Prüfung einer Alternative zur Leuchtturmsanierung des Ausstellungsgebäudes auf der Mathildenhöhe

Sind 7 Mio. € für die Erneuerung der klimatechnischen Situation im Ausstellungsgebäude der Mathildenhöhe tatsächlich notwendig oder könnten die notwendigen Verbesserungen auch mit einem geringeren finanziellen Aufwand erreicht werden?

Auf diese Frage wollten wir von Uffbasse eine Antwort.

Grün-Schwarz wollte das nicht – frei nach dem Motto – für die Mathildenhöhe ist das Beste gerade gut genug, egal was es uns kostet. Das sei grün-schwarzer politischer Wille. Bezahlt werden soll das mit Restmitteln aus dem Jahre 2008, mit denen man eigentlich mal das Kollegiengebäude als städt. Rathaus kaufen wollte – bis man näher hinge¬schaut hat und gemerkt hat, dass es nichts taugt und erst eine teure Sanierung nötig wäre.
Fakt ist – die für Ausstellungen notwendigen klimatechnischen Bedingungen wie konstante Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit können mit der derzeitigen technischen Anlage nicht mehr erzeugt werden und einige der verwendeten Kühlmittel sind aus umwelttechnischen Gründen ab 2014 nicht mehr zulässig.

Wenn also weiterhin Ausstellungen stattfinden sollen – und das wollen wir auch – dann muss was passieren. Und Energiekosten von heute ca. 230.000 € sollen auch gesenkt werden.
Schon im Jahre 2004 hatte ein Ingenieurbüro eine grobe Vorplanung mit einer eher konventionellen Lösung zur Erneuerung der Anlage erstellt, Kosten ca. 1.7 Mio. €.
In 2009 gab es eine andere Vorplanung vom Fraunhofer-Institut für Bau¬physik mit einem Bündel sehr innovativer und beeindruckender Lösungen, die auch nur auf 1.7 Mio. € geschätzt wurde inkl. nötiger Baumassnahmen wie z.B. dem Austausch der Fenster.
Das städt. Bauamt, der Eigenbetrieb für Immobilien (IDA) hat bei einer Bewertung der beiden Vorschläge den Fraunhofer Vorschlag als nicht realistisch eingestuft und ein weiteres Vorgehen auf der Basis der konventionellen Lösung aus dem Jahre 2004 empfohlen.
Dieser Ratschlag wurde von der zuständigen Betriebskommission Kultur nicht befolgt.

Stattdessen wurden die von den Fraunhofer-Wissenschaftlern am „Grünen Tisch“ geplanten Vorschläge näher betrachtet und auf ihre Mach¬barkeit geprüft wurden – und siehe da, die Kosten sind jetzt gestiegen auf ca. 7 Mio. € – haben sich also mehr als vervierfacht.
Für eine Stadt mit über 800 Mio. € Schulden sind 7 Mio. € viel Geld, meinen wir – und nach Erfahrungen mit solchen „Leuchtturmprojekten“ (O-Ton Jochen Partsch) in Darmstadt und anderen Ortes sind wir skeptisch, ob es dabei bleibt.
Gerade Sanierungen von Gebäuden, bei denen es Auflagen vom Denkmalschutz gibt, sind äußerst komplex; wenn dabei noch neue „innovative“ Lösungen umgesetzt werden sollen, für die keine Erfahrung in der Praxis vorliegt, könnte die Stadt ein hohes „Lehrgeld“ zahlen.
Bei einer Ausgabe von 7 Mio. € sollte eine Alternative untersucht werden, meinen wir – gerade angesichts der finanziellen Lage unserer Stadt – Grün-Schwarz ist da großzügiger.
Als Beschwichtigung wurde verwiesen auf mögliche Fördermittel in Höhe von 500.000€ – das ist weniger als 10{cc6e9fa4799c65423e7b3aff9df2eb4f369581e8fac009e6ba61f9293a7cdc2c} der Gesamtsumme und kein Schutz vor Kostensteigerungen.
Deshalb hat Uffbasse beantragt, als Alternative auch mal die Vorplanung aus 2004 auf ihre Machbarkeit zu überprüfen – wie die Fachleute von IDA das ja auch vorgeschlagen hatten.
Vielleicht könnte man ja die gleichen klimatechnischen Anforderungen erfüllen mit einer eher konventionellen Lösung.
Und vielleicht käme ja eine solche „konventionelle“ Lösung mit der Hälfte der Summe aus – die übrigen 3.5 Mio. € könnten wir einsparen oder für andere Projekte verwenden, welche uns wichtiger sind als die Mathildenhöhe – dieses „Darmstädter Weltkulturerbe in spe“.

Unseren Antrag zur Prüfung einer Alternative hat die grün-schwarze Mehrheit abgelehnt.

Änderungsantrag-Sanierung-Mathildenhöhe-StaVo-Nov0311

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