Des Nazis neue Kleider

25.05. Mo / 20:00 /  schlachthof wiesbaden

 Des Nazis neue Kleider – Symbole und Codes rechtsextremer Jugendlicher

Eine Kooperation von Bildungswerk Anna Seghers und Kulturzentrum Schlachthof
Viele Jahre wurden Nazis in der BRD auch als “ewig Gestrige” bezeichnet. In der Tat erkannte man sie oft an Kleidungsstilen, Frisuren und Symbolen, die ihre Anlehnung an die dreißiger und vierziger Jahre in Deutschland hatten.
In den achtziger Jahren wurde die subkulturelle Skinheadbewegung rechtsextrem unterwandert und das öffentliche Bild eines Neonazis wurde durch Glatze, Bomberjacke und Doc Martens Stiefel geprägt.
Beide Bilder, der Seitenscheitelnazi und der Skinhead taugten als Abziehbild einer hässlichen “Subkultur”. Viele Jugendliche waren nicht unbedingt von Rassismus und Naziideologie abgeschreckt, sondern von der Kultivierung eines historischen Bezugspunkts, die einen modernen Kleidungsstil und ähnliches nicht zuließ.
Aus dieser Situation haben die Neonazis erschreckend viel gelernt. Natürlich gibt es immer noch Skinheads, aber viele junge Neonazis sind heute nicht mehr auf den ersten Blick zu erkennen. Die nachfolgende Generation geht in der öffentlichen Wahrnehmung neue Wege, freilich ohne ihre menschenfeindlichen Inhalte zu verändern. Ihr Kleidungsstil passt sich der Mode an, und über die Medien der Musik und des Internets erreichen sie mehr Jugendliche als je zuvor. Rechtsextreme Symbole verstecken sich in Zahlencodes, Bandnamen und Textilmarken. Diese Symbole sind auch den meisten nicht rechtsradikalen Jugendlichen bekannt, so das oft die paradoxe Situation entsteht, dass ein Jugendlicher mit einem codierten “Heil Hitler” auf der Brust durch die Schule läuft, welches von der Mehrzahl der Schüler auch so gelesen wird, aber außerhalb des Jugendmilieus unerkannt bleibt.

In dieser Veranstaltung soll es um Zweierlei gehen:

1. Wollen wir auf die Bedeutung von rechtextremen Codes aufmerksam machen und die Mobilisierungsinstrumente von Musik, Internet und Kleidung der Neonazis beleuchten.

2. Wollen wir auf einige der gängigsten Codes eingehen, um die Dechiffrierungsfähigkeit gegen über derartigen Verschlüsselungen zu steigern.

Der Eintritt ist selbstverständlich frei.

http://www.schlachthof-wiesbaden.de/  
 
http://www.bildungswerk-seghers.de/  

http://www.annefrank-wiesbaden.de/  

2 Kommentare

  1. guggsdu…………….

    http://www.tagesschau.de/inland/meldung153690.html

    Rechte Szene und Markenklamotten
    Staatsanwaltschaft nimmt „Nazi-Schick“ ins Visier
    Die Bilder von Neonazi-Demonstrationen gleichen sich. Kahlköpfige Schläger marschieren gemeinsam mit rechtsextremen Intellektuellen und unbelehrbaren Alten. Aus ihrer Gesinnung machen die Teilnehmer keinen Hehl. Viel versteckter sind die Botschaften, die in diesen Kreisen über die Wahl der Kleidermarke transportiert werden. Viele der betroffenen Firmen wehren sich gegen die Vereinnahmung durch die rechte Szene. Im Gegensatz zu „Thor Steinar“, gegen das Unternehmen wird ermittelt.
    Von Sarah Strohschein, tagesschau.de

    Die Qualität ist hochwertig, die Schnitte sind gut, der Internetauftritt ist modern. Auf den ersten Blick handelt es sich bei Kleidungsstücken der Marke Thor Steinar um ganz normale Freizeitmode. Freizeitmode allerdings, die sich nach Beobachtungen des brandenburgischen Innenministeriums zu einem eindeutigen Erkennungszeichen der rechtsextremistischen Szene entwickelt hat. Die Besonderheit liegt im Detail: Das Thor-Steinar-Logo zeigt zwei miteinander verschlungene altgermanische Runen, die Tyr- und die Gibor-Rune. Die eine war im Nationalsozialismus Zeichen der SA-Reichsführerschulen, die andere wurde von der Waffen-SS verwendet. In dieser Woche ordnete die Staatsanwaltschaft Neuruppin nun die Beschlagnahmung der Kleidungsstücke bei der Herstellerfirma Mediatex an, auch die Wohn- und Geschäftsräume der Unternehmensinhaber wurden durchsucht.
    “Der Bezug zum Nationalsozialismus ist zu erkennen“
    Gegen das Unternehmen werde wegen der Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole ermittelt, bestätigte Oberstaatsanwalt Jürgen Schiermeyer. Zuvor hatte bereits das Amtsgericht Prenzlau den Träger eines Thor-Steinar-Pullovers zur Zahlung von 30 Tagessätzen ˆšÃ‰   zehn Euro verurteilt. “Bei dem Logo ist der Bezug zum Nationalsozialismus eindeutig zu erkennen“, begründete Schiermeyer das Vorgehen gegen die Firma.
    Seit rund zwei Jahren vertreibt Mediatex aus Zeesen in Brandenburg die Kleidungsstücke bundesweit. Eine Verbindung zur rechtsextremen Szene weist das Unternehmen jedoch weit von sich. “Wenn die Sachen Leuten gefallen, die ein Problem mit der Verfassung haben, dann ist das nicht das Problem der Firma Mediatex“, sagt ihr Anwalt Markus Roscher. Das Logo habe mit dem Nationalsozialismus nichts zu tun – schließlich existiere die Runensymbolik bereits seit Jahrtausenden. Das Unternehmen selbst sei vollkommen unpolitisch.
    Logo soll vom Markt genommen werden
    Roscher hält das Vorgehen der Justiz für unverhältnismäßig. Ein Bezug zum Nationalsozialismus sei bei dem Logo für den normalen Bürger nicht zu erkennen. “Wenn man so argumentiert, dann könnte man auch gleich den 1. Mai als Feiertag abschaffen, denn der ist von Hitler eingeführt worden. Oder es unter Strafe stellen, Wagner zu hören“, findet der Anwalt. Trotzdem werde Mediatex das Logo jetzt vom Markt nehmen und ein neues entwickeln. Maßnahmen, um sich von der rechtsextremen Szene eindeutig abzugrenzen, erwäge die Firma jedoch nicht. “Wir sind schließlich nicht mehr in der DDR, wo man sich ausdrücklich von allem Möglichen distanzieren musste“, so Roscher.
    Vom “NSDA“ in “LONSDALE“
    Dass es auch anders geht, zeigen Firmen wie Lonsdale und Fred Perry. Beide Unternehmen gehörten lange Zeit zu den wichtigsten Kultmarken der rechtsextremen Szene – und wehren sich seit Jahren konsequent gegen diese Vereinnahmung. Dass Fred Perry ein britischer Tennisspieler jüdischen Glaubens war, der in den dreißiger Jahren mehrfach das Wimbledon-Turnier gewann, interessiert die Rechtsextremisten nicht. Genau so wenig wollen sie wissen, dass Lonsdale eine alte britische Boxer-Marke ist, in deren deutscher Zentrale in Neuss 40 Mitarbeiter aus 16 Nationen arbeiten. Die Neonazis folgen einer ganz eigenen Logik. Werden Lonsdale-Shirts unter einer geöffneten Bomberjacke getragen, sind die Buchstaben “NSDA“ zu lesen. Zwar fehlt der Buchstabe “P“ für die Partei Adolf Hitlers – allerdings machen sich die Träger auch nicht strafbar. Das Logo von Fred Perry zeigt einen Lorbeerkranz, der von den Neonazis zum Siegerkranz umgedeutet wurde.
    Konsequentes Vorgehen gegen Vereinnahmung von rechts
    Beide Unternehmen unterstützen seit Jahren Initiativen und Projekte gegen Rechtsextremismus. “Wir unterstützen Menschen und Aktionen, die von Neonazis abgelehnt werden“, beschreibt Peter K. Friesenhahn, Lizenzinhaber von Fred Perry in Deutschland, die Strategie. So habe seine Firma unter anderem eine Tournee im Rahmen der Stern-Aktion “Mut gegen rechte Gewalt“ mitfinanziert und die Münchner Aktion “Sport ist Power gegen Gewalt“ unterstützt. Lonsdale sponsert seit fünf Jahren das “Augen Auf“-Kulturfestival in Sachsen und startete 2003 die Kampagne “Lonsdale loves all colours“. Auch das offizielle Motto-T-Shirt für den Christopher-Street-Day in Köln stellte das Unternehmen zur Verfügung. “Läden, die im Ruf stehen, an die rechte Szene zu verkaufen, werden von uns unangemeldet und verdeckt überprüft und gegebenenfalls aus der Kundenkartei gestrichen“, erklärt Tobias Heupts von der Firma Punch, die die Lizenzrechte für Lonsdale in Deutschland besitzt. Bislang seien davon 16 Läden betroffen.
    Umsatzeinbrüche bis zu 75 Prozent
    Beide Firmen sehen bereits deutliche Erfolge ihrer Kampagnen. “Wir haben uns sehr darüber gefreut, dass auf rechtsextremen Internetseiten dazu aufgerufen wurde, keine Fred Perry-Klamotten mehr zu kaufen“, so Friesenhahn. Lonsdale belegt die Wirkung der Maßnahmen mit Zahlen. “Im Brennpunktgebiet Sachsen ist unser Umsatz seit September 2003 um 75 Prozent eingebrochen“, erklärt Heupts. An der schleppenden Konjunktur habe das jedoch nicht gelegen: “Insgesamt sind unsere Verkaufszahlen stabil“.
    Stand: 29.10.2005 17:50 Uhr

  2. Unter den nationalsozialistischen Feiertagen nahm der 1. Mai in den folgenden Jahren eine herausragende Stellung ein. Seine ursprüngliche Bedeutung als der wichtigste Festtag der internationalen Arbeiterschaft verdrängten die Nationalsozialisten: Wurde der 1. Mai 1933 noch als „Feiertag der nationalen Arbeit“ begangen, so fehlte mit der Bezeichnung „Nationaler Feiertag des deutschen Volkes“ ab 1934 jeglicher Bezug zur Arbeit. Mit der Umbenennung beriefen sich die Nationalsozialisten auf uraltes, vorgeblich germanisches Brauchtum. Der 1. Mai galt ihnen als „den ewigen Lebenskreislauf bejahender“ Festtag zum Frühlingsbeginn. Der Maibaum als zentrales Symbol wurde, wie es in vielen Gegenden Deutschlands schon vorher praktiziert worden war, mit einem oder mehreren Kränzen geschmückt. Ein einzelner Kranz stand dabei für den Jahreskreis, bis zu drei verschieden große Kränze symbolisierten die im Lauf eines Jahres größer werdende Bahn der Sonne. Hinzu kamen unter dem NS-Regime Dekorationen wie Hakenkreuze, die Symbole der Deutschen Arbeitsfront (DAF) und ihrer Freizeitorganisation „Kraft durch Freude“ (KdF) sowie die Insignien verschiedener Berufsgruppen der Arbeit und des Handwerks.

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