StaVo Rede: Kerstin zum Stadionneubau

Details Vorlage  [öffentlich] Nummer:2013/0144 Umbau Stadion Darmstadt   sv98

Frau Stadtverordnetenvorsteherin,
meine Damen und Herren,

es gibt zwei Gruppen von Menschen, die die den Neubau des Stadions ablehnen – die Einen, weil sie sagen, so viel Geld für ein Fußballstadion, wir haben dringendere Probleme….die Stadt soll lieber Kitaplätze schaffen oder sonst was vernünftiges mit dem Geld anstellen.Die anderen sind interessanterweise in großer Zahl die Fans des SV 98 selbst, die einen Neubau aus nostalgischen Gründen ablehnen – die Atmosphäre würde verloren gehen, das Stadion habe so viel Geschichte und für 28 Mio Euro würde man so ein phantasieloses 08/15 Neubaustadion in die Gegend stellen.

Wir können beide Standpunkte gut verstehen. Uns tut es auch weh, dass wir gerade bei der derzeitigen finanziellen Siuation der Stadt eine solche Großinvestition tätigen müssen und am alten Stadion selbst hängen wir auch.

Das Problem ist nur, wer will, dass alles so bleibt wie es ist, will nicht, dass es mit dem SV 98 weitergeht.
Auch wenn ich persönlich die Forderungen des DFB hinsichtlich der Stadionsicherheit, der Lichtverhältnisse u.ä. für übertrieben halte, bleibt doch der Umstand, dass das Stadion nach dem ersten Weltkrieg auf Kriegsschutt erbaut wurde. Als Folge der weichen Bausubstanz sackt das Stadion immer weiter ein und hat keinen festen Grund. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es weder den Auflagen des DFBs noch der Versammlungsstättenrichtlinie genügt und dort keine Spiele mehr stattfinden dürfen.

Das Stadion gehört der Stadt. Sie hat es, wie die Schulen, die Kanäle, die Straßen und anderes mehr verkommen lassen und immer nur das Nötigste investiert.

Leistungssport ist ein Motor für den Breitensport. Den Vereinen, die jetzt neidisch auf den SV 98 schauen sei gesagt, wenn es gelingt, dass Fußballfieber in dem sich die Stadt seit dem Aufstieg in die Dritte Liga befindet (mit allem Hoffen und Bangen) zu erhalten, profitiert ihr auch davon. Der SV 98 sorgt für eine regionale und nationale, bestenfalls sogar für eine internationale Repräsentation.

Fußball ist auch Kultur! Es ist vielleicht eine andere Form als die der Hegemonialkultur im Staatstheater, aber es ist auf jeden Fall ein Stück Kultur, das hier gepflegt wird. Die Spiele des SV 98 sorgen für Gesprächsstoff in den Familien, den Firmen, unter Freunden – überall, reden die Leute über den Verein. Nicht zu vergessen die Jugendförderung der Lilien. Gäbe es die Lilien nicht, müssten die Eltern talentierter Kinder nach Frankfurt oder Mainz fahren, um ein ähnliches Training zu erhalten.

  • Der SV 98 gehört zu Darmstadt. Es geht nicht nur um Fußball, es geht um eine Identifikationsmöglichkeit mit der Stadt. Eine Mc Kinsey Studie aus dem Jahr 2010 belegt zudem, dass Profifußball ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist.
  • Um es kurz zu machen: wir wollen, dass es mit dem SV 98 weitergeht. Wir wollen, dass das Stadion am Standort Böllenfalltor erhalten bleibt weil die Lilien für uns so nah wie möglich in die Stadt gehören und wir wollen, dass das Stadion saniert wird, bevor dort gar nichts mehr geht. Wir stimmen der Vorlage mit der Änderung durch den Grünen Antrag zu.

Überdenkenswert an der Vorlage finden wir, dass von einer Multifunktionsarena gesprochen wird. Nicht von einer richtigen Multifunktionsarena wie die Commerzbank Arena, dann wären Pro Platz ca. 4000 bis 5000 Euro veranschlagt worden, sondern von einer Multifunktionalität hinsichtlich der Tribünenraume.
Wir möchten, dass einfach mal die Kalkulation für ein reines Stadion auf den Tisch kommt. Am Böllenfalltor soll Fußball gespielt werden – und zwar guter – das würde langen. Wir wollen ein fast reines Stehplatzstadion. Wenn die Stadt dort auch noch Räumlichkeiten für kleine Konzerte und Firmenevents schafft, treten diese wiederum in Konkurrenz mit der Centralstation, dem Darmstadtium, der Knabenschule (und von privaten Anbietern), die dann wiederum mehr Zuschüsse benötigen. Was man sich jetzt in der Kalkulation des Stadions schön rechnet, muss dann an anderer Stelle verstärkt bezuschusst werden. Dazu kommen noch Fragen der Anbindung und des Lärmschutzes, wenn man andere als Sportveranstaltungen dort anstrebt.
Man sollte nicht den Fehler machen, gleich wieder das wünschenswerteste vom Wünschenswertesten, dass dann angeblich noch zur Finanzierung beiträgt, anzustreben sondern einfach mal das planen, was saniert werden muss: ein Stadion.

Wenn man diese Nebenkriegsschauplätze weglassen würde, wäre es unserer Meinung nach durch die dadurch entstehende Transparenz auch möglich, den Umbau des Stadions zu einem anerkannten Thema in der Bevölkerung zu machen. Wir müssen ein Klima in dieser Stadt schaffen, dass die Bürger, die Geschäftsführer, die Vorstände der firmen und möglichst alle sagen:

  • Ja, wir wollen ein neues Stadion, wir unterstützen dieses. Auch persönlich. Auch mit eigenen Mitteln oder als Investor. Wir möchten, dass in Darmstadt etwas stattfindet, was schon bei der Union Berlin gelungen ist: die Beteiligung der Bürger am Stadionneubau. Dort haben mehr als 2300 freiwillige Helfer 140.000 Arbeitsstunden erbracht und dem Verein damit einige Millionen Euro gespart. Wer nicht selbst tätig werden möchte, kann sich vielleicht Arbeitsanteile erkaufen – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Deshalb haben wir den Ergänzungsantrag unter Punkt 6 der Vorlage gestellt, die Möglichkeiten der finanziellen Beteiligung interessierter Bürger und Fans zu prüfen und darzulegen. Ergänzen möchte ich dies gerne noch durch die Unterstüztung in nicht monetärer Form. Der Antrag lautet jetzt also:
Eine angemessen Bürgerbeteiligung ist sicherzustellen. Die Möglichkeiten der finanziellen und nich-monetären Beteiligung interessierter Bürger und Fans sind zu prüfen und darzulegen.

Die Beteiligung der Fans und Bürger ist unserer Meinung nach die einzige Lösung, wie wir die Finanzierung stemmen können. Ansonsten sehen wir sowohl den 14 Mio euro, die angeblich vom Land kommen sollen kritisch gegenüber (aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt) als auch den städtischen Mitteln in Höhe von 14 Mio Euro (woher soll die Stadt die nehmen? Bzw. wo soll sie sie einsparen – wir haben ja schließlich einer Schuldenbremse zugestimmt)
Wir befürchten, dass die Studie wieder in der Schublade verschwinden könnte, nach dem Motto: wir haben ja was getan, aber das Geld ist halt nicht da. Bis gar nichts mehr geht und das Thema mit doppelter Wucht zurückkommt. Lassen Sie uns einfach jetzt anfangen, das Thema anzugehen und eine breite Akzeptanz zu schaffen – die mit einer Welle der Unterstützung durch die Bevölkerung und private Investoren und dem Stadionneubau am Böllenfalltor endet!

 

 

 

15 Kommentare

  1. Das ist das erste Statement zur Modernisierung vom Bölle, das nicht nur durchdacht ist, sondern das auch der Realität am nächsten kommt. Was kann man tun, um euren Antrag zu unterstützen? Nehmt doch mal Kontakt zum Fanprojekt auf, dort werdet ihr offene Türen einrennen.

  2. Ich habs mit dem Fußball eigentlich nicht so, aber ich finde es werden hier einige sehr gute und wichtige Punkte genannt, die ich sehr unterstützenswert finde. Und genau das ist ja das Ziel: die breite Masse, auch abseits der üblichen Fankurve davon zu überzeugen, dass der Stadion-Neubau in einer sinnvollen Form kommen muss. Meine Stimme habt ihr!

  3. Gleich vorweg – ich bin gegen diese exorbitante Unterstützung eines einzigen Sportvereins und den Ausbau „seiner“ Sportstätte.

    „Leistungssport ist ein Motor für den Breitensport. Den Vereinen, die jetzt neidisch auf den SV 98 schauen sei gesagt, wenn es gelingt, dass Fußballfieber in dem sich die Stadt seit dem Aufstieg in die Dritte Liga befindet (mit allem Hoffen und Bangen) zu erhalten, profitiert ihr auch davon.“
    Hier hat Kerstin übersehen, dass Leistungssport nicht gleich Fussball ist! Es gibt eine Menge anderer Sportarten, bei denen die Athleten KEINE horrenden Gelder für ihre Auftritte erhalten und dennoch sportliche Höchstleistungen hervorbringen – und den Böllenfalltor NICHT als Sportstätte nutzen können / dürfen!
    Die Vereine haben aus ihren Sportveranstaltungen, die sie aus eigenen Mitteln organisieren, kommunizieren und durchführen müssen, KEINE EINNAHMEN, sondern sind auf die Unterstützungen und Förderung der Stadt und des Mitgliederstamms angewiesen.
    Seit einigen Jahren gibt es auch keine Übungsleiterzuschüsse mehr, sondern die sog. „Sportmark“ bei der ein Verein für jedes Mitglied 1,-€ im Jahr Zuschuss erhält. Die ÜL-Pauschale die es dazu gibt, endet bei 258,-€ im Jahr. Das bedeutet das Vereine (wie der SV98) zu ihren Einnahmen noch eine Menge Förderung abgreift, die besser auf kleinere Vereine und ihre ehrenamtlichen Arbeiten verteilt werden müsste, weil sie hoch engagiert im Amateursport ihre Hoch- und Höchstleistung erbringen und ebenfalls wichtige Nachwuchsarbeit und Kinder- und Jugendförderung betreiben.
    Und dies wie gesagt im Amateurbereich, wo es für die erbrachte Leistung zwar Anerkennung aber kein Geld gibt.
    Wenn man bei Darmstädter Unternehmen nach Spenden für Haus oder Material nachfragt, bekommt man zu 90% die Antwort „Wir unterstützen bereits den SV98“. Lokalpatriotismus ist eine gute Sache, aber neben dem SV98 fallen ALLE anderen Vereine neben runter und müssen sich ihre Unterstützung nehmen wo sie wollen, aber in Darmstadt hat der Fussball alles abgegrast.
    Nein Kerstin – ich bin nicht neidisch! Ich finde es nur äusserst unverhältnismässig und ungerecht, wenn ein Verein (der eine mehr oder weniger gute Leistung bringt), „Sein“ Stadion von Stadt und auch noch möglichst allen Bürgern finanziert bekommen soll, ohne das hier wirklich ein Gegenwert geschaffen wird.
    „Der SV 98 gehört zu Darmstadt. Es geht nicht nur um Fußball, es geht um eine Identifikationsmöglichkeit mit der Stadt. Eine Mc Kinsey Studie aus dem Jahr 2010 belegt, dass Profifußball ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist.“
    Für den Einzug in die Bundesliga ist das Stadion für damals schon hohe Summen aufgerüstet worden. Die dritte Liga ist für mich keine Rechtfertigung das Stadion auf Bundesliganiveau „aufzubocken“ um vielleicht mal irgendwann, in ferner Zukunft, gute Einnahme-trächtige Gegner in Darmstadt willkommen zu heissen.
    Ich kann die Euphorie wirklich gut verstehen. Aber es gibt in Darmstadt und Umgebung noch andere Vereine die hervorragende Arbeit leisten und NICHT mit neuen Sportstätten, Werbung, Spenden, regelmässigen Polizeieinsätzen, gefördert werden.
    Eine Fokussierung auf den Fussball ist daher unangebracht und eine Missachtung für den vielfachen ehrenamtlichen Einsatz in anderen Vereinen, der seine Sportler in Deutsches oder sogar internationales Spitzenniveau bringt!
    Der Verein der der Hauptnutzer der Sportstätte ist, sollte auch den Hauptteil eines Umbaus tragen. Wenn ich meine Wohnung umbauen möchte, muss dies auch nicht mein Vermieter bezahlen.
    Für die Instandhaltung des überlassenen Mietobjekts den Eigentümer Stadt verantwortlich zu machen, halte ich ebenfalls für nicht korrekt, weil das übliche Verhältnis Eigentümer – Mieter hier zu Lasten des Eigentümers verschoben wird.
    Der (Be)Nutzer hat ebenso die Pflicht zur Aufrechterhaltung des Zustands – aber das ist eigentlich klar und im Mietrecht des Bundes ausführlich beschrieben und geregelt.
    Wer also vorgibt für Leistungssport die Werbetrommel zu rühren, ohne dabei an alle Leistungssport treibenden Vereine der Stadt zu denken, will in Wahrheit nur „seinen“ Verein damit gefördert sehen.

    Deswegen und wegen den oben beschriebenen Gründen, denen man noch einige weitere hinzufügen könnte, bin ich gegen das Projekt.

  4. Schön und gut lieber Leistungssportler. Falls dir irgendwann mal so im Schnitt über 5000 Menschen zuschauen, ein mindestens 10faches davon sogar mit deinen Ergebnissen mitfiebern, dann denke ich, hättest du auch gerne ein Stadion. Und zwar keines, daß auf dem Weg ist, marode und unbenutzbar zu werden, sondern ein intaktes.

    Stadionneubau jetzt!

  5. Hallo Leistungssporter,

    da ich gerade wenig Zeit habe erstmal eine kurze Rückmeldung….
    Nenn mir die Sportart, die annähernd so viele Menschen begeistert wie Fußball? Es ist mir klar, dass es auch andere Leistungssportler gibt, diese haben aber nicht das Interesse der Massen. Das meine ich damit, dass Fußball ein Stück Kultur ist und der SV 98 damit auch ein Stück Kultur dieser Stadt.
    Und zu der Neiddebatte, die Du gerade lostreten willst: es wurde gestern in der Stavo einvernehmlich festgestellt, dass kein anderer Verein weniger Geld bekommen darf und wird wg. des Stadionumbaus.

    Kerstin

  6. Hallo Kerstin, (im Folgenden verwende ich einen freundlich kooperativen Unterton ;-) )
    nochmal – es geht nicht um Neid, sondern um eben genau jene mediengefütterte Hochmütigkeit von „Leistungssportlern“ die sich in der Drittklassigkeit gegen den Abstieg wehren müssen.
    Und was die StaVo angeht wiederhole ich nochmal – es wurde noch nie so wenig an die Vereine gegeben wie seit Einführung der Sportmark.
    Leider gehst Du nicht auf meine weiteren Ausführungen zur Situation im Darmstädter Sport ein(das mag tatsächlich an mangelnder Zeit liegen und ich hoffe Du legst hier noch nach).
    Was Du aber wiederholt zum Ausdruck bringst, ist die Annahme das nur medienwirksame Sportarten förderungswürdig sind.
    Wie oft war denn der SV98 im Fernsehen? Wieviel Unternehmen hat der SV98 mit Medienzeit zu Werbungseinnahmen gebracht? Was hat also die ortsansässige Wirtschaft von einem Verein, dessen Spieler es nicht schaffen, tatsächlich für Aufmerksamkeit auf nationaler Ebene zu sorgen?
    Sicher – die Identifikation mit dem grösstmöglich geförderten, ortsansässigen Fussballverein gehört zum guten Ton und Lokalkolorit, aber das darf den Blick auf reale Verhältnisse der Darmstädter Sportlandschaft nicht verstellen.
    Denn sonst, liebe Kerstin, liegt der Verdacht nahe, das jemand seine Nähe zur StaVo benutzt um eigene Interessen und Vorlieben fördern zu lassen.
    Fussball hat zwar mehr Anhänger aber andere Sportler leisten mehr und haben mehr Erfolge in und für unsere Stadt gebracht!

  7. Wenn Du Deine Wohnung umbauen möchtest, musst Du das bezahlen, weil Du der Eigentümer bist. Genau wie die Stadt die Eigentümerin vom Stadion ist….. Wir unterstützen den SV98 nicht blind und waren es z.B. auch, die als Erste thematisiert haben, dass keine Stadionmiete bezahlt wird. Das ist nicht richtig, und das muss sich auch ändern. Die Frage ist halt, was man im derzeitigen Zustand für Mietgebühren nehmen könnte…..das ist so, als würde man zu einer Autovermietung gehen und ein Auto mieten, das nicht fahrtüchtig ist – was würdest du als Gebühr dafür bezahlen?
    Ich kenne fast alle Sportanlagen in Darmstadt und bis weit in den Landkreis hinein und es ist nicht so, dass die alle verrottet wären. Viele Vereine auch in Darmstadt haben sehr schöne Anlagen, bei einigen wäre allerdings wirklich der Abriss angesagt. Das Vereinshaus der Lilien ist aber auch ein altes Ding, in dem die Duschen z.B. nicht funktionieren. Der Fußballplatz für die kleinen Lilien hinter dem Stadion war lange Jahre (ich weiß nicht, ob das immer noch so ist, war schon länger nicht mehr da) nicht viel mehr als ein Acker, bei dem man Angst hatte, dass sich die Kinder in den vielen Löchern die Füße brechen. Zu mir hat mal ein Kind im Spaß gesagt, man könne nicht gegen die kleinen Lilien gewinnen, weil die seien aus dem Training auf dem Acker so harte Bedingungen gewohnt – wenn die dann mal glatten Untergrund unter sich hätten wäre es ja klar das man keine Chance mehr habe. ;-) Gerade die ständigen Investitionen in ein marodes Stadion sind doch ein Argument dafür, warum man da mal ran muss…..statt jedes Jahr 400 000 Euro ür Fixarbeiten reinzustecken macht es doch mehr Sinn, das Ganze mal komplett zu sanieren (das Stadion ist von 1921!!) und dann einen ordentlichen Mietvertrag aufzusetzen – die Lilien haben ja die Zuschauerzahlen und standen zumindest letztes Jahr relativ gut da finanziell. Die 14 Mio Euro Beitrag der Stadt sollen wie schon gesagt nirgendwo eingespart werden, es handelt sich um die Anuitäten für den Stadionumbau.
    Für mich gibt es eine Sportart in Darmstadt, die echt schwierige Bedingungen hat, das sind die Schwimmer. Ich halte es auch für einen Skandal, dass das Nordbad nicht saniert wird und du wirst nicht glauben, wie oft ich schon überlegt habe, ob ich die Verantwortung als Stadtverordnete überhaupt noch übernehmen kann solange Menschen das Nordbad betreten….ich habe echt Angst, dass da irgendwann die Decke runterkommt (wird ja angeblich alles immer untersucht, wäre ja aber auch nicht das erste Mal das so was einer Kommune passiert). Dann wiederum ist es aber so, dass der DSW eine echt starke Lobby hat und so detailliert wie du dich geäußert hast kennst du die auch…..wir können uns auch nicht um alles kümmern sondern müssten Prioritäten setzen.
    Die nächsten die Anfang des Jahres blank waren waren die Eishockey Spieler. Die haben eine bewegte Vergangenheit und sind in die Miesen gekommen……wir haben Kontakt aufgenommen, ich habe mit Leuten geredet, es konnte mir keiner sagen, was genau fehlt, weil die Winterzeit gerade erst zu Ende war, es gab unterschiedliche Aussagen, etc etc. Wir wollten sogar persönlich spenden, weil es eine uns naheliegende Sportart ist und uns die Umstände der letzten Jahre leid getan haben…….aber wenn das dann so läuft……ich habe auch noch ein Leben und einen Beruf und das ist dann der Moment in dem ich denke: sortiert euch erstmal und wenn ihr wisst, was Sache ist, meldet euch wieder.
    Über die Finanzierung der Vereine kann man lange streiten. Klar ist aber auch, dass jahrelange versucht wurde eine Veränderung zu erzielen und es war einfach nicht möglich, weil sich die Vereine keinen Millimeter bewegt haben. Hat man z.B. vorgeschlagen, dass zwecks besserer Auslastung Anlagen zusammen gelegt werden, dann ging das ja nicht, weil die Mitglieder des jeweils anderen Vereins alles Idioten sind. Wenn man vorgeschlagen hat doch vielleicht mal die Sportabteilung xy die seit 15 Jahren aus fünf Aktiven besteht mit einem anderen Verein zu vernetzen, der in derselben Sportart auch drei Aktive hat, war das auch unmöglich. Die Darmstädter Vereinslandschaft wäre besser finanzierbar, wenn nicht jeder seine Pfründe verzweifelt behalten wollte und etwas Kommunikationsbereitschaft mitbringen würde. Die Erhöhung der Nutzungsgebühren für Turnhallen haben wir übrigens auch abgelehnt, weil wir sie für ungerechtfertigt halten und für eine Benachteiligung der Vereine im Vergleich zum SV98.

    Natürlich setze ich mich für das ein, was mir etwas bedeutet und wichtig ist. Wir sind ja keine Berufspolitiker sondern engagieren uns in unserer Freizeit. Ich weiß immer noch nicht, um welche Sportart es dir eigentlich geht und wen du so extrem benachteiligt findest. Es geht mir auch nicht um eine Diskussion über die Darmstädter Vereinslandschaft (da erkenne ich sofort an das da einiges im Argen liegt) und ein Engagement für den SV 98 bedeutet auch nicht, dass man die Arbeit der anderen Vereine nicht anerkennt. Ich finde es auch nicht redlich, diese Themen einfach zu vermischen, genau wie ich deine Vermischung in der Argumentation hinsichtlich Leistungssport und Breitensport nicht nachvollziehen kann. Ich habe keine Problem damit, dass du deine Prioritäten anders setzt, ich habe Freunde, die deine Meinung teilen. Ich habe ja auch nicht dazu aufgefordert, dass jeder Bürger am Stadionbau mitarbeiten muss, sondern das Beteiligungsmöglichkeiten geschaffen werden für die Menschen die sich engagieren möchten. Und von denen kenne ich auch einige!
    Wenn etwas, was dir am Herzen liegt in der Darmstädter Politik nicht vertreten wird, steht es dir frei, dich genauso zu engagieren. Oder aber einfach mal den direkten Kontakt zu den Parteien zu suchen und keine globalgalaktischen Verbalumschläge gegen Fußball, Leistungssport und den SV 98 zu machen. Danach schauen was andere haben bringt eh nicht weiter. Es geht nicht darum, dass jeder das Gleiche hat, sondern das jeder das hat was er braucht. Und da bin ich der festen Überzeugung, dass die Stadt ein neues Stadion braucht. Und einen leistungsfähigen Fußballverein – den ich mindestens in der Dritten Liga sehen will und den ich für sehr wichtig halte.

  8. An den Leistungssportler, Ton hin Ton her, ein klein wenig Mühe müssen sie sich schon beim Info einholen geben !
    Darmstadt 98 hat zwei mal in der Höchsten Klasse der Bundesliga Gespielt!
    Darüber hinaus sehr viele Titel in Süddeutschland und Hessen gewonnen!
    Man kann wenn man denn will sich auch auf der Homepage der Lilien über Ihre Erfolge der schon sehr langen Tradition informieren.
    Was ich nun damit sagen will, ist das der Sportverein sehr sehr oft im Fernseher zu sehen ist ( Der nächste Termin ist schon am 25.09. Pokal Spiel gegen den Ruhmreichen Schalke 04 ) ! Also lieber Leistungssportler, der Focus ist direkt auf den Sportverein gerichtet. Sogar so, dass das ZDF das spiel überträgt!!! Wir die Fußball Fan´s wollen und brauchen ein neues Stadion, dass unseren ( meinen ) Ansprüchen gerecht wird ! Ich stehe seid über 40 Jahren im Freien, und würde mich sehr freuen wenn ich mit einer Dauerkarte unsere Lilien im trockenen und auf einem bequemen Sitzplatz anfeuern dürfte. Und ich kenne sehr viele Menschen die auf den Bölle gehen würden, auch bei schlechtem Wetter um Ihre Mannschaft an zu feuern. Lieber Leistungssportler, Sie haben hier eines vergessen, die älteren Menschen und die treuesten Menschen die immer da sind in guten wie in schlechten Tagen, um Ihren Verein zu unterstützen. All diese Menschen und natürlich auch unsere Jugend wollen und brauchen ein neues und modernes Stadion !
    Ich selbst war ein begeisterter Sportler, nicht nur Fußball hat mich begeistert, sondern auch viele andere Sportarten. Aber Fußball ist das größte das es im Deutschen Sport gibt, da brauch man keine Statistiken zu bemühen !
    Ich will ein neues Stadion !!!

  9. Das Thema sollte ja wieder aktuell sein jetzt. Motto sollte sein, das nötige zu tun und den Schnickschnack beiseite zu lassen. Ein Beispiel für eine gelungene Sanierung steht übrigens in Köpenick, und zwar in mehrfacher Hinsicht: Union hat einen Gutteil der Stadionsanierung mit von Fans und sonstigen Freiwilligen erbrachten Eigenleistung bewerkstelligt uns so mehrere Millionen Euro eingespart. Zudem wurde in Gestaltung und Aufteilung (vier überdachte Stehtwälle sowie eine angemessen ausgebaute Haupttribüne) das Augenemerk auf das Wesentliche gelegt. Ähnliches wäre auch für Darmstadt denkbar: Sanierung oder Neugestaltung (dann direkt am Spielfeldrand) der Stehwälle und anschließende Sanierung oder nötigenfalls Neubau der Haupttribüne. Das so entstandene Stadion ist funktional, behält so viel Charakter wie möglich und über ggf. eingebrachte Eigenleistungen entsteht zusätzliche Identifikation.

    Dem Leistungssportler sei gesagt: Es geht hier kaum um eine Luxusarena, wie sie Landauf, landab Vereine und Kommunen in den Ruin treibt. Es geht hier vielmehr um die Wahrung (bzw. Schaffung) von Mindeststandards wie einer dauerhaft verkehrssicheren Veranstaltungsstätte. Hier ist die Stadt als Eigentümerin der Immobilie, für die sie ja immerhin auch Miete kassiert, in der Pflicht. Wenn in meiner Mietwohnung der Putz von der Wand fällt, ist das ebenso Aufgabe des Eigentümers und nicht die meine als Mieter. Insofern argumentieren sie wortreich und eloquent, aber ohne die nötige Gesamtübersicht.

  10. Hi Riedkartoffel,
    Ich stimme dir voll und ganz zu!
    Ja, das Thema ist wieder aktuell und es gibt fleißige Menschen, die daran arbeiten und sicherlich bald ein paar Infos geben werden.

  11. Was soll das Darmstadt hat sich dießes Stadion verdient.Und keine Kitas es gibt genug Mit Plätze in Deutschland und der Sv Darmstadt 98 gehört zu Darmstadt

    Wir wollen dießes Stadion !!!!

  12. Hallo Kevin,

    vielleicht magst Du noch mal etwas mehr als die ersten zwei Sätze meiner Rede lesen, bevor Du einen Kommentar schreibst?

    Viele Grüße
    Kerstin

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