Abschied von Horst „Ho“ Turner

Am Samstag den 04.02.2012 um 14.00 Uhr wollen im Friedwald Lauterbach/Vogelsberg Familie und Freunde von Ho Abschied nehmen.
Menschen, denen Ho nahe stand, sind herzlich eingeladen.

http://www.friedwald.de/LAT_Start.AxCMS

http://www.friedw.de/LAT_WaFue_Anfahrt.AxCMS

Nachruf:

Wir nehmen Abschied von unserem langjährigen Begleiter und Freund Horst „Ho“ Turner, der am Samstag tot in seiner Wohnung aufgefunden wurde.
Drei Dinge waren es für uns, die wir mit ihm in Verbindung bringen: die Begleitung von benachteiligten Jugendlichen, sein politisches Engagement und seine Kunst.
Ho hat in vielen Jahren Jugendmedienarbeit vor allem mit benachteiligten Jugendlichen geholfen, deren Blick für die Schönheiten und Absurditäten des Lebens zu schärfen und in Bildern festzuhalten sowie ihre Medienkompetenz zu schulen.
Zeitlebens getrieben von der Suche nach einer freien und gleichen Gesellschaft ohne Ausgrenzung und Armut war Uffbasse die ersten Station nach seinen politikbewegten 70er Jahren, in der er sich politisch wiederfand. Seit Gründung von Uffbasse war Ho

dabei, kaum eine Sitzung verpassend und immer lebhaft beteiligt, vor allem wenn es um die Situation von Kindern und Jugendlichen oder die Darmstädter Kultur ging. Kleine Anekdote am Rande: da Ho die Transparenz der Menschen im Internet und die Schnelligkeit von Emails ablehnte, bekam er jahrelang einen Erinnerungs-Telefonanruf für die wöchentlichen Sitzungen.
Es gibt wenige Menschen, die sich mit dieser Stadt so intensiv und kritisch auf kunstvolle Weise auseinandergesetzt haben wie er. Wir haben Ho als einen Menschen kennengelernt, der in und für seine Kunst gelebt hat. Immer auf der Suche nach Motiven und mit einem sicheren Blick für Stilbrüche, für einzigartige Schnappschüsse aber auch für Konzeptarbeiten, wie die nachträgliche mechanische Verfremdung von Polaroid Aufnahmen, hinterlässt er einen Fundus an vielseitigen Kunstwerken. Ho ist ein unvergesslicher – wenn auch zeitlebens vernachlässigter Teil – der Darmstädter Kunst und Kulturszene, der eine große Lücke hinterlässt. Andere waren gefälliger in ihrer Kunst und ihren Kontakten, Ho bis zuletzt kompromisslos mit Mut zur Eckigkeit und der ihm eigenen Gabe Motive von scheinbarer Gegensätzlichkeit zu einem oft skurrilen und humorvollen Ganzen werden zu lassen. Gleichzeitig war er aber auch zunehmend erfüllt von einer tiefen Traurigkeit, seine Fotografien nicht einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen zu können.
Ho Turner war ein Idealist, ein mitfühlender, hilfsbereiter, bescheidener und humorvoller Mensch, dem viel Lebensfreude abhanden kam, nachdem er wegen eines Hüftschadens vor drei Jahren seinem geliebten Inlineskaten nicht mehr nachgehen konnte.
Bis zuletzt fuhr er mit seinem Fahrrad  durch Darmstadt, immer seine Kamera dabei. Er liebte die Atmosphäre an der Grube Prinz von Hessen, die er nicht nur an warmen Sommertagen, sondern zu jeder Jahreszeit genoss.
Wir tragen viele liebevolle Ereignisse und Gespräche mit Ho in unserem Herzen – er war für uns einer dieser großartigen Darmstädter Originale – stadtbekannt, nicht immer einfach im Umgang, aber durch seine Ecken und Kanten mit Mut zur Unbequemheit herrlich liebenswert und unverwechselbar, für die Kreativen bei Uffbasse war Ho nicht nur Freund und Weggefährte, sondern auch Inspiration und Mentor.

Aus unserem Leben bist Du gegangen, in unserem Herzen bleibst Du.

Dazu der Nachruf aus dem Darmstädter Echo vom 8. Januar 2012: „Echo Online – Fotograf und „Uffbasse“-Mitstreiter Horst Turner ist tot

10 Kommentare

  1. Irgendwann

    Irgendwann
    wird ein fallendes Blatt
    das letzte sein

    Irgendwann
    wird ein goldener Morgen
    der letzte sein

    Irgendwann
    wird eine ausgeführte Handlung
    die letzte sein

    Irgendwann
    wird eine versuchte Erklärung
    die letzte sein

    Irgendwann
    wird ein aufsteigender Gedanke
    der letzte sein

    Irgendwann
    wird ein unerbittliches Ende
    der Anfang
    von etwas Neuem sein.

    Unbekannt

    Ciao Ho!

  2. Vielen Dank für den schönen Nachruf! Habe Horst „Ho“ Turner nur einmal erlebt, glaube ich, aber eine eindrückliche Erinnerung.

    Offenbar hat er vor allem auch die Stadt geliebt – das macht ihn zu einem Verwandtem im Geiste!

    Gute Reise, „Ho“…..

  3. wir haben so einige aktionen, partys & ausstellungen miteinander durchgezogen und viele gespräche geführt.
    `wir kommen alle nach´ hast du bei der beerdigung vom walter baumann gerufen, jetzt hast du´s wahrgemacht.
    machs gut, alter aktionista, sowas wie dich wirds nie wieder geben, deine kunst bleibt, du wirst hier sehr fehlen & bleibst in meinem herz
    love & light
    frank
    (eat`n´art, nachtgalerie g7/frankfurt)

  4. Ein toller Mensch und Freund warst du für mich!!!
    Ich erinnere mich sehr gerne an die „Nightskating“ Zeiten mit dir…
    Trotz deiner Traurigkeit hast du mir immer so viel Mut gemacht!!!
    Du bleibst in meinem Herzen…

  5. … vielleicht aus den Augen verloren, aber nicht aus dem Herzen.
    Eine deiner Widmungen, die jetzt eine ganz eigene Bedeutung für mich bekommen hat: Ein-Blick durch den Spalt ins Universum läßt andere Welten ahnen!
    Danke Ho. – für all das, was wir zusammen unternommen haben. Es war eine schöne Zeit mit dir. Ich bin einfach nur traurig …

  6. Am Anfang war die Clique in Büdingen, das „hole in the wall“/die kleine Pinte „Pressluft“, das hanging around am dortigen Jerusalemer Tor. Aber das waren dann auch die durchaus wilden Zeiten mit den Guru Guru (Groove), Captain Beefheart u. a., dem Darmstädter „Underground“. Leider haben wir uns in den letzten Jahrzehnten (anläßlich politischer Diskussionen) nur ganz selten gesehen. Ixch habe HO dann immer gleichsam aus dem fernen Frankfurt mit seinen Kunstprojekten gesehen.
    Ich war erschrocken, als ich Ende März von seinem frühen Tod erfahren mußte.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.