Zur Situation der Skater in Darmstadt

guude zamme,

heute (31.7.08) war ein artikel in der frankfurter rundschau der uns veranlasst hat erneut zur situation der skater stellung zu nehmen.

Im anschluss der rundschau artikel und unsere pressemitteilung

beste grüße

der jörg d.

Kein Platz für Skater
Darmstadt Ordnungsamt vertreibt Jugendliche vor dem Staatstheater
Von Frank Schuster
Pablo ist zwölf. Wie so viele Jugendliche seines Alters fährt er gerne Skateboard. Ein beliebter Platz für die Skaterszene der Stadt: die Georg-Büchner-Anlage vor dem Staatstheater. Am vergangenen Freitag war er dort wieder, mit einem Freund, drei weitere Skater waren noch da. Dann fuhr plötzlich der Wagen des Ordnungsamts vor, die Mitarbeiter stiegen aus, sagten: “Geht sofort hier weg, hier dürft ihr nicht skaten.” Einer der Jungen widersetzte sich der Aufforderung, die städtischen Bediensteten nahmen seine Personalien auf. So erzählt es Pablo.
Die Stadtpressestelle bestätigt, dass das Ordnungsamt am Freitag gegen Skater vorgegangen sei und Personalien aufgenommen habe. “Grund waren Lärmbeschwerden aus der Nachbarschaft sowie eine Beschwerde des Staatstheaters, dass es Aggressionen gegen Besucher gegeben habe”, sagt Stadtpressesprecherin Sigrid Dreiseitel. Das Ordnungsamt habe in den vergangenen Tagen fast täglich kontrolliert und Platzverweise ausgesprochen.
Pablos Vater, Albrecht Pfohl, ist empört: “Dass sich Darmstadt dadurch gegenüber den Bürgern nicht gerade kinder- und jugendfreundlich gibt, liegt auf der Hand. Scheinbar will die Stadt lieber Jugendliche haben, die vor dem Langen Ludwig auf dem Luisenplatz herumlümmeln, anstatt sinnvoll die Freizeit zu verbringen.”
Verbot am Darmstadtium
Pablo berichtet, dass er und seine Clique auch von den anderen für Skater infrage kommenden Plätzen in der Stadt vertrieben würden: vor dem Finanzamt, dem Darmstadtium und der Sparkasse in der Hügelstraße. “Es gibt in Darmstadt für diese bei Jugendlichen sehr beliebte Freizeitbeschäftigung keine ausgewiesenen Plätze oder spezielle Anlagen”, sagt Pablos Vater. Die Skate- und BMX-Anlage am Jugendstilbad sei für Skateboardfahrer nicht geeignet.
Das bestätigt auch Marcus Stöckel, Vorsitzender des 1. Darmstädter Skate- und BMX-Vereins, der die Anlage betreibt. “Nur eine Rampe ist für Skateboardfahrer nutzbar”, sagt er. Die anderen hätten einen rauen Teerbelag, den BMX-Radfahrer mögen, nicht aber Skater. Zudem sei die Anlage vollkommen überlastet. “An Wochenenden sind da manchmal hundert Leute drauf.” Der Bedarf für eine Skateboardanlage sei da. “Darmstadt ist eine große Stadt und hat ein Rieseneinzugsgebiet.”
Im Zuge des – inzwischen gestoppten – Projekts der Darmbachoffenlegung gab es Überlegungen, eine neue Anlage zu bauen, etwa im Bürgerpark. Dieser Plan liegt auf Eis. Dass es in Darmstadt zurzeit keinen Platz für Skateboardfahrer gibt “ist der Stadt bekannt”, sagt Jugenddezernent Jochen Partsch (Grüne). Angesichts der vom Regierungspräsidium erteilten Sparvorgaben könne er “aber zurzeit keine Versprechungen machen” und habe keine “kurzfristige Lösung”.

PRESSEMITTEILUNG von UFFBASSE

Betrifft: (kein) Platz für Skater

Sehr geehrte Damen und Herren,

ein heute (31.7.08)   in der Frankfurter Rundschau erschienener Artikel in dem beschrieben wird, das Kinder und jugendliche Skater immer wieder von Mitarbeitern des Ordnungsamtes verjagt werden, bestätigt unsere seid langem formulierten Befürchtungen.

Da ein Platz in der Stadt fehlt auf dem Skater ihrem Sport nachgehen können, lässt sich natürlich nicht vermeiden, dass diese sich selbst Freiräume suchen.
Die Anlage am Jugendstilbad ist bekanntermaßen für Skater ungeeignet und es gibt in Darmstadt keine Alternative.
Einerseits sollen Heranwachsende sich sportlich betätigen, andererseits wird ihnen auch in diesem Falle keine Möglichkeit dafür geboten.
Aufgrund der schon über Jahre andauernden Diskussion und Bemühungen um Abhilfe ist es beschämend, das hier nichts passiert.
Die Jugendlichen haben schon mehrfach bei der Stadt vorgesprochen und sich auch bereit erklärt beim Betrieb und der Pflege des Platzes einzubringen (wie auch im Falle des BMX Platzes am Jugendstilbad).
Wie schwer muss es zu verstehen sein, wenn aufgrund der fehlenden Möglichkeit die Freizeit sinnvoll zu verbringen und auch Aufgrund des Verjagens durch “Ordnungskräfte”, des “nirgends Erwünscht seins”, die Interessen umschlagen und sich Aggression und Frust breitmachen.
Skaten ist schon lange keine Randsportart für Minderheiten mehr, was ja schon die hohe Anzahl der Skater über Jahrzehnte beweist.
In Darmstadt hatten wir Mitte der achtziger Jahre ein großes selbstverwaltetes Skateboard und BMX Zentrum im Schlachthof.
Das wurde abgerissen und Ersatz versprochen, Ersatz auf den heute noch gewartet wird.
Das Bedarf für eine Skateanlage besteht ist der Stadt nicht neu sondern schon über 20 Jahre bekannt und bis heute ist hier nichts greifbares unternommen worden.

Auf Kosten der Skater und genervter Anwohner.

Dies lässt uns leider wieder in unsere übliche Litanei zu verfallen.

Wie kann es sein, das kein Geld für eine Skateanlage da ist, wenn fast eine halbe Million Euro für eine künstliche Darmbachbetonrinne vorm Darmstadtium aufgebracht werden kann?
(Leider nur ein Beispiel von Vielen)

Die bange Frage ist.
Wie werden die Schwerpunkte gesetzt?
Wo entwickelt sich Darmstadt hin?

Die Fraktion UFFBASSE fordert die Stadt Darmstadt auf dafür zu Sorge zu tragen, das die Bedürfnisse der Menschen nicht imWissenschafts-Weltstadtsaufbautaumel untergehen.

Das betrifft nicht nur die Skater. Von den “Einsparzwängen” sind Sportvereine, Sportstätten, Jugendeinrichtungen, Kulturvereine und vielerlei hier nicht weiter aufgezählte für alle Bürger liebgewonnene Institutionen betroffen.

Es sollten auch die ehemaligen “Titel” unserer Stadt nicht vergessen werden “Stadt der Kultur und Künste” und auch “Stadt im Walde”.

Unsere Vision für die Zukunft wäre eine “Wohlfühlstadt Darmstadt”, da gibt es aber noch viel zu tun.
Jörg Dillmann      Fraktionsvorsitzender
Jürgen Barth      Stadtverordneter
Kerstin Lau      Stadtverordnete
Julius Geibel      Stadtverordneter
Alexander Nebhuth    Stadtverordneter

4 Kommentare

  1. Frankfurter Rundschau vom 2.8.08

    Platzverweise für Skater
    Darmstadt Fraktion Uffbasse fordert Anlage
    Die Fraktion Uffbasse kritisiert den Umgang der Stadt mit jungen Skateboardfahrern. Wie die FR berichtete, vertreibt das Ordnungsamt sie regelmäßig von Plätzen, unter anderem vor dem Staatstheater. Es gibt jedoch keine für Skateboardfahrer geeignete Anlage in der Stadt.
    “Aufgrund der schon über Jahre andauernden Diskussion und Bemühungen um Abhilfe ist es beschämend, dass hier nichts passiert”, teilt die Fraktion in einer gemeinsam unterzeichneten Presseerklärung mit. Die Jugendlichen hätten schon mehrfach bei der Stadt vorgesprochen und sich bereit erklärt, sich beim Betrieb und der Pflege einer Skateranlage einzubringen, ähnlich wie dies bei der BMX-Anlage am Jugendstilbad der Fall ist. “Aufgrund der fehlenden Möglichkeiten, die Freizeit sinnvoll zu verbringen, des Verjagens durch ,Ordnungskräfteˆ“ und des ,Nirgends-erwünscht-Seinsˆ“,” sei es nur zu verständlich, so die Fraktion, wenn “die Interessen umschlagen und sich Aggression und Frust breitmachen”.
    Skaten sei schon lange keine Randsportart für Minderheiten mehr. In Darmstadt habe es Mitte der achtziger Jahre ein großes selbstverwaltetes Skateboard- und BMX-Zentrum im Schlachthof gegeben. Das sei abgerissen und Ersatz versprochen worden. “Ersatz, auf den heute noch gewartet wird.” Dass Bedarf für eine Skateanlage bestehe, sei der Stadt schon seit mehr als zwanzig Jahren bekannt. Bis heute habe sie nichts Greifbares unternommen.
    “Wie kann es sein, dass kein Geld für eine Skateanlage da ist, wenn fast eine halbe Million Euro für eine künstliche Darmbachbetonrinne vorm Darmstadtium aufgebracht werden kann?”, heißt es in der Pressemitteilung. frs

  2. es müsste keine neue anlage gebaut werden da wir eine skateboard taugliche anlage in darmstadt haben,doch diese gehört den amis aber da die amis ja fast alle weg sind und in der kaserne eh nix mehr los ist könnte die anlage ja nun für uns geöffnet werden.denn ich glaube nicht das die amis die aus dem boden reissen und die mit nehmnen

  3. ich bin selber skater und finde es könnte mal kompromisse zwischen skatern und ordnungsamt geben.die anlage am jugendstilbad,tja da werden die meisten skater von den bmxern vertrieben.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.