Demo für Frieden in Gaza

459_krieg_und_leichen___die_letzte_hoffnung_der_reiche.jpgguude zamme,

erstma` als vorankündigung……….

samstag den 10.01.09 findet auffem lui(senplatz)

ab 14.00 uhr ne (d)emo für frieden in gaza statt.

Mehr infos, demnäxt……..

Nachtrag am 10.1.:

Hmmmm………..hab jetzt nix mehr von gehört….

Weiß also ned, ob da jetze wirklich was stattfindet oda ned!!!!!!!

beste grütze der jörg d.

2 Kommentare

  1. guude zamme,

    hier 2 berichte aus spiegel online:
    (uffbasse…. ganz schön viel buchstaben!!!!)

    NAHOST-KRISE
    Uno legt schockierenden Gaza-Bericht vor
    Zehntausende Flüchtlinge, kaum Wasser und Lebensmittel: Erstmals seit Beginn der Gaza-Offensive beschreibt die Uno detailliert die humanitäre Lage. Die Kommissarin für Menschenrechte fordert eine Untersuchung wegen möglicher Kriegsverbrechen Israels.
    Berlin – Die Bilanz der Uno knapp zwei Wochen nach Beginn der israelischen Gaza-Offensive fällt verheerend aus: „Es gibt keinen sicheren Ort im Gaza-Streifen, keine Zufluchtsorte, keine Bunker“, heißt es in einem fünfseitigen Report über die humanitäre Lage, „die Grenzen sind geschlossen und die Menschen haben keinen Ort, an den sie sich flüchten können“. Fast warnend weist die Uno darauf hin, dass die „als Zuflucht genutzten Einrichtungen“ der Organisation nicht konstruiert sind, um Flüchtlinge vor Bombardements zu schützen.
    Grundsätzlich gibt die Uno regelmäßig Berichte über die humanitäre Lage in Gaza heraus. In der aktuellen Situation, in der ausländische Medien und Beobachter von der israelischen Armee konsequent aus dem Gaza-Streifen ferngehalten werden, gibt der Report über den „Schutz von Zivilisten“ nun erstmals Einblicke und Zahlen zur katastrophalen humanitären Lage in der Kampfzone. Explizit fordern die Autoren des Berichts, dass wegen des „dringenden Bedarfs“ an humanitärer Hilfe Transporte in den Gaza-Streifen „rund um die Uhr“ operieren können müssten.
    Die Angaben der Uno werden der israelischen Regierung nicht gefallen. Ziemlich gelassen hatte diese stets behauptet, eine humanitäre Krise in Gaza gebe es nicht. Indirekt stellte man fest, die Berichte und Zahlen seien Hamas-Propaganda. Zudem betonte das Militär, dass Israel eben im Krieg sei und der Kampf im Vordergrund stehe.
    Nun aber kommen die beeindruckenden Schilderungen der Uno, die nach dem Beschuss zweier ihrer Schulen und eines Hilfstransports am Donnerstag frustriert die Unterbrechung ihrer Mission in Gaza verkünden musste.
    Uno-Kommissarin fordert unabhängige Untersuchung
    Das Klima zwischen der Uno und Israel, traditionell belastet wegen der zahlreichen Verstöße des Landes gegen Uno-Resolutionen, ist in der zweiten Woche des Gaza-Konflikts mittlerweile eisig. Unabhängig von dem Report der lokalen Helfer machte die hochrangige Uno-Funktionärin Navi Pillay in Genf schwere Vorwürfe gegen Israel.
    „Der Teufelskreis von Provokation und Rache muss ein Ende haben“, sagte Pillay, Hochkommissarin für Menschenrechte. Viele Menschen, so die Uno-Frau, seien durch „Israels nicht hinnehmbare Militärschläge“ auf eindeutig gekennzeichnete Uno-Einrichtungen getötet worden.
    Pillay beließ es nicht bei den Vorwürfen, sie forderte eine „glaubhafte und unabhängige Untersuchung“ der möglichen Verstöße gegen die Menschenrechte. Diese wären, würden sie sich bestätigen, Kriegsverbrechen, so die Funktionärin. Laut Pillay müssten sofort Uno-Beobachter in Gaza zugelassen werden.
    Die Daten des Reports werden bei einer solchen Untersuchung auch eine große Rolle spielen. Gleich zu Beginn des Dossiers beziffert die Uno die Zahl der in den vergangenen zwei Wochen getöteten Menschen auf 758. Ob es sich bei den männlichen Opfern um Hamas-Kämpfer oder Zivilisten handelt, ist schwer auszumachen.
    Gleichwohl sind unter den Toten auch 60 Frauen und 257 Kinder, beide Gruppen zusammen machen 42 Prozent der Opfer aus – der Krieg gegen die Hamas in Gaza trifft die Schwachen.
    Die Uno beschreibt, wie die Menschen im Gaza-Streifen ums Überleben kämpfen. Demnach ist die Stromversorgung in fast allen Teilen Gazas mehr oder minder zum Erliegen gekommen. Am 4. Januar, so der Bericht, seien rund 75 Prozent der Bevölkerung, die auf rund 1,5 Millionen Menschen geschätzt wird, ohne Strom gewesen. Trotz der von den Israelis erlaubten Benzintransporte waren auch am 6. Januar noch immer weite Teile von Gaza-Stadt ohne Elektrizität. Die angespannte Sicherheitslage erlaube Reparaturen nur sehr begrenzt.
    Auch das Wassersystem in Gaza ist großteils außer Betrieb. Laut der Uno sind 800.000 Menschen im Gaza-Streifen ohne fließendes Wasser, rund die Hälfte aller Quellen könne wegen fehlender Elektrizität nicht angezapft werden, die andere Hälfte pumpt nur zeitweise Wasser an die Oberfläche. Vor allem aber ist das Abwassersystem durch die Luftangriffe massiv beschädigt. Konkret warnt die Uno vor Infektionen, mit denen sich die Menschen anstecken könnten, da das Abwasser nicht mehr abgepumpt wird und Teile Gazas zu überfluten droht.
    In den Kliniken fehlt es am Nötigsten
    Zudem wird die Nahrungsversorgung immer dürftiger. Seit dem 6. Januar arbeiten nur noch neun Bäckereien, die Preise fürs Brot verdoppelten sich. Die Schließung der Schmuggel-Tunnels von Ägypten nach Gaza hat laut Uno zu einer weiteren Verschärfung der Lage geführt. Die Organisation schätzt gemeinsam mit dem „World Food Program“, dass 80 Prozent der Bevölkerung mittlerweile auf Hilfe von außen angewiesen sind. Doch die 232 Lastwagen mit Mehl, die seit dem 1. Januar nach Gaza fahren durften, konnten den Hunger nicht stillen.
    Im Notstand befinden sich auch die Krankenhäuser. Die wenigen Betten für Schwerverletzte seien „überbelegt“. Seit Tagen würden Patienten so schnell wie möglich wieder nach Hause geschickt – so soll Platz für neue Verletzte geschaffen werden. Viele Verwundete könnten gar nicht aus der Kampfzone in Krankenhäuser gebracht werden, da die Ambulanzen wegen des anhaltenden Bombardements und der Bodenkämpfe nicht an sie herankämen. Laut dem Bericht wurden elf Ambulanzen beschossen, sechs medizinische Helfer kamen ums Leben.
    Devote Bitte der Helfer
    Die medizinische Ausstattung der Kliniken beschreibt die Uno als katastrophal. Schon vor der Offensive seien medizinische Ausstattung und Ersatzteile für die Technik wegen der Isolation des Gaza-Streifens rar gewesen. Vor der Offensive wurden 700 bis 1000 chronisch Kranke monatlich regelmäßig in Ägypten oder in Israel behandelt. Dieser Ausweg ist nun versperrt. Auch wenn das Rote Kreuz am 5. Januar ein paar Kisten Impfstoff und andere Medikamente nach Gaza bringen konnte, fehlen laut Uno Ärzte, die auf die Behandlung von Verletzten geschult sind.
    Zunehmend suchen Palästinenser Schutz in Unterkünften der Uno. Der Report rechnet vor, dass es seit der Krise im Jahr 1967 nicht mehr so viele „gewaltsam obdachlos“ gewordene Menschen in Gaza gab. Rund 16.000 Menschen sind bereits in Einrichtungen der Organisation gekommen, 23 solcher Notunterkünfte gibt es bereits. Doch die Kapazität der Uno ist begrenzt, die Autoren des Berichts schätzen, dass nur rund 40.000 Menschen in den Häusern, Schulen und anderen Notunterkünften Platz finden können.
    Die Autoren des Berichts enthalten sich jeder moralischen Wertung oder Kritik an Israel. Sie bitten – fast devot – einzig um das, was in Konflikten wie diesem eigentlich normal ist: „Jeder Mechanismus, der die Verteilung von Hilfsgütern ermöglicht, ist willkommen.“
    Mgb

    KRIEGSGEGNER IM EIGENEN LAND
    Israel geht hart gegen Verweigerer und Demonstranten vor
    Aus Tel Aviv berichtet Ulrike Putz
    Sie sind eine Minderheit, aber ihre Zahl wächst: Israelische Kriegsdienstverweigerer machen mobil gegen die Militärangriffe im Gaza-Streifen. Der Staat reagiert mit Härte: Demonstranten werden festgenommen, Verweigerer landen im Knast.
    Tel Aviv – Der Anrufer war eine Computerstimme: „Hier spricht die israelische Armee, dies ist der Ernstfall. Bitte geben sie zur Überprüfung ihrer Identität ihre Mobilisierungsnummer ein“, sagte sie.
    Noam Livne hielt sein Handy ans Ohr und wusste: Mit dem aufgezeichneten Marschbefehl hatte auch für ihn der Krieg begonnen. Doch würde er an einem anderen Schauplatz stattfinden als im Gaza-Streifen. Weil er den israelischen Waffengang gegen die Hamas ablehnt, würde er den Dienst an der Waffe verweigern. Dafür würde er vor Gericht kommen und ins Gefängnis, das wusste Livne. „Das ist ein Kampf, den ich bereit bin zu kämpfen.“
    Noch ist Livne auf freiem Fuß. Am Donnerstagabend steht der 34-Jährige mit etwa 250 anderen Israelis vor dem Verteidigungsministerium in Tel Aviv. „Wir weigern uns, in Gaza zu kämpfen“, „Gaza zu zerstören produziert Terror“ steht auf Schildern, die die Demonstranten hochhalten. Am Vortag hat die Reservisten-Organisation „Mut, sich zu verweigern“ eine Anzeige auf Seite eins der israelischen Tageszeitung „Haaretz“ geschaltet und zum Protest aufgerufen.
    „Es ist wichtig, dass unsere Stimme gehört wird“, sagt Arik Diamant von der Reservisten-Gruppe. „Wir sind die Leute, die wissen, was es heißt, zu kämpfen.“ Die meisten hier sind Mitte 30, fast alle haben in den besetzten Gebieten gedient, sagt Diamant. „Wir wissen, dass ein Krieg in einem dicht besiedelten Landstrich wie Gaza unmoralisch ist.“
    91 Prozent der Israelis unterstützen den Krieg
    Am ersten Tag des Krieges gingen tausend Menschen in Tel Aviv gegen den israelischen Waffengang auf die Straße. Eine Woche später waren es zehntausend. Dass sich Zahl der Teilnehmer bei der für Samstag angesetzten nächsten Großdemo erneut drastisch erhöht, ist unwahrscheinlich: Das israelische Massenblatt „Maariv“ veröffentlichte am Freitag eine Umfrage, in der nach der Meinung zum Krieg gegen die Hamas gefragt wurde. Rund 91 Prozent der Befragten gaben an, den Krieg zu unterstützen. Nur knapp vier Prozent erklärten, dagegen zu sein. Knapp fünf Prozent gaben an, keine Meinung zu haben oder nicht antworten zu wollen.
    Tatsächlich sind auch nach zwei Wochen Krieg in Israel nur wenige Stimmen des Protests zu hören – und es sind immer nur dieselben. Unter den Demonstranten vor dem Verteidigungsministerium findet sich am Donnerstagabend kaum jemand, der zum ersten Mal auf die Straße gegangen ist. Fast alle Anwesenden sind Mitglieder von Menschrechts- oder Friedensgruppen. Seit Beginn des Krieges sehen sie sich beinahe jeden Abend. In Fahrgemeinschaften reisen sie nach Feierabend durchs ganze Land, um ihrer Stimme Gehör zu verschaffen.
    Die Polizei greift hart gegen Demonstranten durch
    Die Polizei greift hart durch: Etwa 600 Demonstranten wurden bislang festgenommen, 225 sitzen immer noch in Haft, 176 sind angeklagt, meist wegen Ruhestörung und Behinderung des Straßenverkehrs. Das schreiben Israels Medien in den wenigen Artikeln, die sich den Abweichlern widmen. Die israelische Polizei nannte auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE keine genauen Zahlen. „Es gibt mehr als 300 Verhaftete“, sagte ein Polizeisprecher.
    Keren Manor saß drei Tage lang im Gefängnis. Mit 18 Gleichgesinnten hatte sie sich vor einer Woche in die Einfahrt der Luftwaffenbasis Sde Dov gelegt. Alle trugen weiße Overalls, rote Farbe sollte das Blut unschuldiger Opfer symbolisieren. „Wir wollten die Piloten an ihre persönliche Verantwortung erinnern“, sagt Manor.
    Die Polizei habe alle Demonstranten verhaftet, obwohl diese nach Aufforderung durch die Beamten den Weg freigemacht hätten, sagt Manor, die den Vorfall auf Video dokumentiert hat. Erst nach drei Tagen seien sie freigekommen. „Wir hatten noch Glück, weil wir israelische Juden sind“, sagt Manor. „Die meisten, die heute noch in Haft sitzen, sind Palästinenser mit israelischem Pass.“ Menschenrechtsorganisationen in Israel bestätigen, dass die meisten noch Inhaftierten israelische Araber sind.
    2. Teil: Vom überzeugten Offizier zum Militärkritiker
    Manor gehört eine Gruppe „Anarchisten gegen die Mauer“ an. Die Anti-Kriegs-Demonstranten rekrutieren sich aus einer ganzen Reihe von Protestgruppen: Anarchisten, eine „Frauen-Koalition für den Frieden“, selbst eine ultra-orthodoxe jüdische Sekte, die den Staat Israel und somit seine Kriege ablehnt, haben jeweils kleine Demos organisiert.
    Vielen Israelis gelten die Aktivisten als Berufsquerulanten. Gerade deshalb sei es wichtig, dass der Protest vor dem Verteidigungsministerium aus dem Militär selbst heraus kommt, betont dessen Organisator Diamant. „Wir sind Soldaten, keine Spinner. Wir verweigern uns, nach Gaza zu gehen, weil wir schon früher solche Kämpfe geführt haben. Wir wissen, was sie anrichten“, sagt der Refusnik – so werden die Verweigerer in Israel genannt.
    In Israel gehört jeder Mann nach den obligatorischen drei Jahren Militärdienst bis zum Alter von 45 Jahren der Reserve an. In der Regel tun sie einen Monat im Jahr Dienst. Für den Krieg in Gaza sind über zehntausend Reservisten mobilisiert worden. Nur eine Handvoll hat verweigert. „Das liegt vor allem daran, dass die Armee sogenannte Querulanten gar nicht mehr einzieht“, sagt Roi Yellin, Pressesprecher der Refusniks. Das Militär wolle vermeiden, dass eine größere Gruppe von Neinsagern Medienöffentlichkeit bekomme.
    Im Grunde dreht sich der Konflikt um das Existenzrecht Israels und die Forderung nach einem eigenen Palästinenserstaat. Es gibt inzwischen palästinensische Autonomiegebiete – den Gaza- Streifen und das Westjordanland. Eigentlich sind die Gebiete voneinander durch die Grüne Linie getrennt. Um die israelischen Siedlungen in den umstrittenen Gebieten gibt es immer wieder Streit.
    So war es während der zweiten Intifada ab 2001. Über 600 Reservisten verweigerten damals den Dienst in den besetzten Gebieten, unter ihnen 27 Kampfjet-Piloten. Das erregte Aufmerksamkeit, stieß Diskussionen an. „Das will die Armee auf jeden Fall verhindern.“
    „Die Besatzung ist Unrecht“
    Es ist in Israel nicht sonderlich schwer, im Kriegsfall den Dienst an der Waffe zu umgehen. „Viele holen sich ein Attest vom Psychologen oder verreisen ins Ausland“, sagt Noam Livne. Er wollte sich nicht wegducken. Also packte er nach seiner Mobilisierung am vergangenen Samstagabend seine Reisetasche und verabschiedete sich von Familie und Freunden. Er werde für ein paar Wochen weg sein, im Gefängnis, teilte er ihnen mit. Am nächsten Morgen fuhr er zu seiner Kaserne nach Haifa und sprach beim Kommandanten vor, erzählt er.
    Er sei gekommen, um deutlich zu machen, dass er sich nicht drücke, dass er sich nicht verstecke, sagte Livne dem diensthabenden Offizier. Auch Livne hat einen Offiziersrang. Der Doktorand der Mathematik ist Leutnant der Reserve. Vor 15 Jahren, als er seinen Militärdienst antrat, sei er enthusiastisch gewesen und habe sich zu einer Kampfeinheit der Pioniere gemeldet, sagt er. Erst als er längst schon studierte und nur einmal im Jahr Reservedienst leisten sollte, änderte sich seine Haltung. „Ich habe verstanden, dass die Besatzung Unrecht ist.“ Die Entscheidung zu verweigern, sei ihm nicht leicht gefallen. „Unsere Organisation trägt den Mut nicht umsonst im Titel. In Israel ist es schwer, laut zu sagen, dass man gegen den Krieg ist und deshalb lieber ins Gefängnis geht.“
    Schon einmal saß Livne drei Wochen in Haft, weil er sich weigerte, Reservedienst zu leisten. Wie lange er dieses Mal sitzen muss, weiß er noch nicht, es werde wohl mindestens ein Monat. „Ich hoffe, die zehn Bücher in meiner Reisetasche reichen.“

  2. un nochma guude,
    es soll aba auch ned die andere seite unkritisiert bleiben!!!
    Fanatismus is scheiße!!!!!!!!!!!!!
    Ob religiös, politisch oder sonstwie……
    Warum verdammte kagge muss das denn sein???
    Grrrrrrrrrrrrr…………..
    Solchen fanaten, egal ob moslems, christen, juden oder sonst ne kagge isses scheißenegal, ob unschuldige menschen durch in ihre machtgeilheit leiden müssen oda ned…
    FUCK YOU!!!!!!!!!!!

    Hier also nochma spiegel online über die „unschuldigen gotteskämpfer“

    GAZA-KRIEG
    Wie die Hamas die Bilder des Krieges kontrolliert
    Aus Aschkelon berichtet Ulrike Putz
    Verletzte Kinder, weinende Frauen, Familien in den Trümmern ihrer Häuser: Die Welt sieht vor allem die zivilen Opfer des Gaza-Krieges. Aufnahmen von palästinensischen Kämpfern – sei es in Aktion oder verwundet – gibt es kaum. Aufseher der Hamas verhindern, dass sie gedreht werden.
    Tel Aviv – Die unscharfen Bilder, die der Hamas-Sender al-Aksa-TV seit einigen Tagen ausstrahlt, sind erschütternd: Ein israelischer Panzer ist zu sehen, in der Luke steht ein Soldat. Ein Schuss fällt, der Körper des Soldaten sackt nach unten weg. Die Sequenz wird in Zeitlupe wiederholt.
    Nun ist eine kleine Explosion am Helm des Soldaten erkennbar: genau der Moment, in dem der Israeli von der Kugel eines Hamas-Scharfschützen in den Kopf getroffen sein soll. Aus dem Off ist Jubel zu hören. Diejenigen, die „Gott ist groß“ rufen, sind der Scharfschütze und der neben ihm postierte Kameramann – so erweckt es zumindest den Eindruck.

    Ob die al-Aksa-TV-Bilder echt oder manipuliert sind, ob sie tatsächlich aus diesem Krieg stammen oder aus dem Archiv – es ist nicht zu überprüfen. Dass sie – nicht in ihrer ganzen Länge und Grausamkeit – von ausländischen Sendern übernommen wurden, liegt daran, dass sie Seltenheitswert haben.
    Denn in der Bilderflut, die sich seit zwei Wochen per Satellit aus dem Gaza-Streifen heraus über die Welt ergießt, fehlen gewisse Motive. Bilder von Hamas-Kämpfern in Aktion, Aufnahmen von verletzten Militanten: Es gibt sie kaum. Dabei sind laut den Krankenhäusern im Gaza-Streifen nur etwa die Hälfte der über 800 der in den vergangenen zwei Wochen getöteten Menschen Zivilisten.
    Druck auf palästinensische Journalisten
    Blutende Kinder, schreiende Frauen, Sanitäter, die im Laufschritt zivile Opfer des jüngsten Bombardements in die Notaufnahmen tragen: Was die Welt aus dem Gaza-Streifen sieht, ist vornehmlich das Leid der vom Krieg geschundenen Zivilbevölkerung. Dass das so ist, liegt auch am Druck, den die Hamas auf die palästinensischen Journalisten im Gaza-Streifen ausübt.
    Lokale Journalisten berichteten in den vergangene Tagen hinter vorgehaltener Hand, Hamas-Aufseher würden sie anhalten, keine Kämpfer zu zeigen. Die Aufpasser seien teilweise sogar vor den Journalisten vor Ort und gäben Anweisungen, was zu filmen sei. Teilweise seien die Hamas-Männer sogar handgreiflich geworden, um die Fernsehteams am Drehen zu hindern, sagte der ZDF-Kameramann seinem Sender.
    Die Hamas-Zensur scheint weit zu reichen, das ergeben Anrufe bei einigen Journalisten in Gaza. Die Angst, die sie haben, über das Thema zu sprechen, lässt auf großen Druck seitens der Islamisten schließen. Gefragt, ob er sich zu diesem Thema mal umhören könnte, verneint ein Journalist rundweg. Solche Fragen zu stellen, sei gefährlich, wenn die Hamas erfahre, dass er in Sachen Zensur recherchiere, gerate er in Schwierigkeiten.
    Als Beispiel für die erschwerten Arbeitsbedingungen führt er einen Vorfall aus den vergangenen Tagen an: Während er auf der Straße Interviews führte, habe ihn ein Sicherheitsmann der Hamas angesprochen. Der Kollege, der seinen Namen ebenfalls nicht nennen will, konnte sich als Journalist ausweisen und durfte gehen. Der Schreck sitze ihm jedoch immer noch in den Gliedern: „Der Hamas-Mann hat gesagt, er habe mich für einen Kollaborateur der Israelis gehalten.“
    So ein Verdacht kann in Gaza in diesen Tag ein Todesurteil sein. Israelische Medien und internationale Nachrichtenagenturen berichteten in den vergangenen Tagen mehrfach davon, dass die Hamas seit Beginn des Krieges angebliche Kollaborateure hat hinrichten lassen.
    Inszenierte Bomben-Tote
    „Dass die Hamas versucht, die Bilder dieses Krieges zu manipulierEN, ist ganz deutlich“, sagt Ilan Goren, Redakteur beim großen israelischen Fernsehsender Kanal 10. Immer wieder hat er in den vergangenen Tagen über die mediale Seite des Krieges berichtet. Viele der Bilder, die per Satellit aus Gaza überspielt würden, seien gestellt, sagt Goren. „Wenn drei tote Kinder nebeneinander auf der Couch sitzen, ist das nicht glaubhaft“, sagt er. Fraglich sei dabei nicht, ob die Kinder bei einem israelischen Bombardement umgekommen seien: „Daran besteht ja wohl kein Zweifel.“ Aber es sei anzunehmen, dass die Leichen auf die Couch platziert worden seien, um ein eindrücklicheres Bild zu haben.
    Die Journalisten im Gaza-Streifen stecken in diesen Tagen in einem nicht zu überbrückenden Zwiespalt. Sie sollen unabhängig und neutral über einen Krieg berichten, unter dem sie und ihre Familien selber leiden. „Das ist einfach zu viel verlangt“, sagt Goren. Der Blickwinkel, der ein Reporter einnehme, sei immer von seinen persönlichen Erfahrungen gefärbt. Auch müsse man sich fragen, an wen die palästinensischen Journalisten ihre Berichte adressierten.
    Der panarabische Sender al-Dschasira ist der einzige internationale Kanal, der derzeit live aus Gaza berichtet. „Natürlich wendet sich al-Dschasira an ein arabisches Publikum und ist der palästinensischen Sache gegenüber dementsprechend positiv gestimmt.“ Bei der englischen Ausgabe von al-Dschasira, die weltweit übertragen wird, sehe das schon anders aus. „Das englischsprachige Programm ist ausführlich und umfassend“, sagt Goren.
    Israel verhindert noch immer Zugang der Presse
    Die internationale Presse hat seit Beginn des Gaza-Krieges keinen Zugang zu dem Küstengebiet: Trotzdem das Militär vom höchsten Gericht Israels aufgefordert wurde, ausländische Journalisten in den Gaza-Streifen zu lassen, verweigert es den Zugang. Begründet wird dies mit Sicherheitsbedenken.
    Daniel Seaman, Direktor des israelischen Regierungsbüros für ausländische Presse, ist offener: Wiederholt sagte er, es sei im Sinne Israels, die Auslandspresse aus Gaza herauszuhalten. Mit der Hamas als Herrscherin über Gaza dürften ausländische Reporter in Gaza ohnehin nicht frei arbeiten und nur beschränkt recherchieren. So würde die Auslandspresse zum Sprachrohr der Hamas.
    Die eigene Erfahrung und die im Gaza-Streifen kontaktierten Kollegen widersprechen dem: „Es wird höchste Zeit, dass ausländische Reporter kommen, damit wir wieder Fragen stellen können“, sagt ein Journalist, der oft für nicht-arabischsprachige Kollegen übersetzt. Ausländer in Gaza könnten alles recherchieren, und solange ihre palästinensischen Kollegen nur übersetzen, gingen sie keine Gefahr ein.
    Tatsächlich hat die Hamas es seit ihrer Machtübernahme vermieden, ausländische Reporter zu gängeln. Zwar gewährte sie keinen Zugang zu militärischen Einrichtungen und hielt sich bedeckt, wenn es um sicherheitsrelevante Themen ging – doch das entspricht internationalen Gepflogenheiten. Es war in den vergangenen zweieinhalb Jahren für Ausländer möglich, im Gaza-Streifen auch äußerst Hamas-kritische Artikel zu recherchieren.
    Inwieweit sich das geändert hat, wird sich zeigen, wenn Israel internationalen Reportern wieder Zugang zu dem Landstrich gewährt.

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