die veränderung in unserer stadt

guude zamme,

Ich schreib hier fleischt en büschen unreflektiert aussem bauch raus aber ich hab mich heut so über nen  artikel im darmecho geärgert das hier mal en büschen luft rausmuss.

Hier ein auszug aus dem artikel (der komplette artikel abzurufen unter: http://www.echo-online.de/suedhessen/template_detail.php3?id=561572
Heag verkauft Häuser in der City
“Keine Möglichkeit für großartige Veränderungen”
 
 

Darmstadt, so heißt es im “Städtereport” des Maklerunternehmens Comfort, “stellt sich bei Filialisten und Immobilien-Investoren als gleichermaßen stark nachgefragter Einzelhandels-Standort dar”.

Die Innenstadt besteche durch enorme Angebotsvielfalt und kurze Wege. Comfort liegen nach Worten von Geschäftsführer Kaiser zahlreiche Anfragen namhafter Filialisten vor, die gern in Darmstadt neue Läden eröffnen wollten.

Wegen der großen Nachfrage seien die Ladenmieten weiter gestiegen, heißt es im Comfort-Bericht. Bei Neu-Anmietungen in 1-A-Lagen müssten für kleinere Läden rund 100 Euro pro Quadratmeter bezahlt werden. Größere Verkaufsflächen über 400 Quadratmeter seien in Darmstadt besonders rar.

Durch die Ansiedlung international bekannter Filialisten habe sich die Innenstadt in den vergangenen Jahren zu ihrem Vorteil verändert, erklärte Kaiser. “Das eine oder andere Handelskonzept wirkt derzeit noch antiquiert.”

Die Darmstädter City sei insbesondere am Wochenende ein Anziehungspunkt für Einkäufer aus dem Umland; wenn man sie attraktiv halte, könne die Innenstadt auch gegen das geplante Einkaufszentrum in Weiterstadt bestehen.

“Handel ist Wandel”, sagte Kaiser. Früher sei ein Geschäftskonzept alle zehn Jahre überdacht und die Ladeneinrichtung geändert worden, “heute geht es in Richtung fünf Jahre”. Für die Stadt sei es entscheidend, dass die Händler ihre Geschäfte attraktiv hielten.
 
db
23.1.2008

Darmstadt verändert sich.

Ich bin ja mal ned so ein alter knochen (naja – vor 40 jahren hätt ich das von mir gesagt ;o)) aber was in den letzten jahren abgeht is echt zum kotzen.

Natürlich is ned alles scheiße.

Es gibt durchaus auch positive entwicklungen hier bei uns in der stadt.

Durch die strassencaffes sind die   strassen und plätze belebter als früher.

Die centralstation hat wesentlich zur belebung der innenstadt beigetragen (auch wenn mensch zur finanzierung einiges zu sagen hätte aber da gibts inzwischen härtere klöpse  ;o))

Und und und……………………

Was aber wirklich übel ist, wir verliern langsam unser gesicht und damit unsere idendität.

Wir werden austauschbarer – egal welche titel wir uns nach außen geben.

Darmstadt wird langsam aber sicher zubetoniert, bzw.  indisch gepflastert und jedes kuschelwohlgefühl geht in den arsch.

Muss denn modern und wissenschaftlich gleich kalt und steril sein?

Muss alles groß, gigantisch und überproportsioniert sein um „mitzuhalten“?

Nein, es muss nicht!!!!!!!!!!!!

Es geht ja nicht nur um die „tollen inovativen bauprojekte und baumassnahmen“ von darmstadtium über theatervorplatz (ohne echte grünanlagen und kinderspielmöglichkeiten) bis zur „augenweide“ europaplatzn usw. usw…….

Nein, es geht auch um unsere geschäfte in der innenstadt um unsere individuellen geschäfte, die  uns unterscheiden von shoppingmals.

Aktuellstes  beispiel, nach einer langen reihe von schließungen idenditätsbringender läden, ist die buchhandlung schroth.

Eines nach dem anderen musste schließen, weil  sie dem druck der „filialisten“ nicht mehr standhalten konnten.

Uns fehlt oftmals die kohle dort einzukaufen und so dreht sich der kreis und der hund beißt sich in den schwanz.

Was mich aber auf die palme bringt ist, das hier von jemandem behauptet wird das wäre ein segen für die stadt…..

Nochmal die aussage  um ihn euch nochmal auf der zunge zergehen zu lassen:

Durch die Ansiedlung international bekannter Filialisten habe sich die Innenstadt in den vergangenen Jahren zu ihrem Vorteil verändert, erklärte Kaiser. “Das eine oder andere Handelskonzept wirkt derzeit noch antiquiert.”

Ich könnte kotzen……………….

Ich hab kein bock in meiner stadt zu stehen und nicht mehr zu wissen in welcher stadt ich überhaupt noch bin.

Weil alles voller austauschbarer filialen ist die es überall sonst auch gibt.

Ich liebe „antiquierte“, persönliche, ganz eigene, voller herzblut geführte geschäfte.

Ich liebe es in einer ebensolchen stadt zu leben.

Ich will in keiner austauschbaren stadt leben.  

Und ich scheiß auf international bekannte filialisten die in einer globalisierten welt „hippe“ ware verkaufen, die in dunklen kellern von zarter kinderhand geformt/strickt/näht………..whatever –  wurde.

Ich habe fertig ……………..

Mist – aber immernoch wut im bauch!!!!

Mit besten grüßen

der jörg d.

2 Kommentare

  1. Danke für deinen engagierten Kommentar, Du sprichst mir aus der Seele. Ich erschrecke auch immer, wie austauschbar unsere Innenstädte geworden sind. Da fährt man voller Vorfreude in eine anderere Stadt, will vielleicht noch ein bißchen shoppen gehen und alles was man findet, sind die großen Ketten, die überall sind. Nach Darmstadt sind einige große Geschäfte erst spät gekommen, dafür aber mit aller Macht. Wenn man irgendwas besonderes finden will, sei es zum Anziehen oder als Geschenk, muss man schon ganz schön suchen. Alles muss auf hochglanz poliert sein, dynamisch wirken, effektiv sein. Dafür wird die Leere in den Köpfen und den Herzen immer größer. Der Raum und die Gelegenheiten für wirkliche Begegnungen werden kleiner. Instrumentalisierte Räume ohne Menschlichkeit,die es den Menschen nur noch bei Konsum oder kurzem Verweilen erlauben, sich dort aufhalten zu können und das zu erleben, was wir als Entspannung oder Freizeitvergnügen erleben sollen.

  2. Dem ist eigentlich nur hinzuzufügen das in diesen so fortschrittlichen Filialisten meistens keiner nen Plan hat wenn du nach etwas fragst, will diese Leute nicht diffamieren aber habe manchmal den Eindruck, wie z.b. bei Saturn, da wird Service und Fachkenntnis bei der Einstellung nicht GROSS geschrieben.
    So, jetz trink ich ma meine Grande Vanilla Latte von Starbucks leer und schaff was…
    kost ja nix….
    naja 3,80…
    für des bisschen Kaffee…

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