Leerstand ist Verschwendung

Bezahlbarer Wohnraum ist in Darmstadt nur sehr schwer zu finden, Lincoln-Siedlung-heute egal ob Studentenbuden oder auch Wohnungen für Familien. Die Mieten in unserer Stadt steigen seit Jahren unaufhaltsam – nicht zu reden von den Nebenkosten.
Auf den Konversionflächen hingegen gammeln Wohngebäude vor sich hin, allein in der Lincoln-Siedlung z.B. stehen 588 Wohnungen (ca. 60.000qm) seit 5 Jahren leer – bis 2008 waren die noch bewohnt.

  • Eine Gelegenheit, Unmut darüber zu äußern bietet sich am 8. Juni 2013 um 15 Uhr am Zaun der Lincoln-Siedlung, Heidelberger Strasse.

Vielleicht gibt es dort bald 150 Wohnplätze für Studierende als Übergangslösung – das ist gut.
Aber das sind gerade mal ein Zehntel der dortigen Wohnungen – viel zu wenig.

Warum eigentlich geht es mit den Konversionflächen nicht voran ?
Wir hören, die BImA will (zu) teuer verkaufen, Darmstadt hingegen will günstig kaufen und jede Seite schiebt der anderen den Schwarzen Peter zu. Das hat dazu geführt, dass es momentan nicht weitergeht. Diesen Stillstand wollen wir nicht mehr länger akzeptieren.

Wir Bürgerinnen und Bürger sind empört und verärgert
zum einen als Darmstädter darüber wie hier Chancen vertan werden, Wohnraum zu schaffen, den wir in unserer Stadt dringend brauchen – attraktiv und bezahlbar,
aber auch als Bundesbürger darüber wie die Bundesanstalt für Immobilien-Aufgaben (BImA) mit „unseren“ Wohnungen handelt; auch für diese Behörde muss gelten – „Eigentum verpflichtet !“

Beide, die Stadt Darmstadt und die BImA agieren im öffentlichen Auftrag und deshalb müssen sie ihre Verhandlungspositionen auch öffentlich darlegen und rechtfertigen.
Wir fordern Stadt und BImA auf, möglichst bald eine Einigung zu erzielen und zeitnah bezahlbare Wohnungen zu schaffen, die hier in Darmstadt so sehr benötigt werden.
Wir wollen und werden alle Beteiligten an diesem Verhandlungsmarathon immer wieder an ihre Verantwortung gegenüber uns Bürgern und Bürgerinnen erinnern.

Unter dem Motto „Leerstand ist Verschwendung“ wollen wir unseren Forderungen durch Aufrufe und Aktionen in der Öffentlichkeit den nötigen Nachdruck verleihen.
Wir sind sicher, dass zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sich wie wir über die derzeitige Situation ärgern und wir hoffen, dass viele gemeinsam mit uns ihre Empörung auch zeigen.

Eine erste Gelegenheit den Unmut zu äußern bietet sich am 8. Juni 2013 um 15 Uhr am Zaun der Lincoln-Siedlung, Heidelberger Strasse.

Die Idee und Initiative dazu ging aus von der Fraktion Uffbasse und wird unterstützt von vielen Gruppen und Einzelpersonen, wie z.B. Die Linke, Mieterbund Darmstadt, DGB Darmstadt, die Asten von TU und Hochschule, GALIDA (Gewerkschaftliche Arbeits-loseninitiative Darmstadt), TG LaK-Themen-gruppe „Leben auf Konversionsflächen“ der Lokalen Agenda 21, in der neben den Wohnprojekten Agora, Heinersyndikat und Wohnbunt noch weitere Gruppen aktiv sind.

Infos der Stadt Darmstadt zur Konversion gibt es unter  http://www.darmstadt.de/?2969
Unsere Forderungen kompakt im Handzettel-Konversion

6 Kommentare

  1. guude zusammen,

    die unerträgliche situation um die konversion („null-konversations“) flächen oder kurz „ex-ami siedlungen“, verführt mich zu der anmerkung, das eigentum nicht nur verpflichtet, sondern tatsächlich immer mehr zu diebstahl verkommt.
    – Pierre-Joseph Proudhon: „La propriété, c’est le vol“ –

  2. Finde Euren Artikel richtig gut. Bin am 8.6. am Zaun dabei u. glaube, fast ganz Darmstadt wird dort sein. Demos haben schon immer Mißstände beeinflußt u. verändert.Gehört die Lincoln-Siedlung nicht irgendwie eigentlich den Darmstädter Bürgern ? 588 Wohnungen leer stehen zu lassen, ist eine Schande. Danke Euch Uffbassern für die Initiative, Eure Wachsamkeit u. die Aktion am 8.6. !
    Wenn ich nicht schon so alte Knochen hätte u. die Puste auch nicht mehr vom Feinsten ist ( beides 73),hätt ich mich schon längst mal an der Siedlung angekettet.
    Also, dann bis zum 8. !

    Ingrid Hüther

  3. Um das hier mal einzuwerfen: hat schon mal jemand was von dem Wohnprojekt Pendelton-Barracks der Gesellschaft für soziales Wohnen (GSW) aus Gießen gehört? Da habe ich während meiner Gießener Studienzeit gewohnt. Die haben ein paar ehemalige Ami-Kasernen gekauft, renoviert und vermieten sie günstig an Studenten und Sozialmieter. Ist wie ich finde ein tolles Wohnprojekt und über die Jahre ist da eine schöne und bunte Gemeinschaft entstanden. Als Treffpunkt gibt es dort zum Beispiel ein Cafe, an dem man sich etwa zum Fußballgucken trifft. Jedes Jahr werden Feste veranstaltet, an denen die Bewohner zusammenkommen und gemeinsam grillen und Abends vorm Lagerfeuer miteinander quatschen oder Musik machen und und und. Räume für die unterschiedlichsten Veranstaltungen und einen Umsonstladen gibt es dort auch…ich komme schon wieder ins schwärmen:-) Naja, ist wie gesagt ein tolles Wohnprojekt, dessen Übertragung auf Darmstadt zumindest mal in Erwägung gezogen werden könnte.
    Das ist die Homepage der GSW: http://www.gsw-giessen.de
    Schaut doch mal rein.

    Grüße
    Daniel

  4. Ein Kollege von mir kommt aus Gießen und berichtet auch sehr positiv von dem dortigen Konversions-Projekt. In Hanau sind die Amerikaner im selben Jahr abgezogen, wie in Darmstadt und dort sind die Flächen schon bebaut. Es geht also, trotz Bima. Der Verdacht drängt sich auf, dass das Problem hier in Darmstadt liegt. Aber wir bekommen keinerlei Info, erzählt aber bei jeder Gelegenheit von Bürgebeteiligung. Das stinkt alles fürchterlich. Wir müssen uns wehren.

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