Vortragsreihe zu „studentische Verbindungen“, 14.07. , 20h

bur02.jpg„Alte Herren, Neue Rechte – Studentenverbindungen als Ausdruck Deutscher Normalität“ – Vorträge und Diskussion mit Jörg Kronauer („Konkret“, „Der Rechte Rand“, „Jungle World“) und Dr. Stephan PetersIm Rahmen der Veranstaltungsreihe „Alte Herren, Neue Rechte – Studentenverbindungen als Ausdruck deutscher Normalität“ organisiert die Anti-Nazi-Koordination Darmstadt in Zusammenarbeit mit den Darmstädter ASten 2 Vorträge über Studentenverbindungen sowie einen antikorporierten Stadtrundgang. Die Vorträge finden am Montag, 16. Juni , 19h!! sowie am Montag, 14. Juli , 20h! im Schlosskeller statt.Hintergrund:Aufgrund der hauptsächlich technischen Studiengänge in Darmstadt sind die Darmstädter Verbindungen nicht so offen politisch aktiv wie z.B. in Marburg, Gießen oder Göttingen. Nichtsdestotrotz ist Darmstadt mit ca.30 Korporationen ein Zentrum studentischer Verbindungen in Hessen. Es gibt mindestens eine rechtsradikale Burschenschaft, die alte Deutsche Darmstädter Burschenschaft Germania. Sie gehört dem Dachverband der Deutschen Burschenschaft an, verlinkte bis vor kurzem auf die Junge Freiheit.  

Einige Mitglieder vertreten die Meinung, dass die Deutsche Wiedervereinigung erst abgeschlossen ist, wenn die deutschen Ostgebiete zurückgewonnen werden.Die Darmstädter Gildenschaft Fidelitas-Karlstein ist dem Dachverband der „Deutschen Gildenschaft“ organisiert. In der Salzburger Erklärung vom27.09.1992 ist unter anderem zu lesen:„Die deutsche Einheit wurde um den Preis des schmerzlichen Verzichtes auf die Ostgebiete und das Sudetenland erreicht. Volksgruppenrechte für die dort verbliebenen Deutschen sind nur in Ansätzen, Heimatrechte für die Vertriebenen überhaupt nicht verwirklicht. Dadurch bleibt die europäische Rechtskultur dauerhaft belastet.“ Im Sommer letzten Jahres gab es einen gewalttätigen Angriff auf Andersdenke ausgehend von Korporierten der Darmstädter Landsmannschaft Normannia.Mitglieder der Katholischen Deutschen Studentenverbindung Nassovia organisierten die Unternehmenskontaktmesse Konaktiva mit. Warm-Up Gespräche, Bewerbungstrainings etc. fanden zum Teil auf dem Haus der Verbindung statt. Es ist zu vermuten, dass dies auch der Rekrutierung neuer Mitglieder dienen sollte.Wir wollen mit dieser Veranstaltungsreihe aufklären über Organisationsstrukturen, Geschichte und Traditionen von Studentenverbindungen. Es soll aufgezeigt werden, inwieweit studentische Verbindungen sexistisch, nationalistisch und elitär sind. Ziel ist nicht, alle Verbindungen als rechtsradikal oder faschistisch zu diffamieren, es soll ein kritischer Gesamtüberblick über das komplexe System „Studentenverbindung“ gegeben werden.Referenten:Montag, 16.Juni – 19h / Schlosskeller: Jörg Kronauer

Jörg Kronauer, Sozialwissenschaftler und freier Journalist („Jungle World“, „Konkret“, „Der rechte Rand“) aus Köln, referiert über Geschichte, Organisationsstrukturen und Traditionen der Studentenverbindungen und wird darüber hinaus am Beispiel der ultrarechten Burschenschaft „Dresdensia Rugia“ aus Gießen einen Einblick geben in die Welt der rechten Burschenschaften und deren Funktion z.B.

als Kaderschmiede der NPD.

Montag, 14. Juli – 20h / Schlosskeller: Dr.Stephan Peters

Dr. Stephan Peters referiert über Verbindungen, Männerbünde und Sexismus in Verbindungen. Er studierte Politikwissenschaften, Soziologie und Geschichte und promovierte 2003 in Marburg mit einer Arbeit über studentische Verbindungen, die er auch aus persönlicher Erfahrung kennt:

Er war sechs Jahre lang Mitglied einer studentischen Korporation. Heute ist Stephan Peters Lehrbeauftragter für Soziologie an der Universität Marburg, der Technischen Universität Darmstadt sowie der privaten Fachhochschule Fresenius, und er arbeitet als Wissenschafts- und Unternehmensberater. Dr. Stephan Peters ist Autor des Buches „Elite sein“ sowie Herausgeber des Buches „Intellektuelle Tiefgarage: Auf den Spuren studentischer Korporationen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt“.

Er lebt in Heidelberg und Straßburg.

Wir freuen uns, Euch auf diesen Veranstaltungen begrüßen zu dürfen, weisen aber darauf hin, dass wir uns vorbehalten, farben- und uniformtragende Besucher von der Veranstaltung auszuschließen.

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