Nordbad – Neubau (zu ?) kostspielig

Der Neubau des Nordbades soll etwa 40 mio€ kosten – das ist eine unerwartet hohe Summe, mehr als das Doppelte der bisherigen Schätzungen von bis zu 18 mio€. nordbad

Das Positive daran ist, dass die Zahlen jetzt bekannt sind und nicht – wie häufig bei anderen Vorhaben – erst im Laufe der Baumaßnahmen scheibchenweise bekannt werden und das Vorhaben dann nicht mehr gestoppt werden kann.

Anders jetzt beim Nordbad – hier ist noch Zeit, über mögliche Alternativen zumindest nachzudenken. Wir bezweifeln nicht die aktuellen Zahlen für den Neubau und versuchen auch nicht durch kleine Änderungen am Entwurf die eine oder andere Million einzusparen.

Aber gegenüber dem Beschluss vor 2 Jahren ergibt sich eine wesentlich veränderte Situation. Die langjährige Diskussion (siehe unten) mündete im Sommer 2014 in einem Beschluss zum Neubau des Nordbades und dem Abriss des Trainingsbades am Woog.

In der betreffenden Vorlage waren 5 in ihrem Umfang unterschiedliche Varianten eines Neubaus sowie eine Kostenschätzung für die Option Sanierung beschrieben.

Die geschätzten Kosten für die Neubauvarianten lagen zwischen 13 mio€ und 18 mio€, für eine Sanierung waren ca. 12 mio€ geschätzt.

Angesichts dieser Differenz und dem Mehrwert eines in seinem Nutzungsumfang besseren Neubaus war die Entscheidung für einen Neubau und Schließung des Trainingsbades mehr als plausibel und sinnvoll.

  • Mit der jetzigen Summe von ca. 40 mio€ ist die Option Neubau vs. Sanierung für uns nicht mehr so plausibel und klar wie damals – zumal sich auch die jährlichen Folgekosten von 1,2 mio€ auf 2,4 mio€ verdoppeln.
  • Damit hat sich für Uffbasse ein ganz entscheidender Aspekt „pro Neubau“ geändert und wir möchten vor einer Entscheidung zumindest die Option Sanierung noch mal prüfen.
  • Gilt die Kostenschätzung von 2014 noch bzw. wie sieht eine aktualisierte Schätzung angesichts steigernder Baupreise usw. heute aus ? Wie würden Folgekosten und eine Wirtschaftlichkeitsberechnung aussehen wenn eine Sanierung z.B. 18 – 20 mio€ erfordert.
  • Gibt es (bau-)technische KO-Kriterien, die gegen eine Sanierung sprechen ?

Wir denken, der Neubau ist seinen Preis wert, aber dem Mehrwert eines Neubaus gegenüber einer Sanierung möchten wir auch die Kosten der beiden Alternativen gegenüberstellen. Erst dann ist ein verantwortungsvoller Beschluss möglich.

Dabei betrachten wir auch die finanzielle Gesamtsituation der Stadt. Was wenn die Aufsichtsbehörde die geplanten Kredite für die nächsten Jahre nicht genehmigt ? Welche Vorhaben werden dann gestrichen und/oder verschoben – Berufsschulzentrum, Schulbausanierung ? Allein unter diesem Aspekt sollten wir einen Plan B fürs Nordbad prüfen.

Zur Diskussion ums Nordbad ein kurzer Rückblick

Bereits 2008 wurden als Teil eines städtischen Bäderkonzeptes Planungsmittel bereitgestellt für einen möglichen Umbau oder Neubau des Nordbades.

Im Jahre 2008 wurde eine Studie vorgelegt (Fritz-Studie), welche den Zustand aller städtischen Frei- und Hallenbäder beschrieb und mögliche Optionen für eine Neuordnung bzw. Ertüchtigung der Bäderlandschaft skizzierte.

Für das Nordbad wurde eine Komplettsanierung als eine mögliche Option als Alternative zu einem Neubau aufgezeigt für ca. 10,5 mio€. Für eine Sanierung des Trainingsbades am Woog wurden ca. 1,8 mio€ geschätzt.

Seit 2010 wurden dann verschiedene Varianten diskutiert, zum Teil wieder verworfen, geändert usw. Für die unterschiedlichen Varianten eines Neubaus des Nordbades – Sportbad, Familienbad, mit und ohne Berücksichtung des Freibades – lagen die jeweils vorläufigen Kostenschätzungen zwischen 13 mio€ und 18 mio€.

Es gab weitere Gutachten und Wirtschaftlichkeitsberechnungen sowie die Beteiligung der Nutzer des Nordbades bei der Festlegung der Anforderungen an ein neues Nordbad. Schließlich gab es dann die oben erwähnte Beschlussvorlage im Sommer 2014.

 

2 Kommentare

  1. Wer sich mit dem Nordbad in der Schwimmausbildung auseinandersetzt, der sieht, daß ein Neubau unausweichlich ist.

    Ließe sich vielleicht noch der Umkleide-und Sanitärbereich sanieren, so bleibt augenfällig, daß das Sportbecken nicht mehr im Lot ist, und daß ständig Wasser
    An der Seite der Umkleidekabinen überläuft.

    Des Weiteren fehlt ein Tiefwasserbecken, um auch die für die Schwimmausbildung ichtigen Grundfertigkeiten Springen und Tauchen unterrichten zu können.

    Außerdem bitte ich zu berücksichtigen, daß mit dem Umbau des Zentralbades das dortige große Lehrschwimmbecken ersatzlos abgerissen wurde, wodurch der Schwimmschulbetrieb auch der Vereine eingeschränkt wurde.

    Außerdem muß die durch Wegfall des Schul-und Trainingsbades fehlende Pädagogisch nutzbare Wassrfläche ersetzt werden.

    Insofern ist wird die obige Schilderung den Realitäten nicht gerecht, es werden, im Gegenteil, Äpfel mit Birnen verglichen.

    Schwimmbäder sind Soziokulturelle Interaktionsräume, Fußballstadien sind es nicht.

  2. Hallo Christian,

    zu Deinem letzten Satz zu „Interaktionsräumen“ wäre einiges anzumerken, aber das würde uns von der wesentlichen Frage wegführen.

    Dass das Trainingsbad ebenfalls saniert und weiterhin genutzt werden müsste ist uns klar – ich hab das wohl nicht deutlich genug beschrieben. Und vielleicht vergleichen wir Äpfel mit Birnen, aber wenn ich herausfinde, dass 1 Kilo Äpfel doppelt so viel kostet wie ein Kilo Birnen, hab ich wenigstens eine Wahl zwischen beiden.
    Wir wollen nur wissen, was das Kilo Birnen kostet.

    Dass ein Neubau letztlich eine andere Qualität hat und einen höheren Nutzen (Bewegungsbad, Mehrzweckbecken)ist offensichtlich, aber bei den jetzt bekannten Summen halten wir es für unsere Pflicht, eine mögliche Alternative zumindest mal zu prüfen.

    Seit 10 Jahren wird neben der Option Neubau immer die Variante „Sanierung“ aufgeführt. Vielleicht ist es aus bau-technischen Gründen gar keine realistische Option, dann waren die bisherigen Ausführungen dazu genauso falsch wie die früheren Neubaukosten. Wozu dann die Studien dazu ? Dann hatten wir als Stadtverordnete nie wirklich eine Alternative zur Entscheidung vorliegen.

    Aber wenn eine Sanierung möglich ist – mit all ihren Nachteilen – dann wollen wir diese Option und deren Kosten den aktuellen Neubauinformationen mal gegenüberstellen. Vielleicht würde die Sinnhaftigkeit eines Neubaus selbst für 40 mio€ dann wirklich deutlich und eine Entscheidung dafür einfacher.

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