Neues Rathaus ins Kollegiengebäude – Win-Win-Situation ?

Die Idee zur Nutzung des Kollegiengebäudes am Luisenplatz stammt von Ex-OB Hoffmann und im März 2008 hatte er eine entsprechende Absichtserklärung (engl. Letter-Of-Intent) gegenüber dem Land Hessen unterschrieben.

In der Diskussion um ein neues Rathaus wurde diese Idee wieder aufgegriffen, aber mangels ausreichender Information eher historisch und emotional als nüchtern und sachlich begründet.

Uffbasse hat mit einer Großen Anfrage an den Magistrat versucht, mehr Licht in die Angelegenheit zu bringen und seit wenigen Tagen liegt die Antwort des Magistrats vor. Heute gab es im Darmstädter Echo einen Bericht dazu und es wurde auch der damalige OB Hoffmann befragt.

Wir von Uffbasse wurden nicht um eine Stellungnahme gebeten und daher sprechen wir mit dieser Presseinfo einige Punkte an, die wir in diesem Zusammenhang für wichtig halten.

Zum baulichen und technischen Zustand des Kollegiengebäudes gibt es ein Gutachten aus dem Jahre 2007 (s. Frage 4). Für eine sachliche Bewertung notwendiger Modernisierungsmassnahmen wäre es hilfreich und sogar notwendig, dieses Gutachten heranzuziehen. Warum der heutige Magistrat das Papier nicht herausgibt bzw. auf den eingeschränkt öffentlichen Weg der Akteneinsicht verweist, verstehen wir nicht.

  • Wir denken, das Gutachten sollte am Runden Tisch Bürgerrathaus einsehbar sein.

Emotionale Argumente für oder gegen Kollegiengebäude werden dann zwar weiterleben, aber zumindest die bauliche und damit wirtschaftliche Seite könnte sachlich und nüchtern erörtert werden.

Weder die oben erwähnte Absichtserklärung noch die dazugehörigen Überlegungen waren 2007/2008 in einem Gremium (Magistrat, Stadtverordnetenversammlung) beraten worden; Details dazu wurden jetzt durch unsere Anfrage bekannt.

Dieser Letter-Of-Intent wurde vom damaligen OB Hoffmann schon am 14.3.2008 unterschrieben (s. Frage 11), aber die für den Kauf erforderlichen 7,5 Mio € wurden – anders als jetzt von Herrn Hoffmann im Bericht gesagt – erst 9 Monate später, im Dezember 2008 im Haushalt eingestellt.

Und einen Plan, wie die städt. Verwaltungseinheiten mit ca. 1.200 Mitarbeitern das Kollegiengebäude nutzen könnten, haben wir damals auch nicht gesehen – wir vermuten, es gibt keinen.

Ein Plan war auch nicht dringlich, weil eine Nutzung des Gebäudes erst ab 2021 (!!) möglich ist. Der Grund: im historischen Kollegiengebäude selbst gibt es ca. 200 Arbeitsplätze, ca. 1.100 weitere Mitarbeiter des RP arbeiten in dem nebenan gelegenen Postkomplex, welcher vom Land Hessen angemietet ist und zwar verbindlich und fest bis 2021.

Kein ordentlicher Beschluss der städt. Gremien, kein Geld im Haushalt eingeplant und keinen Plan zur Nutzung. Eine öffentliche Diskussion wie heute zum neuen Rathaus gab es auch nicht – das alles war eher vergleichbar mit dem Vorgehen beim (gescheiterten) Sander-Museum.

Das Kollegiengebäude kaufen und dann wieder 10 Jahre oder länger an den gleichen Nutzer zurück vermieten, war/wäre das wirklich eine Win-Win-Lösung für ein neues städt. Rathaus ?

Wir jedenfalls ahnen jetzt, warum dieses Vorhaben und die „Philosophie“ dazu (Hoffmann) damals nicht öffentlich diskutiert wurden.

Damit sich alle Interessierten ein eigenes Bild zu der Sache Kollegiengebäude machen können, haben wir die Fragen und Antworten unserer Großen Anfrage auf unsere Homepage gestellt. Und da mehrmals auf die alte Anfrage der CDU aus 2007 verwiesen wird, haben wir diese dort ebenfalls eingestellt.

GroßeAnfrage Uffbasse Kollegiengebäude 06.05.14

Große Anfrage CDU Kollegiengebäude-Nov2007

 

 

5 Kommentare

  1. Diesem Beitrag finde ich sehr gut.

    Emotionale Empfindlichkeiten führen nicht weiter. Ein Besichtigungs-termin vor Ort wäre angebracht. Denn, wem soll man glauben?

    Der Gebäudezustand wird vom Regierungspräsidenten,im Gegensatz zu den Aussagen des Magistrats, als sehr gut beschrieben:

    Zitat: „Obwohl das Gebäude nun schon mehr als zwei Jahrhunderte hinter sich hat, ist es im Inneren immer wieder den Anforderungen seiner Nutzer angepasst worden. Kerzen, Petroleum, Kachelöfen und Gaslaternen gibt es schon lange nicht mehr. Antennen auf dem Dach zeigen, dass hier durchaus moderne Technik drin steckt.
    Moderne Kommunikationsstrukturen, Fernheizung, Videoanlagen, Gebäudeüberwachung und zeitgemäßer Brandschutz gehören dazu. Es herrscht ein angenehmes Raumklima, das in modernen Gebäuden so meistens nicht erlebbar ist.“

    Manfred Sündorf

  2. In der Antwort des OB vom 09.Mai14 auf die Anfrage von Stadtv. Benz zum Kollegiengebäude steht zur Frage 8 folgendes:

    Eine weitere Stellungnahme der Fa. Ganesha Consulting GmbH Co. KG vom 16.10.2007 enthält folgende Ausführung: „Die Parteien (Land und Stadt) waren sich einig, dass weder die Stadt noch das Land das Objekt jemals unter der Maßgabe einer vollumfänglichen Modernisierung instand setzen wird, weil hier die Kosten-Nutzen-Relation in keinem Verhältnis steht.“

    In dem vorgenannten Bewertungsbericht wird an mehreren Stellen ausgeführt, dass „das Objekt nicht mehr zeitgemäß ist und den Anforderungen an eine moderne, flexible Bürofläche nicht genügt.“ weiterhin, dass das „Verhältnis zwischen Nutz- und Nebenflächen mit 69:31 eher als ungünstig zu beurteilen ist.“

    Die im öffentlichen Raume stehenden Infos und Zitate zur Immobilie Kollegiengebäude sind z.T. widersprüchlich. Daher werden wir beim nächsten Runden Tisch die Veröffentlichung des Gutachtens forden und sind optimistisch, dass dies auch passiert. Dann sehen wir weiter.

  3. Das Gutachten datiert vom Jahr 2007 und ist daher wenig aussagekräftig, denn in den letzten 7 Jahren ist etliches an Modernisierung erfolgt.

    Daher wäre ein aktueller Sachstandsbericht wesentlich besser.
    Übrigen: eine Stadtverordnete arbeitet im RP, man sollte sie einfach einmal erzählen lassen.

    Manfred Sündorf

  4. Hallo,danke ffcr die Anfrage. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Die Standgebfchren kf6nnen Sie der Flohmarktordnung enneehmtn: Bei weiteren Fragen stehen wir gerne zur Verffcgung.Beste Grfcdfe,das Sonntagsfloh-Team

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