StaVo: Markus zum Stadionneubau

Frau Vorsitzende, liebe Kolleginnen und Kollegen,  sv-darmstadt-98

ich bin froh, dass mit unserem Antrag und dem Antrag der Koalition schon ein Stück weit Abstand von der Machbarkeitsstudie genommen wird. Als ich die Studie das erste mal gelesen habe war ich erschrocken. Erschrocken über die Qualität der Studie. Sie wirkte auf mich, wie aus dem „Setzkasten für Machbarkeitsstudien“ zusammen geschustert.

Dieser Eindruck bestätigte sich, als ich die Studie des gleichen Instituts für ein neues Stadion in Saarbrücken in die Hände bekam, diese ist nämlich, wenn man von der Standortfrage absieht, mit „unserer“ nahezu identisch. So gleichen sich die Vorschläge für eine Nutzung abseits des Fußballs wie ein Ei dem anderen, auch die Zuschauerkalkulation ist identisch…nur um mal zwei Beispiele zu nennen. Ich halte es für fatal, wenn man aufgrund anscheinend willkürlicher Zahlen und Ideen ein neues Stadion bauen würde. In diesem Fall würden Offenbach und Aachen uns schon liebevoll zuwinken.

Daß am Böllenfalltor etwas passieren muss steht außer Frage, aber eine 08/15 Arena, wie sie mittlerweile überall hingesetzt wird braucht wirklich niemand. Früher waren Stadien einmalig, heute sind sie seelenlos und austauschbar.

In Darmstadt steht noch ein solch einmaliges Stadion und am schönsten wäre es sicherlich, wenn man es einfach so lassen könnte. Doch da stehen leider ein paar Punkte dagegen, wie etwa Auflagen des DFB, eine absackende Gegengerade oder nicht gerade moderne Katakomben, um nur einige zu nennen.

Aber es wäre wünschenswert, das einmalige Flair des Stadions zu erhalten und von dem Modell einer handelsüblichen Arena Abstand zu nehmen. Vereine wie Preußen Münster, Eintracht Braunschweig (die mit ihrem Modell übrigens 1.Liga spielen) oder Union Berlin haben es hinbekommen, ihre Stadien zu modernisieren ohne ihr Einmaligkeit dafür aufzugeben. Das sind für mich die Modelle, die auch für Darmstadt wesentlich besser passen würden als ein paar aneinander gesetzte Betonfertigteile mit dazugehörigem Betreiberkonzept.

Am Ende könnte das sogar die günstigere Variante sein. Jedenfalls sollten diese Überlegungen ernsthaft in Betracht gezogen werden.

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