Centralstation – Extrazuschuss von Grün-Schwarz, schon wieder

  • Zusätzlicher Zuschuss in Höhe von 250.000 Euro für die Centralstation ! Money02_sized

Wie schon mehrmals seit dem Bestehen ist die private Betreibergesellschaft der Centralstation in eine wirtschaftliche Schieflage geraten.

Und wie schon so oft beschließt die regierende Koalition – diesmal Grün-Schwarz, früher Rot-Grün – einen Sofortzuschuss zusätzlich zum bereits gezahlten Zuschuss, der im städtischen Haushalt beschlossen wurde.

In der kommenden Stadtverordnetenversammlung soll ein zusätzlicher Zuschuss an die Centralstation von 250.000 Euro abgestimmt werden.Im Kulturausschuss und im Ältestenrat wurde es abgelehnt, diese Vorlage öffentlich zu beraten.

Diese Haltung wurde durch eine schriftliche Stellungnahme des Rechtsamtes gerechtfertigt. Im Gegensatz dazu der HFA dieses Thema gestern öffentlich behandelt, denn spätestens bei den Beratungen zum Nachtragshaushalt würde dieser Zuschuss sowieso öffentlich.

In der Einladung zur Stadtverordnetenversammlung nächste Woche ist die Vorlage aber weiterhin im nicht-öffentlichen Teil. Dieses Hin und Her um Ausschluss der Öffentlichkeit hat uns bewogen, die Vorgänge um die CS näher zu betrachten.

Bei der Centralstation (CS) handelt es sich um eine private GmbH ohne städtische Beteiligung und die beiden Eigentümer leiten als Geschäftsführer den Betrieb.

Als jährlichen festen Zuschuss stellt die Stadt für diesen Kulturbetrieb im Haushalt einen Betrag von ca. 475.000 € als direkte Zahlung an diese private GmbH bereit. Außerdem stellt die Stadt die Halle für die kulturellen Veranstaltungen an 240 Tagen im Jahr mietfrei zur Verfügung.

Dazu trägt die Stadt alle Kosten zum Unterhalt der Immobilie, ein Posten im städtischen Haushalt von ca. 620.000 € z.B. für 2013. Je nach notwendigen Sanierungen oder  Investitionen kann dieser Aufwand für die Immobilie auch höher oder niedriger ausfallen.

In Summe sind also jedes Jahr etwa 1 Mio € im städtischen Haushalt für den Betrieb der Centralstation eingeplant – direkter Zuschuss plus die Kosten der Immobilie.

Dieser städtische Zuschuss von 475.000€ wurde in den vergangenen Jahren stets zu 100{cc6e9fa4799c65423e7b3aff9df2eb4f369581e8fac009e6ba61f9293a7cdc2c} ausgezahlt, obwohl es eine allgemeine Haushaltssperre von 20{cc6e9fa4799c65423e7b3aff9df2eb4f369581e8fac009e6ba61f9293a7cdc2c} für solche Zuschüsse gab. Und unerwartete Sanierungsarbeiten und Investitionen übernimmt sowieso die Stadt.

An der Stadt lag bzw. liegt es also nicht, wenn die Centralstation GmbH Jahr für Jahr regelmäßig mehr als 100.000 € Verlust macht – im Gegenteil.

Bereits 2010 hat die Stadt die Centralstation mit einer Sonderzahlung von fast 400.000 € gestützt aber bereits 2011 gab es wieder 160.000 € Miese (Geschäftsbericht im Bundesanzeiger).

Alle paar Jahre ist die Centralstation wirtschaftlich gefährdet. Aktuell gibt es wieder eine finanzielle Schieflage dieser GmbH, Verluste auch für 2012 und 2013. Daher jetzt der Extra-Zuschuss von 250.000 € – für Kultur, Gastronomie und Firmenveranstaltungen.

Aber warum kann die Centralstation im Vergleich zu den anderen Kultureinrichtungen dieser Stadt nicht mit ihrem Geld wirtschaften ? Warum spielt die Politik ständig Feuerwehr, ohne die Strukturen zu überprüfen ?

Unverständlich ist für uns z.B. die in den Geschäftsberichten genannte Zahl von 84 Mitarbeitern. Und wie viel verdienen die Geschäftsführer und Eigentümer dieser privaten GmbH selbst in der Centralstation?

Und wie viel verdienen sie daneben an den Geldern, welche von der Centralstation an ihre anderen Firmen fließen – z.B. das Vino Central, das gastronomische Waren für die Centralstation liefert und den Ticketservice ZTIX ? Jeweils einer der beiden Geschäftsführer ist Inhaber der genannten Firmen – die übrigens keine Defizite vorweisen……

Im Ticketservice ZTIX fallen z.B. pro Karte üblicherweise 10{cc6e9fa4799c65423e7b3aff9df2eb4f369581e8fac009e6ba61f9293a7cdc2c} des Ticketpreises plus 1 € als sog. Systemgebühr an – eine ordentliche Summe bei ca. 160.000 Besuchern der CS pro Jahr.

Vor kurzem hat sich der Aufsichtsrat der Centralstation schon wg. Interessenkonflikten aufgelöst. Gebracht hat er eh nix. Keiner der politischen Vertreter, welche die Geschäftsführer selbst in den Aufsichtsrat ihrer GmbH gewählt haben, hat jemals genau hingeschaut obwohl sie genau dazu   verpflichtet waren. Aber jetzt wollen sie „ihre“ Centralstation mit weiteren öffentlichen Mitteln erstmal vor dem wirtschaftlichen Aus bewahren.

Aber wie geht es weiter ? Im Grün-Schwarzen Koalitionsvertrag ist vorgesehen und das Thema wird wohl auch zurzeit hinter den Kulissen forciert, die private GmbH Centralstation zu einer städtischen Tochter der HEAG Holding AG zu machen. Hä?

Die Stadt hat schon vor einiger Zeit einen Betrauungsakt verabschiedet, mit dem sichergestellt ist, dass sie die Schulden der Centralstation übernehmen muss und verschiebt sie gleichzeitig zur HEAG Holding, wo sie keine Einflussmöglichkeiten hat ? Sehr merkwürdig.

Eine Herausnahme der Mittel aus dem städtischen Kultur-Haushalt und die Finanzierung aus Ausschüttungen von HSE AG und Bauverein AG wäre noch deutlich intransparenter als die bisherige Situation.

Wir fordern, dass alle Vorlagen zur Centralstation öffentlich sind. Die Geschehnisse um und in der Centralstation sind intransparent, da es sich um eine private GmbH handelt. Das sind öffentliche Mittel, die da verwendet werden und die Bürger haben ein Recht darauf zu erfahren, was mit ihren Steuern passiert.

Die Centralstation bietet ohne Frage ein wertvolles breites kulturelles Angebot – aber sie muss lernen (wie alle anderen Kultureinrichtungen schon lange), mit ihren Zuschüssen auszukommen. Es kann nicht angehen, dass man über Jahrzehnte damit durchkommt, Kulturell Top, aber finanziell ein Flop zu sein!

13 Kommentare

  1. Hallo NSA,

    die quintessenz des beitrags ist nicht das der eintritt teurer wird.
    die quintessenz is das die struktur der centralstation sich ändern muss. denn den eintritt zahlen alle mit ihren steuern mit. und da darf man doch verlangen das vernünftig gewirtschaftet wird und das das ganze transparent abläuft.

    und gruß an snowden… ;-)

  2. Warum ist die Stadt nicht in der lage Fehler einzugestehen, und kaschiert durch schnelles Zahlen der Schulden, die Mißwirtschaft.Betreibt eine gnadenlose Wettbewerbsverzerrung.Lässt Geschäftsführer gewähren, die genau wissen, das sie wirtschaftlich nicht zur Verantwortung gezogen werden.Und gestattet diesen ihre anderen Firmen vom onlineticket verkauf über vinocentral sie auch noch geschäfte machen zu lassen. Der Filz und Beziehungsklüngel wird gedeckt und in Mitleidenschaft werden alle anderen ehrlichen regionalen Kulturanbieter gezogen. Der Etat der Centralstation übersteigt bei weitem den Etat der kleinen restlichen Kulturbetreiber dieser Stadt, die oft in prekären und ehrenamtlichen verhältnissen wirtschaften. Wenn Stadt Kultur politisch organisiert und durchsetzt siehe auch Darmstadium wirds teuer und trägt erheblich zum finanziellen defizit der Stadt bei. Es wird Zeit das das ein Ende hat.Schluß mit dieser Yuppiekultur. Schmeißt diese Flaschen endlich raus, die Lachen sich ins Fäustchen und machen sich die Taschen voll.Danke Georg das du am Ball bleibst.
    mit solidarischen Grüßen
    Klaus Lavies

  3. Lieber Marc,
    es gibt kein bekommen oder nicht bekommen. Ursprünglich sollte die Centralstation nach der damaligen Vorgabe unter Peter Benz eigenwirtschaftlich arbeiten. Zuschüsse wurden erst im Laufe der Zeit gewährt.Es gibt keine Tabelle nach denen sich die Höhe der Zuschüsse orientieren.

  4. Dann tun wir mal so, die CS wäre sowas wie freie Szene (wenn die Wortwahl die falsche ist, ich bin in den Begriffen da nicht drin) und könnte gefördert werden. Was wäre da möglich?

    (Es gibt da doch neue Richtlinien, hatte mir einer der Amtsleiter mal erzählt. Oder verwechsel ich da was?)

  5. guude marc,
    du triffst die ganze sache mit deiner nachfrage „tun wir so als wäre die CS sowas wie freie szene“ auf den punkt.
    Hier jetzt die entwicklung der unterschiedlichen geschäftsmodelle der CS über die jahre aufzudröseln is mir zu umfangreich.
    Fakt ist, die CS ist eine privatwirtschaftlich geführte gmbh die außer kommerz auch die kultur in d`Armstadt fördert und auch vielen veranstaltungen, vereinen und institutionen eine örtlichkeit bietet um sich zu präsentieren.
    Das ist super und muss auch anerkannt werden.
    Fuck-t ist aber auch, das die geschäftsführung der CS über die ganzen jahre sich, trotz immmenser außerplanmäßiger zuschüsse und vergünstigungen, immer wieder auf den kulturellen anspruch berufen hat um an zusätzliche geldzuwendungen aus dem städtischen haushalt zu kommen.
    Nein, die CS ist kein gemeinnütziger verein und nein, die CS ist kein freier träger die sich zum großen teil ehrenamtlich den arsch aufreißen um über die runden zu kommen.
    Die menschen (und geschäftsführung)bekommen ihr festes salär (die einen mehr, die anderen weniger ;o))
    Das die beiden bezahlten geschäftsführer der CS noch zeit und muse haben – nebenbei – als geschäftsführer des ticketverkaufs ztix und vino central u.a. durch geschäfte mit der CS zu wirken lässt mich 1 und 1 zusammenzählen.
    Nennen wir es „freie szene“………
    Muss das gefördertwerden?
    Muss diese förderung durch kommunale mittel nichtöffentlich in der statverordneten versammlung behandelt werden?
    NEIN!
    Der begriff transparenz ist zwar inzwischen ziemlich ausgelutscht, weil er permanent, auch von intranspareneten vergewaltigt wird.
    Nichtsdesdonase haben wir als die menschen, die letztndlich alles finanzieren ein recht darauf.
    PENG!!!

    Beste grüße, der jörg d.

  6. Danke Uffbasse, dass ihr das öffentlich gemacht habt.
    Ich habe mir gerade Jahresabschlüsse der Centralstation, der ztix und der vinco central geprüft.
    In allein drei Firmen werden Verluste gemacht, aber das muss ja nichts heißen.
    Ob die studierten Sozialpädagogen aka Geschäftsführer wirklich solche Business-Nieten sind oder hingegen clever und sich durch Tricks die Kohle doch in die eigene Tasche schleusen, sollte bitte weiterhin aufgeklärt werden.
    Bitte alles aus den Sitzungen veröffentliche, UFFBASS!

  7. Die Aktivitäten und Fähigkeiten der beiden Geschäftsführer sind eine Seite der Medaille.
    Mindestens ebenso wichtig scheint mir, wie die städt. Vertreter im Aufsichtsrat ihre Aufsichts- und Kontrollpflichten wahrnehmen. Die sind im Gesellschaftsvertrag sehr sehr detailliert und kleinteilig beschrieben.
    Auch das Kulturprogramm wird vom Aufsichtsrat mitbestimmt und da ist es bedenklich, wenn die „Kulturpolitiker“ immer mehr Leistungen fordern ohne dass die notwendigen Mittel bereitstehen.
    Die Geschäftsführer machen das mit, da sie sich drauf verlassen (können), dass die fehlenden Mittel nachträglich und bisher möglichst ohne großes Aufsehen bezahlt wurden.
    So ist das halt, wenn – vor allem – die Grünen, die Centralstation um jeden Preis erhalten wollen.

  8. INFORMIEREN STATT SPEKULIEREN!!!!

    Oh man wie manipulierbar seid ihr denn. Das ECHO beruft sich UFFBASSE, die ebenfalls im Aufsichtsrat sitzen. WOW super objektiv!!!

    Ich erzähl euch mal was. Es ist WAHLKAMPF!!!!!

  9. Hach wie witzig…. Moment… hatte Herr Marschall nicht (vor nicht all zu langer Zeit) die BBM-Unternehmensberatung GmbH?! ;-)
    Schräg, wenn man dann nicht mal seine 3 eigenen Unternehmen in den Griff bekommt. Naja anscheinend fehlt da jegliches „Talent“ eines GF’s.
    Sogar für seine Azubi’s hat er sich jedesmal vom Arbeitsamt bezuschussen lassen. Sogar die CS mitarbeiter zahlen (während der arbeit)jedes Getränk, dass Sie trinken möchten. Also verdienen die netten Herren auch noch an Ihren „extrem geschätzten“ Mitarbeitern.
    Die reinste Lachnummer!Saftladen!

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