Gastbeitrag: „offener Brief an den Veranstalter des Lichterzugs“

leider war es mir nicht möglich, die flugblatt und transparentaktion zum diesjährigen „lichterzug“ zu besuchen.
doch da ich mich der kritik nahe fühle und dem verhalten der lichterzugveranstalter eher befremdlich gegenüberstehe, wollte ich
ihnen einen persönlichen, doch öffentlichen brief schreiben.
öffentlich insofern, das ich diesen auf der www.uffbasse-darmstadt.de, unter kommentare zum lichterzug öffentlich mache, als mein beitrag zur diskussions die dort ansatzweise stattfindet.
ich   finde die auseinandersetzung, sowohl über beweggründe als auch die inhalte wichtig und sollten teil einer sozialen auseinandersetzung sein.
in der politische auseinandersetzung   ist sie sogar notwendig.

als ich ihnen bei der vorbereitung zur interkulturellen woche 2007 begegnete fand ich sie kauzig, aber sympatisch.

warum schreib ich das, ich würde gerne mehr über ihr verhalten bzw. positionierung zu gunsten   schlagender burschenschaftlern wissen und die beweggründe für diese entscheidung.
waren es nur unwissenheit,   beeinflusste   naivität; überforderung?

fakt ist nur, und vielleicht wissen sie das gar nicht,
sie stellten sich *gegen* kriegsgegner, antimilitaristen, antifaschisten, antirassisten –
*gegen* menschen, die sich gegen die beteiligung der bundeswehr am krieg in ahfgahnistan und oder sonst auf der welt richtet.
*gegen* menschen, die   gegen die beteiligung von herrschenden politikern_innen auf ihrem lichterzug protestierte, und vielleicht wichtig für SIE, mit legalen mitteln protestierte.
*gegen* menschen, die für eine welt eintreten, wo raub, ausbeutung und unterdrückung ein   ende haben und an derer stelle sauberes wasser, ausreichend nahrung und die teilhabe am reichtum des planeten und gleiche rechte für alle menschen steht
im gegenzug   hatten sich   eine bundesjustiministerin, 2 abgeordnete und burschenschaftler, (schlagend   und frauen nicht aufnehmend ), hinzugesellt, die einen von ihnen eingeladen und aufgefordert zu kommen, die anderen mobilisiert und sie konnten sich wohl fühlen mit ihren uniformen.

sie bieten oder boten   den obengenannten herrschenden die möglichkeit sich als saubermänner und frauen darzustellen.
doch ihre praxis und tagesgeschäft, ist die verweigerung von asyl, das blockieren der fluchtruten, das   zurückweisen und abschieben, das   überwachen und   der ausbau der repressionsbehörden; das organisieren der kürzung von renten und sozialleistungen, die organisation und beteiligung   von kriegen zur aufrechterhaltung der (un)ordnung dieser   welt;
die verweigerung der teilhabe am reichtum und an menschenrechten vorausgesetzt.

zypries, storm und däubler-gmelin sind keine gutmenschen, sie sprechen menschen das leben ab, definieren was genug rente ist, wieviel flucht sein darf und wann illegalität anfängt und lehren den menschen in ahfgahnistan welches durch miltär und bomben befriedet werden muß, als sog. „vorverteidigung“.

widersprüche und heuchelei – sie bieten dieser politik eine öffentliche bühne, um sich unschuldig und harmlos zu geben, schon in den 1990er wurden lichterketten dazu benutzt sich von dieser feigen tödlichen gewalt zu distanzieren, um im gleichen atemzug die migranten und flüchtlinge für das elend verantwortlich zu machen, von der eigenen gier abzulenken, die verschärfung oder gar die installation von sondergesetzen, gutscheine und lager zeugen auch heute noch davon.
sie machen den menschen das leben schwer, drangsalieren und entrechten sie, sperren sie in lager und verweigern ihnen unversehrtheit, arbeit, lohn und eigene wohnung, lassen ihnen nicht genügend zum leben, bestimmen wo sie wohnen müssen und schränken ihre bewegungsfreiheit ein.
verweigern familiennachzug, konstruieren   sichere drittländer, militarisieren die grenzen und errichten ein grenzregime mit frontex als fluchtverhinderer an der spitze.
zahlreiche tote durch polizeiliche maßnahmen auf seiten der flüchtlinge und migranten_innen, in den letzten 15 jahren alleine in der BRD und geschätzte 20000 tote im wassergraben vor afrika in den letzten jahren, sprechen für sich.
diese gerechtigkeitslücke gilt es zu schliessen, die scheibtischtäter_innen werden sich verantworten müssen, auch wenn es dauert.
schauen sie sich bitte die kritik an, nehmen sie sie ernst.

frieden ist mehr als nur die abwesenheit von krieg

reinhard t.

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