Staatstheatervorplatz

guude zamme, hier ein artikel auusem darmecho von samstag den 24.11.07 über neuste bauliche höhenflüge unserer volksverdreher. Und anschließend ne presseerklärung von uns dazu.

Darmstädter Echo vom 24.11.07  

Das Theaterviertel erhält Kontur
Staatstheater öffnet sich zur Stadt und verdient aus Garagenbewirtung
leer

ERLEICHTERT PRÄSENTIERTE Oberbürgermeister Walter Hoffmann die Einigung zwischen Stadt und Land über die Sanierung von Theatergarage und Neugestaltung des Platzes darüber. Das Modell zeigt aus der Sicht des Theaterbaus links unten den neuen Portikus, von dem aus die große Freifläche leicht terrassiert zum Wilhelminenplatz ansteigt, flankiert von mit Pilzdächern gekrönten Wendeltreppenzugängen zur Garage und Baumreihen. Das Bild zeigt am Modell von links: Darmstadts Baustadtrat Dieter Wenzel (SPD), die Kulturausschussvorsitzende Ruth Wagner (FDP), Finanzminister Karlheinz Weimar (CDU), Oberbürgermeister Walter Hoffmann (SPD), Architekt Arno Lederer und Theaterintendant John Dew. (Foto: Roman Grösser)

Das Staatstheater öffnet sich zur Stadt. Auf seiner Ostseite, vor dem neuen, “Kommode” genannten Eingangsportal entsteht eine große, urbane Freifläche, gesäumt von breiten Baumreihen auf der Süd- und Nordseite. Die Tiefgarage darunter wird saniert. Die Einnahmen aus ihrer Bewirtschaftung erhält das Staatstheater und will sie in die Bauunterhaltung des gerade erst sanierten Gebäudes stecken.

Dies ist der Kern dessen, was Oberbürgermeister Walter Hoffmann, Hessens Finanzminister Karlheinz Weimar und der Stuttgarter Architekt Arno Lederer gestern vorstellten. Damit geht ein jahrelanges Gerangel um die marode Theatergarage zu Ende. Und auch die Oberfläche kann nun nach den Vorstellungen Lederers gestaltet werden.

Dessen urbaner, baumgesäumter Platz war bei einigen städtischen Ämtern und bei manchen Anwohnern auf Kritik gestoßen. Sie wollten weiterhin eine Grünanlage mit Brunnen und Kinderspielplätzen. Doch diese Anlage hatte sich in den vergangenen dreißig Jahren nicht bewährt. Sie galt nachts als unsicher, weil dunkel und unübersichtlich. Die Spielplätze verdreckten, die Brunnen waren voll mit Abfall. Der Weg zum Theater war in dem kleinteiligen Zickzackgewirr der Plattenwege zwischen den Büschen nicht recht zu finden.

Lederer hat nun eine grandios anmutende Freifläche durchgesetzt, die das Staatstheater zum Wilhelminenplatz und damit der City hin öffnet. Hoffmann gestern schwärmerisch: “Das Theaterviertel wird nun endgültig Kontur bekommen.” Auch wenn die Einigung mit Weimar über die komplette Finanzierung von Garagensanierung und Platzgestaltung der Stadt noch Spielraum für das Aufstellen von Spielgeräten lässt, warnte der Architekt Lederer gestern davor, den Platz mit “rotlackierten Holzpferden auf Federn” zu verunstalten. Mit welcher Freude Kinder auf den von ihm konzipierten Freiflächen unter Bäumen spielen könnten, sehe man sehr schön auf den Berlin-Bildern von Max Liebermann, entstanden nach der vorletzten Jahrhundertwende.

Mehr zum Thema in der aktuellen Ausgabe des “Darmstädter Echo” (23./24. November).
Klaus Staat
23.11.2007

Presserklärung von UFFBASSE dazu:

hallo liebe medienmacher,

hier eine dringend notwendige pressemitteilung bzw. stellungnahme zu den geplanten theatervorplatz umbauten.
Falls mir die im artikel erwähnten „rotlackierten holzpferdchen auf federn“ durchgegangen sein sollten, bitte ich das zu entschuldigen.
Es wundert aber nicht beim lesen der ausführungen des herrn lederer.

Hier zur kentniss:

Pressemitteilung zum Artikel “Das Theaterviertel erhält Kontur”
Im Darmstädter Echo vom 24.11.2007

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Entsetzen haben wir dem Artikel des Darmstädter Echo entnommen, das unsere einstmals so gemütliche, grüne, lebende Stadt noch weiter zubetoniert und gepflastert werden soll.

Die Bezeichnung “urbaner, baumgesäumter Platz” täuscht auch mit seiner Wortgestaltung nicht darüber hinweg, dass hier ein neuer Baustein des sterilen, kalten “sauberen” Darmstadts entstehen soll.

Wie in dem Artikel erwähnt, werden wieder einmal nicht nur unsere in der Vergangenheit vorgebrachten Einwände, sondern auch Wünsche   der Bürger und Anwohner und sogar Empfehlungen der Ämter weggewischt und ignoriert.

Statt aus den Erfahrungen in der Wilheminenpassage (über Cityring) zu lernen, sollen hier “Baumalleen” entstehen die durch die ebenfalls viel zu geringe Erdabdeckung (über Theatergarage) zur frühzeitigen Vergreisung des Baumbewuchses führen und damit kostenintensive Unterhaltungsmaßnahmen nach sich ziehen.

Hier wird also wieder einmal erst gebaut   und dann erstaunt über die Folgekosten der marode städtische Haushalt   über Jahrzehnte belastet werden.

Wir fordern deshalb von der Stadt eine Prüfung der Folgekosten der Pläne Lederers –   und zwar vor der Umsetzung!

Als Argument für diese Baumkrüppelumsäumte, tote, kalte, sterile “Freifläche” dient die zugegeben schlechte Gestaltung der bestehenden Grünanlage.

Fehlt hier die Fantasie oder der Willen sich eine besser geplante Grünanlage (eine die den Namen auch verdient) vorzustellen?

Eine Grünanlage für alle Bürger, die dieser Bezeichnung auch gerecht wird, mit Spielgeräten, einladenden Rasenflächen und Parkbänken ?

Eine Anlage die nicht nur abends für Theaterbesucher den entsprechenden Rahmen bildet, sondern auch am Tage zum entspannen und pausieren zwischen den Einkäufen   einlädt.

Was am meisten erschüttert ist aber die realitätsfremde Begründung der Kinderfreundlichkeit eines Betonplatzes mit Randbegrünung die der Architekt Lederer anführt.

Berlinbilder aus der vorigen Jahrhundertwende……

Sehr visionär!!!!!!!!!!!!
Glückwunsch!!!!!!!!!!

Mit freundlichen Grüßen

Jörg Dillmann      Fraktionsvorsitzender
Jürgen Barth      Stadtverordneter
Kerstin Lau      Stadtverordnete      
Julius Geibel      Stadtverordneter
Alexander Nebhuth    Stadtverordneter

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