Das Echo oder wie man durch die Auswahl an Leserbriefen Stimmungen schürt und Gerüchte in die Welt setzt

Wir beobachten in den letzten Wochen eine neue Form der Qualitätsreduzierung beim Darmstädter Echo.

Konkret geht es um die Auswahl der Leserbriefe. Diese stellen – darauf wird ja ausdrücklich hingewiesen – nicht die Meinung der Redaktion dar. Trotzdem muss man sich wundern, wie es bei einer etablierten und seriös arbeitenden Tageszeitung dazu kommen kann, dass Leserbriefe abgedruckt werden, die inhaltlich zu 100 Prozent falsch sind und Menschen oder Parteien diffamieren.

Konkret geht es um den in der Ausgabe am Samstag (04.06.2016) abgedruckten Leserbrief, in dem ein Herr aus Mühltal die Uwiga und Uffbasse verwechselt. Das ist nicht besonders schlau von dieser Person, man könnte natürlich erwarten, dass sich jemand, bevor er sich öffentlich äußert, kundig macht, wer da eigentlich die Abwahl von Reißer fordert. Aber gut, da wollte halt mal jemand was sagen und hat keinen großen Wert darauf gelegt, sich vorher zu informieren. Da dieses Vorgehen heute vielfach zu beobachten ist, regt es einen ja schon fast nicht mehr auf. Erst mal schießen und dann nachdenken ist ja sozusagen „state of the art“ geworden.

Völlig unverständlich ist es aber, dass eine seriöse Tageszeitung, die drei Tage vorher einen Artikel veröffentlicht hat, in dem die Fraktionsvorsitzende von Uffbasse dahingehend zitiert wird, dass Uffbasse den Abwahlantrag der Uwiga NICHT zustimmen wird, so etwas an einem Samstag, dem Auflagenstärksten Tag, abdruckt. Wie kann so etwas passieren? Warum veröffentlicht man Falschinformationen über eine Fraktion ohne dies vorher zu prüfen oder eine Richtigstellung von Seiten des Echos hinzu zu fügen? Hier ist mehr redaktionelle Umsicht und Sorgfalt aus unserer Sicht mehr als wünschenswert.

3 Kommentare

  1. Tja, willkommen in der Wirklichkeit. Das macht das „neue“ Echo jetzt fast täglich. Hennemann und Körber lachen sich aus Mainz wohl täglich schlapp über die Tretminen, die sie legen. Ziel, immer stärker am BILD Journalismus anzudocken. Es geht um Auflage und nicht um Qualitätsjornalismus!

  2. Ja das echo versucht derweil auch im rechtspopulistischen bereich käufer zu finden – dies ist aber wirtschaftlich aus deren sicht gewiss sinvoll immerhin sieht man seit derweil langen jahren entsprechende kommentare einzelner leser. :/
    warum ich mich seinerzeit für den erhalt der redaktion noch einsetzte werde ich wohl auch unter parteipolitische intressen abbuchen – wie kann man euch beitreten? geht auch eine doppelmitgliedschaft? O.O

  3. Der fehlerhafte Leserbrief fiel mir auch auf und ich teile die Kritik am sog. NEUEN Echo. Ich empfinde v.a. die Lokalbericherstattung zunehmend tendenziös. Habe den Eindruck es geht dem Echo vor allem darum, fast täglich Kritik an der aktuellen Stadtregierung in den Vordergrund zu stellen. Ich will eine kritische Tageszeitung, das bedeutet aber kritisch nach allen Seiten!

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