Gedanken und ne kurze(?) chronologie zur aktuellen darmstadtisdumm (WKZ) diskussion

28971d0beb78f2584deb48e9c81419711.jpgDie zahlenangaben sind teilweise aussem gedächtniss – also nur so ungefähr)
Die ganze sache begann ca. im jahre des herrn 2000 A.D. mit dem verkauf des luisencenter und den damit verbundenen einnahmen von 30 mille.
Der verkauf wurde u.a. damit begründet das die laufenden kosten (ca. 1 mille jährlich) zu hoch wären.
Wie in darmstadt üblich, muss durch den verkauf eines defizitären objektes ein noch größeres noch defizitäreres her.
Es war also eine glückliche Gelegenheit, dass

  • a) die TUD ein tagungszentrum wollte
  • b) das fraunhofer institut eine weltenbewegende cybernarium ausstellung ohne räumlichkeiten hatte
  • c) die stadt darmstadt ein “multinutzbares” kongresszentrum erstrebte

zu a) die TUD stellte durch das land hessen grund und boden zur verfügung
zu b) der damalige leiter des fraunhofer institutes versprach, das cybernarium zu einem kracher zu     aktualisieren und dem neuen kongresscenter zur verfügung zu stellen
zu c) die stadt darmstadt stellte nicht vorhandenes geld zur verfügung
Es wurden teure “neutrale” gutachten von renommierten firmen in auftrag gegeben die eine bedarfsanalyse bestimmen sollten.
Meiner erinnerung nach ergab sich darin folgendes:
Das rhein/main gebiet   hat einen bedarf an kongress und tagungszentren, allerdings wäre dieser rückläufig (schon vor der “finanzkrise”)
Für darmstadt wurde ein raumvolumen von ca. 4.000 m2 oder 8.000 m2 empfohlen.

Nachdem dieses gutachten auf dem tisch lag, wurde wie bei uns in heinertown üblich – trunken von visionen und innovationen – geklotzt und nicht gekleckert. Und ein freudentaumel setzte ein.
Die 30 mille vom verkauf des luisencenters wurden durch den verkauf von bauverein aktien um 20 mio oiro ergänzt, der Rest von 30 mio oiro wurde locker durch kredite abgedeckt. (An die sich die koalition heute kaum noch erinnern kann. So erzählt man gerne in der öffentlichkeit, man habe für den bau keine schulden machen müssen……) Der empfohlene raumbedarf von 4-8.000 m3 wurde großzügig, wie wir darmstädter so sind, sogar fast verdreifacht auf 18.000 m2.

Treibend waren hier:
peter benz (oberbürgermeister – spd),
ruth wagner (wissenschaftsministerin – fdp)
jan wörner (präsident der TUD).
– Die funktionen der personen alle mit „EX“ davor ;o))

BenzegeldEs wurde eine internationale ausschreibung gemacht und der, zugegeben beeindruckende, bau begonnen.
Uns stadtverordneten wurde ein “best case” szenario vorgelegt indem die kosten für den laufenden haushalt zwar etwa die gleiche höhe wie die des (verkauften) luisencenters hätten,   die außenwirkung für unsere stadt würde dies jedoch rechtfertigen. Unsere nachfrage nach dem “worst case” szenario wurde nur mit bemerkungen wie: wir wären miesmacher,   und meckerer und hätten einfach überhaupt keine ahnung von wirtschaft. Wir wären einfach die ewig gestrigen, gegen design und fortschritt und innovation. Der benzevadder hat in seiner eröffnungsrede im darmstadtium, unter tosendem applaus, nochmals darauf hingewiesen, dass mit so zweiflern wie uns darmstadt immer noch in den trümmern der brandnacht liegen würde.

Holla ! .ich schweife ab.

Es gab eine zusage der TUD sich jährlich mit (ich glaube ca. 500.000 oiro) an den betriebkosten zu beteiligen.
Es gab die zusage von encarancao (cybernarium) eine ausstellung im WKZ zu verwirklichen und eine damit verbundene geschätzte mieteinnahme von jährlich ca. 400.000 oiro.

Also wurde das WKZ danach gebaut.
Obwohl zu diesem zeitpunkt KEINERLEI verträge oder schriftlichen verpflichtungen untereinander existierten (dies blieb bis kurz vor der eröffnung so).
Zum glück hielt sich die TUD an ihre versprechungen (wobei ich nicht die laufzeit des vertrages kenne).
Das cybernarium allerdings…………! .die geschichte kennt ihr!

Das WKZ wurde ende 2007 eröffnet und es begann das PPP verfahren (in diesem falle Pleiten, Pech und Pannen).

Als geschäftsführer wurde ein herr pfister eingestellt, lt. dem neuen OB Walter Hoffmann der richtige Mann für diesen Job.

WKZ_GeierDer geschäftsführer pfister verglich das WKZ auch gleich mit einem ozeanriesen (titanic – unsinkbar?) und bezeichnete es als seinen porsche und wollte natürlich in diesem den plebs nicht mitfahren lassen.
Woraufhin es zu einem zwist zwischen der stadt und dem geschäftsführer kam.
Es wurde ein neuer geschäftsführer (krumrey) eingestellt, der einen professionellen eindruck macht.
Vielleicht wäre es insgesamt besser gewesen, jemanden der sich auskennt schon beim bau zur verfügung zu haben, dann wären vielleicht die ganzen fehler bei der ausstattung und dem brandschutz die dem bauverein unterlaufen sind nicht passiert und es wäre nicht nötig gewesen, dieses jahr noch einmal einen kredit über 7 mio oiro aufzunehmen, um die baufehler auszubügeln.

Obwohl die auslastung höher ist als erwartet, beträgt der betriebskostenzusschuss nicht wie versprochen 1 mio oiro, sondern 2009 voraussichtlich mindestens 3,5 mio oiro.
Klar, sind das bei 160.000 besuchern jährlich “nur” 20 oiro die uns jeder besucher kostet.
Unsere wiederholte forderung die umwegrentabilität verlässlich zu ermitteln (das sind die gelder, die jeder darmstadtium besucher in der stadt lässt) wird beharrlich ignoriert. Es wird zwar immer behauptet, die stadt würde so davon profitieren, aber ordentlich untersucht wurde das noch nie und nur weil man etwas annimmt wird es noch nicht realität.

Was mich   auch absolut nervt, sind so bescheuerte, „tröstende“ aussagen, wie das „andere häuser ein noch größeres minus aufweisen würden“……!
Hier komm ich wieder auf den porsche zurück.

Das heißt ja etwa:

Klar ist der porsche teuer und ich kann mir nix zu fressen kaufen aber wenn ich en ferrari hätt würd ich sogar verdursten!!!!

Nun, das WKZ ist da und es gilt eine lösung zu finden, die die stadt auf dauer stemmen kann ohne das an projekten die wirklich nah am bürger sind gekürzt werden muss oder diese ganz gestrichen werden.
(Den Bau des Darmstadtiums halten knapp zwei von drei Darmstädter n für „eher unwichtig“ oder „unwichtig“ (63 Prozent)). – (aus einer umfrage der stadt darmstadt!!!)
Eine lösung fällt mir hier nicht wirklich ein, klar hab ich gedanken wie:

  • Fleischt ein großes antiloopweiterstadtgegencenter

Oder

  • Ein großer privater wellness und freizeitpark (z.b mit indoorskateanlage im ex-cybernarium) zur erhöhung der attraktivität der innenstadt.

Oder

  • Einstampfen!!!!!!!!!!!!!!

Nu! . ich will ned zu negativ sein !
aber so – mit diesem scheißgelüge über kosten und belastungen kanns nicht weitergehn!!!!!!!!!!!!

Es muss eine kosten-nutzen berechnung her (zahlen, zahlen, zahlen! Keine spinnereien!!) und dann sollte abgewogen werden. Wir müssen verlässliche zahlen zur umwegrentabilität haben, sonst wird das ganze immer nur aus dem bauch heraus beurteilt und das kann bei so viel geld nun wirklich nicht sein.
Außerdem muss der zuschuss fürs darmstadtium gedeckelt werden (wie von uns auch im HFA zuerst vorgeschlagen –   die CDU ist nur auf unseren zug aufgesprungen). Über die höhe will ich an dieser stelle nicht spekulieren.
Wenn alles das nichts nutzt erwarten wir von der stadt, dass sie ihrem eigenen antrag folgt, den sie für das bessunger bad gestellt haben und für das darmstadtium ein betreibermodell findet, dass mit dem gedeckelten zuschuss auskommt. Der phantasie sind keine grenzen gesetzt und zur not muss man das ding eben wirklich verkaufen (wobei zurückleasen sicherlich keinen Sinn macht).
In frankfurt/main   soll an der messe bis 2012 ein einkaufs- und kongresszentrum – die “skyline plaza” gebaut werden (neben einem kleineren Kongresscenter am Flughafen)!!!!

Hier soll ein zentrum für 3000 besucher auf 40.000 m2 entstehen.
Mit einkaufszentrum, einem 150 meter hohem hotelturm, gastronomiebetrieben und wohnungen auf etwa 25.000 m2.
Es sind hier einrichtungen für wellness und freizeit, ein dachgarten mit amphitheater und außengastronomie geplant.
In Frankfurt wird dies allerdings von investoren (vivico und ECE) finanziert, die mit einem volumen von 300 mille ein “einzigartiges kongress- und erlebnisszentrum” bauen wollen.
Für den hotelturm ist bereits mit “grand hyatt” ein mieter gefunden, der hier nach berlin das zweitgrößte hotel der kette betreiben will.
Laut FAZ will die vivico real estate 1,2 milliarden oiro in den nächsten jahren in das europaviertel (in ffm!!!! ;o)) investieren

Falls die “finanzkrise da ned noch durchschlägt, hat unser darmstädter kongresszentrum damit ein weiteres kleines “problemchen”.

Zum abschluss noch ein paar anekdötchen:

Ich habe (wie wahrscheinlich viele andere “wichtige” ;o)   persönlichkeiten auch) ein nikolauspresent vor meiner türe liegen gehabt. Absender war ein blumenladen aus karlsruhe ???????? Noigierig reiß ich das ding auf und es fällt mir en blumedippe mit nem güldengeschmücktem bonsainadelbäumsche entgegen. Ich gugg immer noch rätselnd mitleidig das verreckersche an und was sehen meine oiglein???
Der dippe hadden babberˆ! .

Druff steht: darmstadtium!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Anscheinend en nikkelaus vonne wissenschafts- und kongresszentrum darmstadt GmbH
Da ich noigierig bin, gugg ich ma was es damit auf sich haben könnt! . und geb bei wiki „nadelbaum“ ein:

  • Nadelholzgewächse sind häufig Pionierpflanzen, die auf Böden wachsen, die Samenpflanzen anderer Ordnungen nur unzureichende Wachstumsbedingungen bieten.

Uffff……! das hat sich ja ma ganz gut gelesen…………

Ich gugg mir das aussem dippe gefallene ding an und muss feststellen das es scheinbar ein flachwurzler ist – dazu ebenfalls wiki:

  • Bei schlechten Bodenverhältnissen können Flachwurzler keinen optimalen Halt finden und sind bei starkem Sturm windwurfgefährdet

Diese symbolik machte mir dann doch angst ;o)))
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  • Darmstadtium

Namensgeber ist ein Element
Das darmstadtium ist ein Ion. Die international renommierte und bekannte Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt hat es 1994 geschafft, Blei (giftig) und Nickel (der häufigste auslöser von kontaktallergien) mit hoher Geschwindigkeit zu verschmelzen.
So entstand das Element darmstadtium mit der Nummer 110   im Periodensystem.
Das darmstadtium ist instabil und hat ein extrem kurzes Leben (ungefähr 0.17 Sekunden) ;o))))…………doch irgendwie beruhigend!!!!!!!!!!
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Ganz zum schluss noch ein auszug aus der rede von walter hoffmann zur eröffnung des WKZ am 6.12.07:

„ATEMBERAUBEND, meine Damen und Herren! ABSOLUT NICHTS FÜR SCHWACHE NERVEN! SCHLICHTWEG ATEMBERAUBEND…das glich manchmal einer ACHTERBAHNFAHRT…zuweilen auch einem Himmelfahrtskommando, ohne Netz und doppelten Boden…“
(irgendwie hat er da wohl die falsche Zeitform erwischt! .)

Mit besten grüßen an euch alle und danke für die geduld beim lesen.

Der jörg d.
 

4 Kommentare

  1. Ja, das passt doch irgendwie mit dem Artiggel von heute.. äh gestern, über die Weststadtruine am HBF. Ich glaube David Lynch hätte in Darmstadt ein Meer an Inspiration gefunden, …Vielleicht eine neue “ Planet der Affen “ Version, oder ein Remake des Klassikers “ … denn sie wissen nicht was sie tuhen “ .

    ugha ugha ugha !!!! jaujaujaujaujau, gröööööl, öttel öttel !!!!

  2. Der Artikel vom Jörg ist zwar schon von 9.Dezember 2008 aber ich will auch mal senfen. ;-)
    Ich bin ja vor 2 Jahren aus Darmstadt in den Odenwald geflüchtet.
    Einmal die Woche fahre ich noch mit dem Auto durch Darmstadt.
    Der Straßenzustand ist unter aller Sau. (Ob die Stadt da wohl Verträge mit Stoßdämpfer-Anbietern hat?)
    Das Darmstadtium hat zwar paar Millionen gekostet und sieht fürchterlich aus, aber der Staat saniert dafür die Berliner Staatsoper für lächerliche 200 Millionen Euro.
    Die Stadt Darmstadt hat soviele Bausünden in den vergangenen Jahrzehnten begangen, da fällt das Darmstadtium gar nicht mehr ins Gewicht. Die größte Bausünde ist für mich der Cityring.
    Auf die ganzen vergammelten Fußgängerunterführungen will ich jetzt garnicht näher eingehen….
    Dann noch der 4-spurige Ausbau der B26 nach Dieburg, diese „Autobahn“ verreckt dann dort. Dann die ehemals geplante Darmstädter Nordostumgehung: die A 661 hört abrupt in Egelsbach auf und sollte eigentlich am Böllenfalltor vorbei auf die A5 geleitet werden (ja, die Autobahn wäre über die Lichtwiese gegangen und im Wald am Böllenfalltor hätte es eine Anschlußstelle gegeben).
    Der neueste Dorn bei mir im Auge ist der Tackeknoten. Solch eine „durchkeknallte“ Verkehrsführung bekomme ich noch nicht mal bei Sim City(Computerspiel) hin.
    Auch aktuell ist das Gedöns um die ICE-Anbindung. Da habe ich lange nichts mehr gehört(lese das „Odenwälder Echo“, da ist nur eine Seite Darmstadt gewidmet, der Rest betrifft Festveranstaltungen der Freiwilligen Feuerwehr Kirchbrombach und Treffen der Kaninchenzüchter Reichelsheim).

    So,
    lesen tut’s wahrscheilich keiner.

    Gruß,
    Dirk

  3. guude dirk,

    zumindest ich habs gelesen ;o)).
    Leider, leider hasde ja soooo recht!!!!!!!
    Das mim stoßdämpfervertrag hab ich mir auch schon öfter überlegt.
    Fleischt sollte der magistrat koni oder billstein wirklich mal anschreiben um den haushalt aufzubessern………
    Ne glosse wärs allemal wert…….fleischt zu gegebener zeit.
    Beste grüße
    der jörg d.

  4. Hallo
    Also der Artikel ist sehr interessant und bestätigt das, was man schon aus vielen Quellen gehört hat: Das das Darmstadtium relativ sinnlos ist.
    Jedoch würde ich darum bitten, diese langen Artikel in korrekter Rechtschreibung und mit Groß – Kleinschreibung zu verfassen da sie dann wesentlich einfacher zu lesen sind und auch noch seriöser rüberkommen.
    Die Idee mit der Skateanlage finde ich sehr gut, ich skate selber und darmstadt könnte so etwas gut gebrauchen
    mfg
    Jan Buchmann
    PS:Ich wäre auch erfreut über eine Antwort per email

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