Stellungnahme zu „Kultur bringt Einnahmen in die Stadt“

Stellungnahme von UFFBASSE zur pressemitteilung des oberbürgermeisters „kultur bringt einnahmen“
siehe:
Echo 18. März 2011 „Kultur bringt Einnahmen in die Stadt“
FAZ 18. März 2011 (nur für Abonneten) „Argumentationshilfe“ für Kulturdezernenten“

„kultur schafft werte“ – einer solchen Aussage widersprechen wir nicht – aber es sind andere Werte als solche wirtschaftlichen, monetären Ergebnisse.
Nebenbei zeigt die Zahlenspielerei des Oberbürgermeisters auch ein bißchen warum wir immer tiefer in die schulden rutschen. Nach seiner rechnung stehen einer investition von 22 mill. euro in kultur 58 mill. euro „einnahmen“ gegenüber (oder auch: 1 euro investition zu 2,63 euro „einnahmen“).
Hierzu sei angemerkt das „einnahmen“ natürlich nur umsatz und nicht gleich gewinn ist – weiß eigentlich jeder außer ….
Von diesem „umsatz“ von 58 mill. euro durch die besucher der kulturangebote der stadt darmstadt fließen – so heißt es – steuereinnahmen von geschätzten 7 mill euro, d.h.:
Einer ausgabe von 22 mill. euro stehen also wirkliche städt. einnahmen von 7 mill. euro gegenüber.
(oder auch 1 euro ausgabe für 32 cent einnahme)
Und dass Hotels, Restaurants, Taxiunternehen usw. auch erst mal selbst vermutlich viel mehr euros investieren müssen bevor die gepriesenen einnahmen reinkommen, gehört auch hierher.

  • Unsere kritik soll nicht falsch verstanden werden.

Nur sollte auch in vorwahlzeiten den bürgern ehrlich klar gemacht werden, dass kultur, die wir alle wollen und genießen, eben geld kostet – und nicht beschönigend so getan werden als würden aus 1 euro städt. ausgaben dann wundersamerweise 2,63 euro einnahmen.
Und ohne die studie im detail zu kennen – vielleicht kriegen wir die ja noch – gerade für die „Events“ mit den meisten Besuchern – Heinerfest und Schloßgrabenfest – fließen überhaupt keine städt. Mittel.

  • Es ist verlogen hier nebelschösser aufzubauen und mit vermeintlichen erfolgszahlen zu hantieren.

Bleiben wir bei der wahrheit – kultur rechnet sich monitär seltenst, der gewinn besteht in aufklärung, bildung und eben in kultur. das sind werte an sich – da braucht man sich nichts anderes schönrechnen.

  • Ohne diese ist eine gesellschaft zum sterben verurteilt, dafür geben wir lieber geld aus, als für prestigebauten.

Ein Kommentar

  1. Wenn ein Staatsausgabenmultiplikator von 2,63 stimmen würde, wäre Kulturförderung das Konjunkturprogramm überhaupt.

    Und nicht Investitionen in die Infrastruktur wie bei den letzten Landes- und Bundeskonjunkturprogrammen.

    So einen hohen Multiplikator zu behaupten halte ich für unserös, auch mit Blick auf die Realität: Die Obama-Regierung sagte über ihre Maßnahmen, sie brächten das 1,5- bis 1,8-fache. Und selbst das wird schön gerechnet gewesen sein. (Ich hätte ja einfach mal bei den Volkswirtschaftlern der TU-Darmstadt nachgefragt, bevor ich so eine Pressemeldung übernommen hätte.)

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