Rede zum Offshore Windpark der HSE (Stavo 3.2.2009)

Herr Stadtverordnetenvorsteher, meine Damen und Herren,

Nachdem die Deutsche Windkraft in den letzten Jahren vor allem im Ausland geboomt hat und schon zu befürchten war, dass der deutsche Technologievorsprung durch aufwändige Genehmigungsverfahren und hohe Umweltauflagen und die damit einhergehende nicht ausreichende Praxiserfahrung verloren geht, sieht es jetzt so aus, als würde der Traum vom verhältnismäßig “sauberen” Strom vor der Küste in absehbarer Zeit Wirklichkeit werden.
Wir begrüßen es sehr, dass die HSE nach dem Eklat um das geplante Kohlekraftwerk in Mainz mittlerweile konsequent den Weg verfolgt, ihren Erzeugungsanteil von erneuerbaren Energien in den nächsten Jahren deutlich zu erhöhen und sich an der Errichtung einer der ersten deutschen Offshore Windparks beteiligt.
Wir freuen uns darüber, dass die HSE den unternehmerischen Mut, die Weitsicht und die Möglichkeiten besitzt, sich an einem so ambitionierten Plan zu beteiligen.
Klar ist, dass eine solche Beteiligung momentan eine hoch riskante Angelegenheit ist. Die Technologie ist in solcher Entfernung zum Ufer noch nicht erprobt, die Branche wird von enormen Finanzierungsschwierigkeiten geplagt, (wegen denen im Konjunkturpaket II auch die Off-Shore Branche berücksichtigt werden soll Spiegel, 29.01.2009) und trotz der gelungenen Regelungen im EEG aus dem Jahre 2004 ist der Bau der geplanten Offshore Windparks nicht vorangekommen.
Trotz aller Risiken für die HSE und damit auch für den Darmstädter Verbraucher: Wir wollen und wir brauchen den Einsatz dieser Technologie und finden es wichtig, dass nicht nur die großen Konzerne den Markt für die erneuerbaren Energien unter sich aufteilen. Die Gefahren und Schwierigkeiten, die in einer solchen   Pilotphase auftreten können, sind von daher für uns hinnehmbar. Wir stimmen dieser Vorlage zu.

Ein Kommentar

  1. darmecho vom 5.2.09

    HSE beteiligt sich an Windkraftanlage auf See
    Energie: Stadtparlament stimmt Engagement bei Gesellschaft für Milliardenprojekt zu

    Die Heag Südhessische Energie AG (HSE) kann an dem vor der Nordsee geplanten sogenannten Offshore-Windpark mitarbeiten. Die Stadtverordnetenversammlung hat am Dienstagabend einer Beteiligung des Energieversorgers an der Besitz- und Betriebsgesellschaft für das Projekt zugestimmt. Bis zum Jahr 2013 ist das Errichten von 80 Windenergieanlagen vorgesehen, die nach dem Endausbau jährlich rund 1,4 Milliarden Kilowattstunden Strom liefern sollen. Das entspricht nach HSE-Angaben einem Jahresverbrauch von 460ˆšÂ¢€šÃ‡Â¨€šÃ„¶000 Haushalten. Das Gesamtprojekt hat ein Volumen von 1,3 Milliarden Euro.
    Die HSE, die über die Heag mehrheitlich der Stadt gehört, erhält 24,9 Prozent der Anteile an der GmbH, die für den Bau und den Betrieb der Anlage zuständig ist. Weitere Gesellschafter sind unter anderem die Stadtwerke München.

    Als “einen großen Schritt” bezeichnete Lothar Petry (Grüne) das Vorhaben. Er sieht die HSE-Beteiligung auch als einen Beitrag an, langfristig die Energieversorgung zu sichern und zudem die Umwelt zu schonen. Durch die Anlage könnten eine Million Tonnen Kohlendioxid im Jahr eingespart werden. Er verspricht zudem eine Rendite von mehr als zehn Prozent aus dem Projekt.

    Unterstützung gab es auch von anderen Fraktionen. Aus Sicht von CDU-Fraktionschef Rafael Reißer ist die Nordsee ohnehin für Windkraftanlagen besser geeignet als Südhessen. Kerstin Lau sieht durch die Anlage den “Traum vom verhältnismäßig sauberen Strom” erfüllt. Bedenken hatte allerdings Helmut Klett von der Wählergemeinschaft Uwiga. Er sieht in dem Vorhaben ein finanzielles Wagnis und hätte Erdwärmeanlagen bevorzugt. Klett enthielt sich der Stimme, ein FDP-Mitglied votierte als einziger gegen die HSE-Beteiligung.

    Im März wird nach Angaben von HSE-Sprecher Jürgen Hein-Benz die Versammlung der Besitz- und Betriebs-GmbH über den weiteren Fahrplan für die Windkraftanlage entscheiden.

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