem Netz. Deshalb fordern wir, dass der Magistrat unverzüglich einen Mindestandard für touristische Besuche unseres Welterbes herstellt, damit alle Anreisenden, ob per Auto oder Rad, Vergnügen an der Besichtigung der Mathildenhöhe haben.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Die Mathildenhöhe ist Welterbe – und nun?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Uffbasse]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Jul 2021 09:08:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Osthang]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtentwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Mathildenhöhe]]></category>
		<category><![CDATA[Welterbe]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist kein Geheimnis: Die Weltkulturerbe-Bewerbung der Mathildenhöhe war nie unser Ding. Gegen die Bewerbung, das Verfahren und die Auswirkungen argumentieren wir stets sachlich und entschieden – und waren dabei teilweise die einzige Fraktion in]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es ist kein Geheimnis: Die Weltkulturerbe-Bewerbung der Mathildenhöhe war nie unser Ding. Gegen die Bewerbung, das Verfahren und die Auswirkungen argumentieren wir stets sachlich und entschieden – und waren dabei teilweise die einzige Fraktion in der StaVo, die opponierte.</strong></p>
<p>Der <a href="https://www.uffbasse-darmstadt.de/mathildenhoehe-weltkulturerbe-nicht-unser-ding/">Widerstand gegen die Bewerbung</a> darf dabei nicht als mangelnde Wertschätzung für die Mathildenhöhe verstanden werden. Die Besonderheit des Ortes und die weitreichende kulturelle Relevanz sind nicht von der Hand zu weisen. Entsprechend muss die Mathildenhöhe auch gewürdigt und gepflegt werden – dazu braucht es jedoch keine Richtlinien und Vorgaben der Unesco. Hierzu hätte sich unsere Kommune auch selbst verpflichten können.</p>
<p>Durch die Anerkennung als Welterbe vergibt die Stadt jegliche eigene Gestaltungsmöglichkeit innerhalb eines festgelegten Umkreises um die Mathildenhöhe. So dürfen zum Beispiel auf einer Fläche von über 86.000 Quadratmetern rund um die Mathildenhöhe <a href="https://darmstadt.more-rubin1.de/beschluesse_details.php?vid=20201210100306&amp;nid=ni_2021-Stavo-154&amp;status=1&amp;suchbegriffe=mathildenh%C3%B6he&amp;select_koerperschaft=&amp;select_gremium=&amp;datum_von=2006-01-11&amp;datum_bis=2021-12-14&amp;richtung=ASC&amp;entry=15&amp;kriterium=be">keine Solaranlagen mehr auf Dächern installiert werden (Ausnahme: Flachdächer)</a>. Dieser Vorgabe steht das städtische Ziel, bis 2035 klimaneutral zu werden, deutlich entgegen.</p>
<p>Die Anerkennung als Welterbe ist ein Titel. Ein teurer Titel. Bislang hat die Stadt 40 Millionen Euro in das Vorhaben „Anerkennung zum Welterbe“ gesteckt. Millionen Steuergelder für Prestige auszugeben, während für relevante Dinge – zum Beispiel einer vollen Tarifbindung der in kommunalen Betrieben Beschäftigten – die finanziellen Mitteln fehlen, lehnten und lehnen wir entschieden ab.</p>
<p>Nach zehn Jahren ist das Verfahren jetzt zum Abschluss gekommen: Die Künstlerkolonie gilt offiziell als Unesco-Weltkulturerbe, das mittlerweile 1.121 Stätten rund um den Globus, 50 in Deutschland und sieben in Hessen listet.</p>
<p>So steht nun die Frage im Raum: Der Titel ist da, was folgt? Wie wirkt sich der Titel auf das Leben in Darmstadt aus, wie auf Mobilität und Tourismus? Unmittelbare Auswirkungen sind bisher überschaubar, auch weil die Mathildenhöhe derzeit einer Großbaustelle gleicht und die Sanierungsarbeiten noch weit ins Jahr 2022 reichen werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong> </strong><strong>Besuchszentrum und Osthang</strong></p>
<p>Das an der Spitze des Osthangs, direkt in der Kurve des Olbrichtwegs geplante Besuchszentrum muss neu positioniert werden. Die Unesco stellte klar: als Neubau dürfe das Zentrum nicht in dieser Nähe zum historischen Ensemble errichtet werden. Bis zum 01.02.2022 muss eine Neukonzeption nachgereicht werden.</p>
<p>Nachdem bereits die ursprüngliche Planung den Betrieb und den Erhalt der lebhaften Kulturstätte OHA Osthang zu gefährden schien, fordern wir, dass jegliche Neuplanungen für das Besuchszentrum nicht zu Lasten des OHA Osthangs sein dürfen. Diesen gilt es als beliebten und etablierten Raum für junge, unabhängige und unkonventionelle Kultur unbedingt zu erhalten und zu fördern <a href="https://www.fr.de/rhein-main/darmstadt/mathildenhoehe-und-grube-messel-gemeinsam-touristisch-vermarkten-90884822.html">(unsere Forderung hierzu wurde auch schon von der Presse aufgegriffen)</a>.</p>
<p>Der OHA Osthang ist eine wundervolle Symbiose aus Natur und Kultur. Es wäre paradox, für einen Titel zur Anerkennung historischer Kulturbemühungen einen aktuell gelebten und geliebten Kulturplatz zu zerstören. Ebenso erhaltenswert ist der östliche Teil des Hangs, der am Fliederweg abschließt. Grüner Wildwuchs und Bäume sind hier zu finden. Im eng urbanen Stadtbild eine Rarität und wertvolle innenstädtische Naturfläche. Unverzüglich müssen daher verbindliche Vereinbarungen zum langfristigen Erhalt getroffen werden.</p>
<p>Bei der Neubestimmung des Bauortes sollte daher eine bereits verdichtete Fläche gesucht werden, sodass Bäume, Grün und Lebensraum von Tieren nicht Beton weichen müssen. Anbieten würde sich dabei der Anschluss an eine Park-and-Ride-Anlage von der aus Besucher*innen den Weg zur Mathildenhöhe finden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mobilität</strong></p>
<p>Der Nordosten Darmstadts leidet unter massivem Verkehrsaufkommen. Hieran gibt es auch in der regierenden Koalition keine Zweifel, die hier ein „sehr hohes Verkehrsaufkommen“ erkennt. Wie durch ein Nadelöhr schieben sich vom Rhönring und der Innenstadt kommend Fahrzeuge auf die Zufahrt zur Bundesstraße 26.</p>
<p>„Darmstadt ist für Besucheranstieg gewappnet“, meint Oberbürgermeister Jochen Partsch in der Presse und verspricht ein „detailliertes Mobilitätskonzept“ zur Entlastung. Die konkrete Ausgestaltung dessen beziehungsweise Pläne mit weitreichender Wirkung liegen bisher jedoch nicht vor.</p>
<p>In Kraft tritt jetzt erst mal nur ein neues Modell der Parkraumbewirtschaftung. Rund um die Mathildenhöhe wird das Parken auf die Dauer von zwei Stunden beschränkt und mit fünf Euro für 30 Minuten verbucht. Für Beschäftigte der umliegenden Kliniken (Alice Hospital, Elisabethenstift, Darmstädter Kinderklinik) ein Schock. Weder sie noch die Leitungen der Kliniken wurden über die Beschränkung der Parkdauer im Vorfeld informiert oder in Gespräche einbezogen. Vor allem für die vielen aus dem Landkreis Einpendelnden fehlen jetzt Parkmöglichkeiten. Alternativen zum Pendeln mit PKW fehlen. Wohnorte der Beschäftigten im Kreis sind teils ganz ohne ÖPNV-Anschluss, neue Parkhäuser der Kliniken für das Personal noch im Bau.</p>
<p>Darüber hinaus wurde nur ein kleiner Shuttlebus-Dienst eingerichtet. Dieser bringt Interessierte vom Darmstadium aus, über den Ostbahnhof, direkt an den Olbrichweg an die Mathildenhöhe. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität ein attraktives Angebot (sonntags ist die Fahrt übrigens kostenfrei). Wer jedoch zu Fuß unterwegs ist, erreicht den Hochzeitsturm mitunter jedoch schneller.</p>
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<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Tourismus</strong><strong> </strong></p>
<p>Womöglich erübrigt sich die Notwendigkeit für das Mobilitätskonzept jedoch auch. Den Versprechungen und Erwartungen für den örtlichen Tourismus, die von Befürworter*innen der Bewerbung ins Feld geführt werden, stehen harte Realitäten gegenüber.</p>
<p>Jährlich eine Million Gäste erwartet die Stadt künftig an der Künstlerkolonie. Das entspricht einem Zuwachs von einem Drittel an touristischen Besuchen. An der Grube Messel, die 1995 in die Unesco- Welterbeliste aufgenommen wurde, konnten die erhofften Besucher*innenzahlen nie erreicht werden. 40.000 Gäste pilgern jährlich an die Fossillagerstätte – als vor zehn Jahren dort das neue Besuchszentrum eingeweiht wurde, rechnete das Land Hessen mit 100.000 Gästen pro Jahr.</p>
<p>„Die Hotel- und Gastronomiebranche, aber auch unser Messebetrieb im Darmstadtium werden hierdurch einen deutlichen Zuwachs erfahren. Ich bin mir auch sicher, dass die Unternehmen sich von diesem Erfolg und den historischen Impulsen der Mathildenhöhe Darmstadt inspirieren lassen“, prognostiziert Oberbürgermeister Jochen Partsch in einem aktuellen Interview mit der Frankfurter Rundschau.</p>
<p>Bei solch überschwänglichen Versprechungen zwingen sich Zweifel nahezu auf. Und das nicht nur bei uns als politischem Kontrahent. Sogar die Branche selbst zeigt sich wenig beflügelt!</p>
<p>Reserviert wird Christine Friedrich, Südhessenchefin des Bundesverbandes Dehoga (Deutsche Hotel- und Gaststättenverband e.V.) im Darmstädter Echo zitiert: „Allheilmittel wird aber auch der Welterbe-Titel nicht.“ Vielmehr werde es eine große Herausforderung sein, um Tourist*innen nach dem Besuch der Mathildenhöhe auch zu einer Übernachtung zu bewegen. Ihr Kollege Frank Koch, Direktor des Hotels Best Western, reagiert ebenfalls verhalten und wertet den Titel nur als „stillen Werbefaktor“.</p>
<p>Die Entwicklungen rund um die Mathildenhöhe gilt es daher weiterhin mit Skepsis zu beobachten. Werden sich die Hoffnungen erfüllen oder doch als wenig seriös offenbaren? Was meint Ihr?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelfoto: Lapping on Pixabay</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Warum wir die Bewerbung für das Weltkulturerbe kritisch sehen und nicht zustimmen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Schmitt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Dec 2019 09:32:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Osthang]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtentwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Mathildenhöhe]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtkrone]]></category>
		<category><![CDATA[Welterbe]]></category>
		<category><![CDATA[Weltkulturerbe]]></category>
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					<description><![CDATA[&#160; Warum wir die Bewerbung für das Weltkulturerbe kritisch sehen und nicht zustimmen: Die Bewerbung ist eine überflüssige, freiwillige Leistung, die den Haushalt belastet und keinen Mehrwert für die Darmstädter Bevölkerung hat. Es gibt kein]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p>Warum wir die Bewerbung für das Weltkulturerbe kritisch sehen und nicht zustimmen:</p>
<ul>
<li>Die Bewerbung ist eine überflüssige, freiwillige Leistung, die den Haushalt belastet und keinen Mehrwert für die Darmstädter Bevölkerung hat.</li>
<li>Es gibt kein überzeugendes Verkehrskonzept, dass die erwarteten Mengen an Menschen zur Mathildenhöhe transportieren kann. Die Zubringerstraßen rund um die Mathildenhöhe sind nicht dazu geeignet, noch mehr Verkehr aufzunehmen.</li>
<li>Der Umweltbericht zur Bebauung des Osthangs ist nicht besonders positiv. Angefangen von Brutplätzen für verschiedene Arten von Vögeln, die teilweise besonders geschützt sind, über die Besiedlung des Gebiets mit Fledermäusen, das Wegfallen naturnaher Biotope bis hin zur Fällung von teils alten und ökologisch wertvollen Bäumen werden Fakten geschaffen, die dem Klimaschutz konträr gegen überstehen.</li>
<li>Das ganze Gebiet um die Mathildenhöhe ist weitläufig nicht mehr entwickelbar, sobald die strengen Auflagen der UNESCO gelten. Stadtentwicklung kann dort nicht mehr stattfinden.</li>
<li>Die Mathildenhöhe ist ein wichtiges Freizeitgebiet für die Darmstädter Bevölkerung. Die Mathildenhöhe muss ohne Eintrittskosten für die Darmstädter begehbar sein.</li>
<li>Die Bewerbung um das Weltkulturerbe hat bis heute gekostet: 700 000 Euro Planungskosten, 23 Mio Euro Sanierung der Kunsthalle (die zwar sowieso saniert hätte werden müssen, aber nicht so aufwendig. Viele der Kosten, wie z.B. für die Fenster und den speziellen Putz sind auf die Bewerbung zum Welterbe zurückzuführen), 8 Mio Euro für das Besucherzentrum, unbekannte Kosten für den angedachten Shuttle Service plus unzählige Arbeitsstunden in der Verwaltung. Zeit und Geld, dass man besser für die Bedarfe der Darmstädter Bürgerschaft hätte einsetzen können.</li>
</ul>
<p>Unser Fazit: mit der Ernennung zum UNESCO Weltkulturerbe sind große Hoffnungen auf den Anstieg des Tourismus und einen Prestigegewinn für die Stadt verbunden, die, sollten sie sich erfüllen, eine deutliche Mehrbelastung für die Bevölkerung mit sich brächten.</p>
]]></content:encoded>
					
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