Die Nikolausaktion

Guude zamme,

gestern (06.12.07) ham sich die vereinigten Darmstädter Nikoläuse (ein zusammenschluss verschiedener darmstädter gruppen aus Benzedomparty1kultur und politik) ein herz gefasst und wollten dem arg gebeutelten wissenschafts und kongresszentrum “darmstadtium” durch eine geldspende in höhe von 3.100.000 oiro nikolausgeld unter die vor aufregung ob der eröffnung verschwitzten unterarme greifen.
Genau das ist nämlich die im moment geschätzte summe des defizites der näxtes jahr gedeckt werden muss.
Da wir alle eintrittskarten hatten ;o)), war es kein problem den pallazzo prozzo zu betreten und sich unter die angeregt schwatzenden rotbäckigen wichtigen leute zu mischen.
Es war schön zu sehen wie harmonisch auch kritiker des darmstadtiumkonzeptes und dessen horrorkosten (wie UWIGA (herr klett mit frau und frau bornheimer) und die linke soziale WASG (in form von herrn   siebert mit begleitung) sich wie fische im wasser sektschlürfend unter all den horror-rationen ˆ…ähhh ! . Honoratioren bewegten.
Nun aber auch wir waren drin und es war saulangweilig und unerträglich heiß mit dem ganzen nikolaus gerümpel unter den klamotten…..
Es leierte so ne band im stile eines akustisch blumenstraußes den niemand wirklich anguggt/hört und dazu plätscherte im takt das wasser in die eimer die aufgrund des noch undichten daches aufgestellt waren. Endlich war das signal zum eintritt in den saal und wir verteilten uns strategisch.
Nach einem mit bombastmusik unterlegtem computercypermatrixmässigem vorstellungsfilm über die entstehung und entwicklung des darmstadtiums begann unser oberbürgermeister die eröffnungsrede. “Wie das darmstadtium den fünffingerturm als wahrzeichen darmstadts ablösen würde, das thomas gottschlk zuwenig umkleidekabinen darin hätte, aber angela merkel bestimmt mal nen IT kongress hier einläuten würde…….bla, bla, bla…….”
Es hielt uns langsam ned mehr auffen sitzen und wir mutierten von zuhörern zu aktivposten –   den:

– VEREINIGTEN DARMSTÄDTER NIKOLÄUSEN – ………..Benzedomparty3
Wir legten also von allen ecken des saales los und verteilten unsere mitgebrachten goldtaler und   3.100.000 oiroscheine auf deren rückseite ein kurzer text zu den kürzungen im haushalt bzgl. soziales, kultur, schule und der fast 4fachen aufstockungen bzgl. der unterhaltskosten des darmstadtiums abgedruckt war.
Einige von uns breiteten ein transparent aus und der oberbürgermeister wurde gefragt, ob wir uns denn auch mal zur kehrseite der medallie äußern dürften.
Nun…..wir durften nicht……..
und wurden, obwohl wir eingeladen waren teilweise doch recht grob nach außen “verwiesen” (siehe z.b. http://www.echoonline.de/sub/events/20071207da/pages/DA09.htm in der darmecho fotogalerie)
Wir ließen uns dabei aber nicht von abhalten, weiterhin unsere bürgerpflicht zu tun und das darmstadtium mit goldtalern und geldscheinen zu beglücken. Zum glück waren medien begleitend dabei, die festhielten, das unsere aktion absolut friedlich war und keinerlei gewalt von uns ausging. Dadurch wurde es dem etwas überfordertem Sicherheitsdienst doch nicht zu leicht gemacht so “durchzugreifen”, wie sie es gerne getan hätten.Benzedomparty2

Alles in allem eine nette aktion, die zwar die irrsinnige geldfresserei dieses monstrums für den moment nicht aufhalten wird, aber fleischt den verantwortlichen zeigt, das sie auch verantwortlich handeln und entscheiden sollten.
Wenn nämlich durch kürzungen in verschiedensten bereichen des sozialen und kulturellen lebens die gewachsenen – oft auch durch ehrenamtliche arbeit – strukturen zerschlagen sind.
Wenn kultur und event nur noch durch geld und nicht mehr durch fantasie, eigeninitiative und improvisation leben kann – dann ist sie tot.
Wir sollten immer im kopf und im herzen haben, das zusammenleben durch menschen stattfindet.
Menschen die sich durch soziale selbstverständlichkeit engagieren, durch solidarität, durch mitgefühl und durch interesse am mitmenschen.

Der jörg d.

Hier das Video von . „rhein main aktuell“:

4 Kommentare

  1. sau geil!!!!!!!!!!
    das beste is noch das echoonlinebild vom „gewaltätigigen“ dreinguckenden (es könnte aber auch verzweiflung sein) security.

    vor allem sehr symphatisch wie auch schon der ob anmerkt. und in so einem stahl/glas/beton bunker kann er da mit genügend security auch super umgehen…

  2. Nun, die Schaffung von Großbauten ohne Rücksicht auf die finanzielle Lage ist kein Darmstädter Privileg und auch kein Privileg unserer Zeit. Der Protest mit legalen Mitteln ist ebenso in unserer demokratischen Gesellschaft verankert wie das Recht des Hausherrn einer Veranstaltung, störende Personen des Hauses zu verweisen – ob Einladungskarte oder nicht.

    Der „Zwischenfall“ mit den Nikoläusen war eine Minutensache, die Situation vom Hausherrn immer im Griff und das Sicherheitspersonal hat durchaus den Eindruck gemacht, als wüssten sie, wie man mit nervenden Kindern umgeht. Von der im Bericht angedeuteten Verzweiflung war jedenfalls nirgendwo etwas zu sehen.

    Alles in Allem: eine nette Anekdote, die morgen vergessen ist. Die Kostenbelastungen durch das Projekt aber bleiben, da hat diese „Aktion“ wohl kaum einen Jota geändert. So macht man zwar eine Tagesmeldung, aber keine Politik, schon garkeine Politrik mit praktischen Auswirkungen (außer einer Gewinnsteigerung für das Sicherheitsunternehmen). Vielleicht merkt das die Wählergemeinschaft auch noch.

    Wolfgang

  3. johh wolfgang,
    woher willst du denn wissen, ob der sicherheitsdienst jederzeit alles im griff hatte…………???
    Ich kann dir sagen (und ich war dabei) das es en ganz schönes security gehampel war und wenn unser protest nicht absolut gewaltfrei gewesen wäre hätten wirs rauchen lassen können…..peng.

    Es ist außerdem nicht mehr als legitim auf einer veranstaltung eines prokjektes, das von allen!!! bürgern darmstadts bezahlt wird zu versuchen auch sichtweisen aufzuzeigen die an diesem abend bestimmt nicht angesprochen worden wären.
    Und es waren unter den illustren gästen doch tatsächlich auch menschen dabei, die sich für unser argumente interessierten.
    Sieh an…..

    Nun, fest steht das überdimensionierte kuckucksei liegt jetzt bei uns im nest und wir müssen sehen das der vogel von alleine fliegen lernt.
    Deswegen ist und wäre es unsinnig, auf der existenz dieses monstrums jetzt laufend rumzuhacken.

    Wir wolltens ned – nu isses aber da.

    Es bleibt uns nur über uffzubasse, das das ding uns nicht auffrißt, sondern das es sich am besten selbst trägt.
    Deswegen werden wir nicht müde werden mit ALLEN möglichen mitteln darauf hinzuweisen, das es in der art wie es gestartet ist (mit diesen geheimnistuereien, falschinformationen und leeren versprechungen) nicht weitergehen/fliegen kann.
    Und wenns auf dauer zu teuer wird
    (so unbezahlbar bleibt)
    ……………schleifen!!!
    und es riesenrad wieder druff

    ach… was ich fragen wollt…..wie machst du denn politik mit praktischen auswirkungen???
    Fleischt kannsde ja mal nen heißen tip geben.
    der jörg d.

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