Ein Kommentar

  1. Dazu ausem darmecho von 23.11.07:

    Freie Träger wollen Planungssicherheit
    Betreuung: 420 Kinder werden in selbstorganisierten Einrichtungen versorgt – Dachverband fordert feste Verträge mit Stadt

    “Die Nachfrage in unseren Gruppen ist deutlich größer als das Angebot”, sagt Christoph Kapp, Vorsitzender des Dachverbands selbstorganisierter Kindereinrichtungen Darmstadt (“Das Kind e.V.”). Dazu zählen 18 Krabbelgruppen, Kindergärten und Horte. Vor allem an Betreuungsmöglichkeiten für Krabbelkinder, das heißt bei den bis zu Dreijährigen, gebe es in Darmstadt nach wie vor einen großen Mangel. “Wir als freie Träger decken fast die Hälfte der Plätze ab, die in der Stadt angeboten werden”, sagt Kapp. “Dafür fordern wir, dass die Stadt uns mehr Planungssicherheit bei den Zuschüssen gibt.”
    Wer für sein Kind eine Krabbelgruppe, einen Kindergarten oder Hortplatz sucht, eine alternative Schulform wählen und sich ein Bild machen möchte, welche Betreuungsmöglichkeiten es neben den Angeboten städtischer und kirchlicher Träger gibt, kann dies am Sonntag (25.) tun. Von 11 bis 14 Uhr stellen sich beim “Tag der freien Träger” die selbstorganisierten Kindereinrichtungen in der Centralstation vor.
    Dabei soll einerseits deutlich werden, dass auf die Eltern, die den “selbst organisierten Weg” gehen (Kapp), mehr Aufgaben zukommen als in herkömmlichen Einrichtungen. Und den Vertretern der Stadt soll gezeigt werden, “dass es mit unseren Einrichtungen ein qualitativ und quantitativ deutlich höherwertiges Angebot in Darmstadt gibt”, sagt Kerstin Reichel, Leiterin des Kinderhauses “Die Wilde 13” in der Frankfurter Straße. “Das ist für viele junge Familien ein wichtiges Kriterium bei der Wahl des Wohnorts”, weiß die Pädagogin.
    Dem Dachverband gehören 18 Vereine an: Der Verein für nicht repressive Erziehung in der Ludwigshöhstraße ist einer der ältesten, der Bessunger Waldkindergarten, der Eberstädter Kinderladen, “Die Wilde 13”, die Kindergruppe Zauberwald, die TU- und HDA-Kindergruppen, die “Rasselbande” sind pädagogische Einrichtungen, die zu den “Freien” zählen.
    Die Elterninitiativen sind seit 1993 mit ihren inzwischen 23 Kindergruppen in dem Dachverband zusammengefasst, der auch in den städtischen Gremien vertreten ist. “Wir müssen unsere Interessen nach außen vertreten”, sagt Kapp, Fachanwalt für Sozialrecht. Das war im letzten Quartal dieses Jahres besonders wichtig, da die Betreuungseinrichtungen in freier Trägerschaft von der zehnprozentigen Haushaltssperre der Stadt betroffen waren. “Das hat uns extrem belastet”, sagt Kapp.
    Aus Rücklagen hätten diese Einsparungen gerade so aufgefangen werden können; zwei Vereine, die wegen der Kürzungen von der Insolvenz bedroht waren, konnten mit Geld aus den Rücklagen gerettet werden. “Aber im nächsten Jahr können und werden wir diese Kürzungen nicht mehr hinnehmen”, so der Vereinsvorsitzende. “Wir brauchen Planungssicherheit und verbindliche Zusagen über die Fördergelder.” Er gehe davon aus, dass diese für das kommende Jahr gesichert sind, sagte gestern Frank Horneff von der städtischen Pressestelle. “Wir müssen nur noch die Haushaltsberatungen in der kommenden Woche abwarten.”
    Die Zuschüsse der Stadt dürfen auf keinen Fall unter die zugesicherten 70 Prozent kommen, so Kapp. “Sonst können wir unser Angebot nicht aufrecht erhalten.” Auch fordert der Verein bindende Verträge mit der Stadt, wie sie beispielsweise die Arbeiterwohlfahrt hat. “Uns geht es um eine vertraglich fest geregelte Förderung.”
    Zurzeit besuchen rund 420 Kinder eine selbstorganisierte Kindereinrichtung: 150 sind in Krabbelgruppen untergebracht, 200 in Kindergärten, 70 im Hort. Bei den Ein- bis Dreijährigen decken die freien Träger fast die Hälfte aller Plätze ab, die in Darmstadt angeboten werden. Von den 100 neuen Plätzen für die Kleinsten, die die Stadt für 2007 in Aussicht gestellt hat, sind etwa 60 realisiert, so Thorsten Rasch, Leiter des Amts für Familie, Kinderbetreuung und Sport. Einen Teil davon haben die freien Träger geschaffen.
    Die Einrichtungen der privaten Träger unterscheiden sich von den städtischen und kirchlichen in den Beiträgen, die etwas über dem herkömmlichen Satz liegen. Die Kosten pro Monat liegen zwischen 120 und 300 Euro. Auch ist Elterninitiative gefordert: Frühstücks- und Mittagsdienst, Einkaufen, Renovierungsarbeiten, Haushaltsplanung, Personalverwaltung. Den Kindern kommt zugute, dass der Betreuungsschlüssel wesentlich besser ist: neun statt im Regelkinderkarten zwölf Kinder werden bei den Kleinsten von einer Erzieherin versorgt, bei den Drei- bis Sechsjährigen sind es 16 statt 25 pro Gruppe. Vorteile sind auch flexiblere Öffnungszeiten und Angebote, die meist unter Elternregie umgesetzt werden.
    Informationstag
    Beim “Tag der freien Träger” am Sonntag (25.) von 11 bis 14 Uhr in der Centralstation stellen sich 18 Krabbelgruppen, Kindergärten und drei Schulen in privater Trägerschaft vor. Eltern werden beraten, Kinder während der Veranstaltung von Erzieherinnen in der Centralstation betreut. Informationen gibt es beim Dachverband “Das Kind”, Telefonnummer 06151 158751.
    http://www.echo-online.de/3/static/538828.htm

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