27.9. Refugees welcome – break the isolation

UFFBASSE!!!!
Treffen, wie angekündigt 11:00 uhr, dann demozug zum bürgerpark.

Dort Fest ab 13:00 uhr.

Mehr infos, guggder innen kommentar zum artikel vom sebastian.

Mit solid(nicht)arischen grüßen, der jörg d.

– Ein Willkommesfest für und mit geflüchteten Menschen in Darmstadt –

Unter dem Motto „refugees welcome – break the isolation“ wollen wir gemeinsam vor der Erstaufnahmeeinrichtung in Darmstadt*Refugees welcome uns kennenlernen und austauschen, zusammen ein Fest feiern und geflüchtete Menschen mit einem deutlichen Zeichen willkommen heißen.

(*Michaelisstr. 35/Starkenburg Kaserne)

Am So, 27.9. – Ab 11 Uhr

AUFRUF

The question is: to be or not to be – and we WILL be!“
sagt ein Syrer auf seinem Weg von Budapest nach Wien.
Refugees welcome – break the isolation

In diesem Sommer haben die Verhältnisse in Syrien, in Afghanistan, im Irak, in Eritrea und Somalia aber auch in den Westbalkan-Staaten mehr Menschen denn je dazu gebracht, ihren bisherigen Lebensmittelpunkt zu verlassen. Sie haben sich auf den Weg gemacht, um Freiheit und Sicherheit und eine Zukunft für sich und ihre Kinder zu finden. Neu ist, dass nicht mehr nur die Jungen und Starken kommen, sondern die ganzen Familien. Die Kinder, die Alten und die Kranken werden mitgenommen, weil die Lebensgrundlage so zerstört ist, dass niemand zurückgelassen werden kann.

Sich auf den Weg nach Europa zu machen bedeutet immer eine konkrete Auflehnung gegen das Grenzregime. Europa verwehrt den Flüchtenden sichere Zugangswege und verantwortet damit Tausende von Toten. Die Verweigerung von offenen Zugängen nach Europa geht zu Lasten der Schwächsten unter den Schutzsuchenden.

Neu ist auch das Ausmaß, in dem die Geflüchteten nicht mehr länger die bürokratischen Hürden akzeptieren, die ihnen vorschreiben wollen, wo sie ihr neues Leben zu beginnen haben. Selbst hohe politische Verantwortliche müssen eingestehen, dass die Dublin-Regelung überholt ist. Das, was wir viele Jahre gefordert haben – eine Abschaffung der Regeln, die Menschen über Jahre hinweg zwischen den europäischen Staaten hin und her schickt – haben sich die Flüchtenden in diesem Sommer selbst genommen. Sie haben Zäune und Polizeisperren ignoriert, sind aus Lagern ausgebrochen, haben massenhaft die Abgabe der Fingerabdrücke verweigert. Sie haben sich selbst auf den Weg gemacht – sie haben auf ihre eigenen Kräfte und auf die Solidarität untereinander vertraut. Und sie haben viel Solidarität von den Menschen in den Ankunftsorten und in den Transitländern erlebt. Sie haben beschlossen, ihr neues Leben dort zu beginnen, wo sie Anknüpfungspunkte, eine community, Freunde und Verwandte haben.

Nicht zu vergessen sind allerdings auch die, die die Suche nach Freiheit mit ihrem Leben bezahlt haben, weil sie von der europäischen Grenzpolitik auf lebensgefährliche Weg gezwungen wurden und werden. Sie sind Opfer eines Grenzregimes, das nach wie vor versucht, die Menschen abzuwehren statt sichere Zugangswege zu ermöglichen. Jeder Tod ist für uns eine Aufforderung, weiter für Bewegungsfreiheit und sichere Zugangswege zu kämpfen – gemeinsam mit denen, die noch unterwegs oder schon hier sind.

Nach wenigen Tagen scheinbar offener Grenzen sind die Kontrollen schärfer denn je. Selbst innerhalb Europas sind die Grenzkontrollen wieder eingeführt. Damit wird deutlich, dass sich das Handeln der europäischen Staaten nicht an den Geflüchteten sondern an den partikularen Interessen der Nationalstaaten orientiert. Die Konsequenz ist, dass die Flüchtenden sich nach ihrem langen Weg erneut in die Abhängigkeit von Schleppernetzwerken begeben müssen. Wir sind solidarisch mit denjenigen, die sich an den verschiedenen Grenzen organisieren und für ihr Recht auf einen Zugang kämpfen.

Ein Teil des langen „Marsches der Hoffnung“ ist nun auch in Darmstadt angekommen. Wir wollen diese Menschen hier willkommen heißen, wir wollen zusammen Essen und Trinken, Musik machen und hören, zusammen sprechen und lachen, voneinander lernen. Wir alle wollen Mut und Kraft schöpfen aus diesen Begegnungen für den langen Kampf um Freiheit und eine emanzipatorische und solidarische Gesellschaft, der noch vor uns allen liegt.

Willkommenskultur allein reicht nicht aus – wir brauchen eine politische Willkommensstruktur und stellen fest:

•Es gibt keine „sicheren Herkunftsstaaten“

•Auch Klimafolgen, Armut und Perspektivlosigkeit sind berechtigte Fluchtgründe

Deswegen fordern wir:

•Sichere Zugangswege nach Europa – Fähren statt Frontex

•Keine Einteilung der Geflüchteten in Erwünschte und Unerwünschte

•Gleiche Rechte für alle: Zugang zu Bildung und Arbeitsmarkt unabhängig vom Aufenthaltsstatus

Bündnis Refugees welcome! Darmstadt

Ein Kommentar

  1. Pressemitteilung des Bündnis *Refugees welcome! Darmstadt*

    Betreff: Willkommensfest für Geflüchtete in Darmstadt am 27.September 2015 findet im Bürgerpark vor der Notaufnahmeeinrichtung statt.

    Willkommensfest findet um 13 Uhr statt. Veranstaltungsort in den Bürgerpark verlegt. Gemeinsame Demonstration um 11 Uhr vom ursprünglichen Veranstaltungsort in der Michaelisstraße in den Bürgerpark.

    Das Willkommensfest am Sonntag den 27. September findet statt. Aus verschieden Gründen verlegen wir die Veranstaltung jedoch in den Bürgerpark. Das Programm im Bürgerpark beginnt demnach erst um 13 Uhr. Trotz der Verlegung des Festes, wird es um 11 Uhr vor der Erstaufnahmeeinrichtung in der Starkenburgkaserne (Michaelisstraße) eine Kundgebung geben. Von dort aus werden wir gemeinsam mit den Geflüchteten in einem bunten
    Demonstrationszug in Bürgerpark laufen.

    Ab 13 Uhr bis zum Ende der Veranstaltung gegen 17.30 Uhr verkehren zusätzlich kostenlose Shuttlebusse zwischen Michaelisstraße und Bürgerpark.

    Im Bürgerpark wird es ab 13 Uhr ein umfassendes Bühnenprogramm geben. Mama Limón, Gaia Nova, Mad*hilde, Mashee und der Halkevi Chor und Saz Musik werden für eine abwechslungsreiche kulturelle Begleitung sorgen.

    Neben vielfältigen Essensangeboten werden verschiedene Initiativen ihre Projekte vorstellen. Für umfassende Kinderangebote ist gesorgt.

    Das Bündnis Refugees welcome! Darmstadt ist ein Zusammenschluss von Einzelpersonen, antirassistischen Gruppen, migrantischen Vereinen, den ASten sowie Gewerkschaften aus Darmstadt. Gemeinsame Positionen entnehmen sie bitte dem angehängtem Aufruf.

    Aktuelle Informationen findet sie unter:

    https://www.facebook.com/events/534112793430758/

    Für Nachfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
    Sebastian Ankenbrand, 01751155055

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